#brückenbauen

„Wollen wir eine Brücke schlagen von Mensch zu Mensch - und dies gilt auch von einer Brücke des Erkennens und Verstehens -, so müssen die Brückenköpfe eben nicht die Köpfe, sondern die Herzen sein.“ (Viktor E. Frankl)

Im Rahmen von #brückenbauen kommen bekannte Persönlichkeiten zu Wort. Das Ziel dieses Projektes ist es, die Erkenntnisse Viktor E. Frankls, die weltweite Anerkennung finden, als Lebensbewältigungsstrategie für die Gesellschaft präsent zu halten. Die #brückenbauen-Videobeiträge, wie z.B. von Erika Pluhar, Cornelius Obonya, Thomas Bubendorfer, Dr. Danielle Spera, Dr. Quarch und Chris Lohner finden Sie oben in unserer Slidershow.

Erika Pluhar, Schauspielerin, Sängerin und Schriftstellerin

Erika Pluhar (c) Christina Haeusler"Wer kennt ihn nicht, den Schrei unserer Seele. Wenn ein Schmerz uns töten möchte. Oder nachdem man vielleicht zu lange versucht hat, Lebensmühe oder Leid zu übertönen oder wegzudrängen. Wenn unser Lebensende uns unausweichlich vor Augen steht. Wenn wir den Verlust eines geliebten Menschen ertragen müssen. Wenn wir leben, ohne uns blind und taub zu stellen, sondern im vollen Bewußtsein von Abschied, Trauer, Vergänglichkeit.
Das TROTZDEM in sich entstehen zu lassen, bedeutet jedoch kein Entrinnen, keine Schmerzminderung, kein neues oder anderes Lebensbild. Kein helles, heilendes, tröstendes Ziel rückt dadurch näher. TROTZDEM bedeutet nur, standzuhalten. Das Weiterleben auf sich zu nehmen. Den nächsten Schritt zu tun. Und dieses „nur“ ist letztlich alles. Weil es uns das Wissen von Leben und die Befähigung für das Leben zurückgibt."

(aus Pluhar, Erika:
Die Stimme erheben, Residenz-Verlag - ein Auszug aus dem Beitrag "Trotzdem"); Fotocopyright: Evelin Frerk
 

#wert-voll

#wert-voll bietet Raum für alle Gedanken, die uns jetzt helfen, den Fokus auf das noch verbleibende Heile zu lenken.

#wert-voll (Nr. 54): Toleranz
„Toleranz besteht nicht darin, dass man die Ansicht eines anderen teilt, sondern nur darin, dass man dem anderen das Recht einräumt, überhaupt anderer Ansicht zu sein.“
(Viktor E. Frankl)

Wien, 30. Juni 2020:
Denken wir an unseren Alltag, an Konfliktsituationen in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Schule oder auch im Freundeskreis. Oftmals entsteht Streit aufgrund unterschiedlicher Ansichten.
In diesen Zeiten dürfen wir uns im Alltäglichen in Toleranz üben: Abstand-halten wo und wann? Maske - ja oder nein? Urlaub im eigenen Land oder im Ausland? Umarmen wir die Eltern oder nicht? Wer hat recht? Können wir eine andere Meinung stehen lassen?
Auch als Gesellschaft, in dem Land und auf dem Kontinent, in dem wir leben, und als BewohnerInnen dieses Planeten können wir dies als Chance nützen, Toleranz zu leben, um anstehende globale Fragen gemeinsam - über alle Grenzen hinweg - zu meistern. (Roswitha, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Hebamme)


#wert-voll (Nr. 53): Mut
„Erst der Mut zu sich selbst wird den Menschen seine Angst überwinden lassen“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 29. Juni 2020:
Kennen Sie diese Tage? Mutlos fragt man sich, wie man denn das alles wieder schaffen soll. Täglich grüßt das Murmeltier. Die Tretmühle des Alltags hat uns fest im Griff.
Wir stehen verängstigt am höchsten Sprungturm im Schwimmbad, die Knie schlottern und es ist uns nicht möglich, den Sprung in die Tiefe zu wagen. Wer weiß, welche Gefahren dort lauern? Mut wäre jetzt praktisch. Doch woher nehmen? Nach Viktor Frankl ist in jedem Menschen eine Trotzmacht des Geistes grundgelegt. Wir müssen uns von uns selbst nicht alles gefallen lassen. Lachen wir doch der Angst ins Gesicht und nehmen Anlauf. Springen wir TROTZ und mit der Angst.

Vertrauen wir darauf, dass wir bei unserem Sprung vom Leben gehalten und getragen werden! (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 52): Lebensscheune
„Der Mensch sieht nur das Stoppelfeld der Vergänglichkeit – aber er sieht nicht die vollen Scheunen der Vergangenheit. Im Vergangensein ist nämlich nichts unwiederbringlich verloren, vielmehr alles unverlierbar geborgen“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 24. Juni 2020:
Das Leben ist endlich. Was bleibt, wenn wir gehen?
Alles, was wir bisher gelebt haben, ist unverlierbar geborgen in unserer Lebensscheune:
Die Werke, die wir geschaffen haben.
Die Handlungen, die wir gesetzt oder unterlassen haben.
Die wertvollen Momente, die wir erleben durften.
Die Beziehungen, die wir gelebt haben.
Die Begegnung mit Menschen, die uns begleitet haben.
Das Leid, das wir ertragen haben.
Alles, was wir bisher realisiert und verwirklicht haben.

Solange wir leben, haben wir die Möglichkeit, unsere Lebensscheune zu füllen. Ob und womit wir sie füllen ob mit feinstem Korn oder schwarzen Steinen - liegt allein in unserer Hand. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 51): Achtsamkeit
"Das Leben hat und behält unter allen Umständen Sinn." (Nach Viktor E. Frankl)

Wien, 23. Juni 2020:
COVID-19 hat viele Menschen in die temporäre soziale Isolation und in die Einsamkeit geführt. Viele Menschen waren schon vorher in dieser Situation. Viele befinden sich trotz Lockerungen und aufkeimendem Lebensgefühl noch immer dort.
Was können wir als Gesellschaft dagegen tun? Oder anders formuliert – wie kann jede/r Einzelne der Vereinsamung unserer Mitmenschen entgegenwirken? Vielleicht der älteren Dame nebenan überraschend einen Blumengruß vorbeibringen und nach ihrem Befinden fragen? Ein paar aufmunternde Worte an den Herren richten, der sich jeden Tag tapfer mit seinem Rollator über die Gehsteigkante quält? Einem Menschen mit besorgter Miene auf der Straße ein spontanes Lächeln schenken und vielleicht auch Hilfe anbieten?

Wir sind mehr denn je gefordert, achtsam zu sein und unserem Umfeld Hoffnung und Zuversicht zu schenken. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 50): Jedes Leben zählt
„Es gibt nur zwei "Rassen": die Rasse der anständigen Menschen und die Rasse der unanständigen Menschen. Gerade deshalb, weil wir wissen, daß die Anständigen in der Minorität sind, ist jeder einzelne aufgerufen, diese Minorität zu stärken und zu stützen." (Viktor E. Frankl)

Wien, 22. Juni 2020:
Die Berichterstattung aus den USA berührt uns in den letzten Tagen sehr. Bilder der übermäßigen Gewalt und Brutalität erschüttern uns. Schnell sind wir dazu verleitet, ganzen Menschengruppen die Schuld zuzuschieben. Doch das wird dem Menschen nicht gerecht, denn dieser hat die Möglichkeit, in Freiheit zu entscheiden, WER er sein will.
Es sind die kleinen Geschichten, die Hoffnung geben und zeigen, wozu der Mensch fähig ist. Ein Polizist, der sich einer Demonstration in Solidarität anschließt. Ein 16-jähriger Jugendlicher, der dabei hilft, Proteste friedlich zu beenden. Menschen, die einander die Hände reichen, unabhängig von Beruf, Alter oder Herkunft.
Menschen, die sich entschieden haben, friedensstiftend zu agieren, unabhängig davon, ob sie gesehen werden oder nicht. Die eigene Haltung zählt. #JedesLebenzählt. (Elisabeth, Logotherapeutin in Ausbildung unter Supervision)

#wert-voll (Nr. 49): Arbeitssuchend
„Wo Deine Talente und die Bedürfnisse der Welt sich kreuzen, dort liegt Deine Berufung.“
(Aristoteles)

Wien, 18. Juni 2020:
Plötzlich arbeitssuchend. Aber bin ich wirklich reduziert auf diese Phrase, bin ich nicht mehr als das? Ich habe vielleicht derzeit keine Arbeit, aber ich bin und bleibe wertvoll für meine Mitmenschen in meiner Rolle als Mutter, Vater, Schwester, Sohn, Nachbar, Großvater, Freund, Freundin……ich bin Mensch - mit Stärken und Schwächen, mit kreativem Potential, gesegnet mit Humor und Liebe im Herzen. Einmalig in meinem Da-sein und einzigartig in meinem So-sein. Jede Person ist ein Original – unersetzbar, unaustauschbar und hat deshalb unverlierbare Würde. Wir sind von der Welt gebraucht, es wartet immer eine Aufgabe oder ein Mensch auf uns - verlieren wir daher nicht den Mut und den Glauben an uns selbst! (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 48): Toleranz und Menschenwürde
Liebe ist irgendwie das Letzte und das Höchste, zu dem sich menschliches Dasein aufzuschwingen vermag. (nach Viktor E. Frankl)

Wien, 17. Juni 2020:
Es sind bewegte Zeiten. Im Mittelpunkt steht der Mensch - ganz gleich welcher Nationalität, welcher Herkunft oder welcher Religion. Es geht um Menschenwürde und um Toleranz.
Jeder Mensch hat unverlierbare Menschenwürde, die ihm nichts und niemand nehmen kann – nehmen darf! Toleranz besteht nach Viktor Frankl nicht darin, dass man die Ansicht eines anderen teilt, sondern nur darin, dass man dem anderen das Recht einräumt, überhaupt anderer Ansicht zu sein.
Wir sind eine Menschheit, die Viktor Frankl als Monanthropismus bezeichnet. Jeder Einzelne von uns ist einmalig in seinem Da-sein und einzigartig in seinem So-sein. Jeder ist Teil „des großen Ganzen“, ein wertvoller Puzzlestein, den es so nur einmal gibt.
Uns ist nur dieses eine Leben geschenkt und in diesem Bewusstsein sollten wir uns dieses Geschenks auch würdig erweisen. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 47): Hinter jeder Klage steht ein Wert
Die Welt ist nicht heil, aber heil-bar.
(Viktor E. Frankl)

Wien, 16. Juni 2020:
Klimakatastrophe, Regenwaldvernichtung, Hungersnot, Krieg, Gewalt, Pandemien, Rassismus, Arbeitslosigkeit – die Welt kennt viele Probleme. Die Menschen klagen gerne darüber. Doch hinter jeder Klage steht ein Wert.
Wir können als einmalige und einzigartige Menschen mit unserem persönlichen Potential Lösungen auf diese Lebensfragen finden. Wir sind ein Teil des großen Ganzen und jeder ist aufgerufen, seinen individuellen Beitrag zu leisten. Manchmal ignorieren wir aus Bequemlichkeit oder Ignoranz diesen Sinnanruf an unser Gewissen, aber er ist da. Hören wir auf zu klagen und kommen wir endlich ins Pro-agieren! (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 46): Augenblick
„Schon an der Größe eines Augenblicks lässt sich die Größe eines Lebens ermessen.“
(Viktor E. Frankl)

Wien, 15. Juni 2020:
Unlängst konnte ich endlich meine Eltern wieder besuchen. Sie sind in einem Alter, in dem eine COVID 19-Erkrankung eine Lebensbedrohung darstellt. Für gewöhnlich drücken wir uns fest ans Herz und halten uns lange in den Armen. Doch diese Begegnung verlangte Abstand. Und siehe da, sie gelang dennoch voller Wärme und Nähe. Vielleicht sind wir uns sogar noch ein Stück nähergekommen. In diesem neuen Geschenk der Liebe auf diese eigene Art war eine bestimmte Dimension sehr spürbar.
Viktor E. Frankl spricht von der geistigen Dimension, die unser Menschsein überhaupt erst ausmacht. In dieser gelingt die Begegnung von Herz zu Herz, von Geist zu Geist. Das war sehr berührend. Und ist es heute noch, wieder hunderte Kilometer weit weg von meinen Eltern. Es tut gut, unsere Beziehungen im Bewusstsein dieses "Abstands" so zärtlich nah leben zu können. (Johanna, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Assistentin)


#wert-voll (Nr. 45): Kraftquellen
Wien, 10. Juni 2020:
Neue Lebensumstände können zum Nachdenken anregen. Wenn ich mir Viktor E. Frankl ins Gedächtnis rufe, kommt mir folgende Fragestellung immer wieder in den Sinn:
„Wozu fordert mich diese Situation heraus?“. Der konkreten Situation angepasst: „Wie gehe ich mit mir und meinen Nächsten achtsam und rücksichtsvoll um?“
Schlummern möglicherweise einige Werte und warten auf ihre Wiedererweckung? Eine Gitarre braucht jemanden, der sie spielt, ein Sachbuch braucht LeserInnen, die daraus lernen und eine vernachlässigte Freundschaft braucht Mut, um zum Hörer zu greifen. Dank unserer Geistigkeit sind wir in der Lage, die täglichen Sinnaufrufe wahrzunehmen und ihnen nachzugehen. Besinnen wir uns jetzt auf diese Werte, können diese zu Kraftquellen werden, die oft nicht nur uns, sondern auch unser Umfeld bereichern. (Sebastian, Sinn-zentrierter Berater nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und diplomierter Lebens- und Sozialberater)


#wert-voll (Nr. 44): Leid
„Nicht im Dass, im Wie des Leidens liegt der Sinn des Leidens. Worauf es ankommt, ist die rechte Haltung - aufs Tragen kommt es an…“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 9. Juni 2020:
Leid kommt unverdient und schicksalhaft in unser Leben. Keiner hat es eingeladen, keiner hat es hereingebeten. Nun ist es da und macht sich breit. Warum? Diese Frage führt zu keiner Antwort und wirkt meist nur leidvermehrend. Das Leid annehmen, es geduldig ertragen und durch diese Haltung Leid in Leistung verwandeln – all das kann der Mensch, wenn er sich dazu entscheidet. Dieses tapfere Ertragen des Unabänderlichen ist Leistung und eine höchstpersönliche Entscheidung. Die Kraft dafür fließt dem Menschen zu aus der inneren Überzeugung, dass das Leben Sinn hat und unter allen Umständen Sinn behält. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 43): Frei und verantwortlich
„Die Person ist existentiell. Sie ist potentiell frei zur eigenen Entscheidung in jedem Augenblick und so mitverantwortlich für die Gestaltung ihres Daseins.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 8. Juni 2020:
Wir sind frei zur personalen Stellungnahme, frei dazu, psychophysische Hindernisse zu überwinden und freie Willensentscheidungen zu treffen. Wir sind frei. Gleichzeitig sind wir aber auch verantwortlich. Für die Antworten, die wir auf unsere Lebensfragen geben, für unsere sinnorientierte Lebensgestaltung, für jede Handlung, die wir setzen oder unterlassen und für jede Haltung, die wir einnehmen.

Freiheit und Verantwortung sind untrennbar miteinander verbunden. Die Freiheitsstatue gibt es bereits an der Ostküste. Nach Viktor Frankl müsste sie eigentlich durch eine Verantwortlichkeitsstatue an der Westküste ergänzt werden. Leben wir so, als ob es sie bereits gäbe! (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 42): Sinn
„In jedes Leben leuchtet hell der Sinn, willkürlich kriegst Du ihn nicht hin“
(Johanna Schechner)

Wien, 6. Juni 2020:
Der Sinnanruf an jeden Einzelnen von uns ist da. Wie ein Lichtstrahl durch Jalousien leuchtet er in unser Leben. Diesen Sinn des Augenblicks zu erfassen, ist unsere Aufgabe. Unser Gewissen flüstert gleichsam einer inneren Stimme, was „jetzt dran ist“. Wie ein Kompass hilft es uns, den Sinn zu erfassen. Es wartet eine Aufgabe, die Du als einmaliger und einzigartiger Mensch unersetzbar erfüllen kannst. Es geht um die Erfüllung von Sinn und die Verwirklichung von Werten.

Versuchen wir nicht, unserem Leben krampfhaft einen Sinn geben zu wollen, einen zu erfinden und verbissen dem Glück nachzujagen, sondern wachsamen Auges und offenen Herzens die existierenden Sinnanrufe wahrzunehmen. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 41): Langeweile
Wien, 5. Juni 2020:
Langeweile ist eine Herausforderung. Man möchte sie vermeiden, und trotzdem werden wir mit ihr konfrontiert. Ist digitale Dauerablenkung die einzige Alternative oder kann Langweile, im Sinne Viktor E. Frankls, auch als Herausforderung erkannt werden?

Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen“, meinte Epiktet, dessen Satz nach wie vor gilt. Langeweile kann nämlich auch ein Raum für geistige Kreativität sein. Die Geburtsstunde einer Idee, die uns braucht, um verwirklicht zu werden. Wer Geduld gegenüber Langeweile mitbringt wird erkennen, dass sich darin eine Stille finden lässt, die uns verhilft, den Ruf des Logos, den persönlichen Sinnaufruf, wahrzunehmen. (Sebastian, Sinn-zentrierter Berater nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und DSA)


#wert-voll (Nr. 40): Hellsichtig
„Ganz ist der Mensch eigentlich nur dort, wo er ganz aufgeht in einer Sache, ganz hingegeben ist an eine andere Person. Und ganz er selbst wird er, wo er sich selbst – übersieht und vergisst.“ (Viktor Frankl)

Wien, 4. Juni 2020:
Es tut nicht gut, ständig vor dem Spiegel zu stehen. Man sieht immer nur sich. Und bleibt meist an Oberflächlichkeiten hängen. Gehen wir zum Fenster der Möglichkeiten, öffnen es und blicken hinaus in die Welt. Es gibt immer einen Menschen, der uns braucht, immer eine Aufgabe, die auf uns wartet oder eine Möglichkeit, die es zu verwirklichen gilt. Der Mensch hat die Fähigkeit, mehr als sich selbst zu sehen und genau in dieser Hingabe an die Welt liegt seine Menschlichkeit. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 39): Sinnfunke
„Nicht das Problem macht die Schwierigkeiten, sondern unsere Sichtweise“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 3. Juni 2020:
Es gibt keine sinnlose Lebenssituation, es scheint immer ein Sinnfunke auf. Wenn wir nicht nur die Schattenseiten sehen und resignieren, sondern uns eine Haltung der Offenheit bewahren, können wir auch die Geschenke wahrnehmen, die das Leben für uns bereithält. Dann können wir auch in schwierigen Lebensumständen dankbar sein für die Gelegenheiten, die uns dadurch eröffnet werden. Wir haben die Gelegenheit zu lernen, zu wachsen. Ich kann eine Einstellung wählen, die Hoffnung gibt, die sich auf die persönlich sinnvollen Möglichkeiten fokussiert und mich vielleicht sogar über mich hinauswachsen lässt. Das Leben ist ein Geschenk! (Bärbel, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Pädagogin)


#wert-voll (Nr. 38): Das Beste für mich und mein Umfeld
„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (Søren Kierkegaard)

Wien, 2. Juni 2020:
Was mir in den letzten Tagen auffällt, ist eine Zunahme an Unzufriedenheit und ein Vergleichen mit jenen, denen es angeblich besser geht. Fragen entstehen: „Warum sind Kinos geschlossen oder warum bekomme ich keine Hilfsgelder?“ Diese „Warum-Fragen" sind jedoch falsch gestellt. Sie vermehren das Leid des Fragenden, da er zu keiner Antwort finden kann. Vielmehr ist die Person aufgerufen, nach ihrem persönlichen „Wofür" zu fragen. Wofür ist diese Corona Krise nun eine Chance?

Es gilt, das Beste für mich und mein Umfeld mit dem mir aktuell zur Verfügung stehenden Baumaterial aus dieser Situation „herauszuleben". Das Baumaterial kann ich mir nicht aussuchen, sehr wohl aber kann ich bestimmen, welches Bauwerk nun durch mich, mit meinen einzigartigen und einmaligen Fähigkeiten, entstehen soll. (Sylvia, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 37): Entscheidung
„Der Mensch ist nicht Opfer, sondern Mitgestalter seines Lebens“ (Friedrich Hebbel)

Wien, 1. Juni 2020:
Jeden Morgen haben wir die Wahl – wollen wir Mängelrüger sein, die nur die Schattenseiten des Lebens wahrnehmen oder entscheiden wir uns dafür, das – wenn auch noch so winzig - Gute aus einer Situation heraus zu ringen? 

Zugegeben – es gibt Zeiten im Leben, in denen es uns nicht leichtfällt, uns für die positive Sichtweise auf die Welt zu entscheiden. Trotzdem können wir es - es liegt allein in unserer Hand. Jeden Augenblick. Nach Viktor Frankl: "Das Leben ist nicht etwas. Das Leben ist immer nur die Gelegenheit zu etwas“. Lassen wir diese doch nicht ungenützt verstreichen und bleiben wir Gestalter unseres Seins! (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 36): Aushalten
„Durch Sinn im Blick, das Selbst im Griff“
(Johanna Schechner)

Wien, 27. Mai 2020:
Die Luft ist raus. Die Geduld ist enden wollend. Die neuen Lockerungen versprechen uns ein ansatzweises unbeschwertes, besseres Leben. Und schon vergessen wir autonom, souverän und am Sinn ausgerichtet in der Welt zu stehen. Wir wollen mehr - mehr Freiheit, mehr Leben. Wir „wollen haben“. Doch nach wie vor ist Vorsicht – oder besser gesagt - Umsicht geboten: Aus Rücksicht verbunden mit Weitsicht basierend auf Wertesicht! (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 35): Motivation Teil 2
Wir haben die Gelegenheit, gestärkt, authentisch und „unseres Mensch-seins bewusst“ aus dieser Krise hervorzugehen. Nach Nietzsche: „Wer ein Warum zum Leben hat, erträgt fast jedes Wie“.

Wien, 26. Mai 2020:
Es ist Zeit, Vorräte zu sammeln - auf besondere Art: sich auf Wesentliches zu besinnen, Kleinigkeiten zu schätzen, Beziehungen neu zu erleben, sich die eigenen Ressourcen und Talente bewusst zu machen und diese zu leben, Dankbarkeit und Geduld zu üben. Ideen und Visionen zu sammeln, diese zu konkretisieren und an deren Umsetzung zu feilen. Es mangelt uns nicht an Zeit, Neues zu lernen - höchstens an Disziplin.
Die entstehenden Aufgaben lassen keinen Platz für unnötiges Drama, sondern motivieren zu sinnvollem zukunfts- und lösungsorientiertem Handeln. (Elisabeth, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRAKL ZENTRUM WIEN und Künstlerin)


#wert-voll (Nr. 34): Motivation Teil 1
„Im Gegensatz zu den Energiequellen ist der Sinn unerschöpflich“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 25. Mai 2020:
Sinn kann nicht allein durch Arbeit erfüllt werden. Arbeit ist gesund und wichtig, trotzdem können viele Werte gerade jetzt vermehrt „untätig“ verwirklicht werden - auf kontemplative oder auch meditative Weise. Nach allen Turbulenzen in dieser ver-rückten Zeit üben sich viele zuhause auch im tapferen Ertragen, Durchhalten oder in wohlwollenden Gesprächen mit Angehörigen, Bekannten, Freunden… Das kleine Glück schlummert überall - in einer erfahrenen Rücksichtnahme oder Hilfsbereitschaft, einem herzhaften Lachen, in duftendem Essen, bei einem Gedicht, Buch oder Musikgenuss, der die Stimmung aufhellt. Auch in der Natur, z.B. durch einen kitzelnden Sonnenstrahl, Vogelgezwitscher... können wir auftanken. Durch unser Bemühen, durch unser Erkennen und Erschauen des anderen können wir einen unglaublichen Sinnanruf erleben. Wir schärfen den Blick und bringen Zwischenmenschliches zum Schwingen. (Elisabeth, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRAKL ZENTRUM WIEN und Künstlerin)
 


#wert-voll (Nr. 33): Friedensfähigkeit
Wien, 20. Mai 2020:
„Das Ich von heute, das frei ist das Ich von morgen zu wählen, ist zugleich das Ich, das verantwortlich ist für das Ich, das es gestern gewählt hat.“ (Elisabeth Lukas)

Einer ist immer schuld. Einer muss immer Schuld haben. Ein Land. Eine Nation. Eine Bevölkerungsgruppe. Ist das tatsächlich so? Maßen wir uns selbst nicht zu viel an? Ist es nicht vielmehr so, dass das Schicksal uns alle unverdient trifft? Wenn Covid-19 Menschen weltweit krank macht, ist es dann sinnvoll, nach einem Schuldigen zu suchen? Oder liegt der Sinn des Augenblicks nicht vielmehr darin, nach einer Lösung für die Menschheit zu suchen? Wie kann den Betroffenen zeitnah geholfen werden?

Wir können in unserem Umfeld dazu beitragen, Not-wendend zu agieren, die eigene Friedensfähigkeit zu stärken und den aufkeimenden Negativströmungen wie Aggression, Missgunst und Feindbildern entschieden entgegenzutreten. Wir haben alle das Potential, hoffnungsvermehrende Wege zu beschreiten – tun wir es. Gerade jetzt! (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 32): Sinnaufruf
Wien, 19. Mai 2020:
Wenn Lebensraum und Ausgang begrenzt sind und wir das gewohnte Alltagsleben ändern müssen, ist die Verlockung groß, sich dauerhaft medial und digital zu betäuben. Auch wenn Unterhaltung einen wichtigen Wert in unserem Leben hat, lohnt es sich, einen Blick auf den eigenen Wertehorizont zu werfen. Schlummern möglicherweise einige dieser Werte und warten auf ihre Wiedererweckung?

Eine Gitarre braucht jemanden, der sie spielt, ein Sachbuch braucht LeserInnen, die daraus lernen und eine vernachlässigte Freundschaft braucht Mut, um zum Hörer zu greifen. Dank unserer Geistigkeit sind wir in der Lage, die täglichen Sinnaufrufe wahrzunehmen und ihnen nachzugehen. Besinnen wir uns jetzt auf diese Werte, können diese zu Kraftquellen werden, die oft nicht nur uns, sondern auch unser Umfeld bereichern. (Sebastian, Sinn-zentrierter Berater nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und DSA)


#wert-voll (Nr. 31): Freiheit
„Die Freiheit `hat´ man nicht - wie irgend etwas, das man verlieren kann - sondern die Freiheit `bin ich´.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 18. Mai 2020:
Unsere geistige Freiheit ist und bleibt unangetastet. Unsere liebenden und stärkenden Gedanken sind frei, zu wechseln von Mensch zu Mensch. Wir haben durch unser geistiges Beisein stets die Fähigkeit, einander Kraft zu geben und rettender Anker zu sein. (Kathrin, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 30):
Tragischer Optimismus
Die letzte der menschlichen Freiheiten besteht in der Wahl der Einstellung zu den Dingen (nach Viktor E. Frankl)

Wien, 15. Mai 2020:
Gerade in diesen seltsamen Tagen öffnet Viktor E. Frankl seine Schatzkiste der Menschheitsweisheit für uns. Sein Konzept des „Tragischen Optimismus“, dass auch in den leidvollen Situationen unseres Lebens ein tieferer, höherer Sinn verborgen ist (selbst wenn unser begrenztes menschliches Fassungsvermögen ihn nicht zu erkennen vermag!) und dass der Mensch immer die Möglichkeit, ja den Auftrag hat, das verborgene Optimum auch aus diesen Situationen heraus zu ringen, bietet uns wunderbare Anleitung, um gut durch schwierige Zeiten zu kommen:
der Realität ins Gesicht sehen, Leiden und Verlust annehmen, sich beugen (und dies als Leistung würdigen!), Freiräume nützen, Heilgebliebenes und Geschenke des Lebens in den Blick nehmen, Dankbarkeit – und den Glauben hoch halten an den tieferen, verhüllten Sinn… (Petra K., Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 29): Chancen
„Wie oft sind es erst die Ruinen, die den Blick freigeben auf den Himmel“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 14. Mai 2020:
So ein Zusammenbruch beinhaltet eine große Chance für uns! Es reißt uns heraus aus der Komfortzone, weckt uns aus der Trägheit und aktiviert unsere Kreativität! Veränderung kann entstehen aus einer Notlage heraus, denn der Mensch ist auf Entwicklung ausgerichtet. Nutzen wir doch diesen Stillstand! Fragen wir uns doch, wie wir unser Leben weiter gestalten wollen! Was können wir aus dieser Situation lernen? Alles hat auch eine zweite Seite! Wollen wir nicht doch endlich den Menschen in den Mittelpunkt stellen? Haben wir den Mut, die Seifenblase der rücksichtslosen Profitgier platzen zu lassen, einen Zusammenbruch zu wagen, ein Scheitern zuzulassen, das einer neuen Welt der Menschlichkeit eine große Tür öffnet hin zur allumfassenden Liebe. Und so kann jeder Einzelne sich fragen: Will ich so weiter leben wie bisher? Der Virus gibt uns jetzt die Chance, unsere Einzigartigkeit in uns zu entdecken. Nützen wir sie! (Angelika, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN, Beraterin und Trainerin)


#wert-voll (Nr. 28): Haben und Sein
Alles Haben ist verlierbar, alles Sein ist unverlierbar
(nach Elisabeth Lukas)

Wien, 13. Mai 2020:
Herausforderungen des Lebens können als Gefahr für unsere Existenz wahrgenommen werden. Es stellt sich die Frage, ob im Falle des Verlusts aller Habseligkeiten, die Existenz als solche tatsächlich bedroht ist. Sind wir nicht mehr als unser Besitz? Sind wir nicht mehr, als das, was wir haben? Definieren wir unser Sein tatsächlich nur über unsere erworbenen Güter? Wir sind einmalig, einzigartig und unersetzbar. Und das bleiben wir auch für alle Zeit. (Kathrin, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 27): Hoffnung und Zuversicht
„Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat - egal, wie es ausgeht.“
(Vaclav Havel)
„Die Welt ist nicht heil, aber heil-bar“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 12. Mai 2020:
Heute, einige Zeit nach den ersten Corona-Einschränkungen sind Hoffnung und Zuversicht die zwei wichtigsten Begriffe, die ich allen, die jetzt beginnen „einzuknicken“, mitgeben möchte. Nicht jeder von uns hat eine beeindruckende Vita wie Viktor E. Frankl oder ist eine charismatische Persönlichkeit wie Václav Havel, aber jeder von uns kann sich diese Persönlichkeiten als Vorbild nehmen und dadurch selbst zum Vorbild werden: Hoffnung und Zuversicht ausstrahlen aus der inneren Überzeugung, dass es Sinn hat. Es ist nicht nur heil-sam und wohltuend für einen selbst, sondern auch für sein Umfeld sowie die Wirtschaft, die die Stimmungen der Bevölkerung wie ein Seismograph registriert. Die Orientierung an starken und authentischen Vorbildern macht jeden Einzelnen von uns zu dem Schmetterling, dessen Flügelschlag ungeahnte positive Kräfte in der Welt in Gang setzen kann. (Klára, Ökonomin und Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 26): Schicksal
„Wer sein Schicksal für besiegelt hält, ist außerstande es zu besiegen(Viktor E. Frankl)

Wien, 11. Mai 2020:
In diesen Tagen komme ich immer wieder in tiefe Täler. Dort, wo in der Psyche Enge, Schwere und Trauer überhandnehmen wollen und der Körper mit Verspannungen, Schweißausbrüchen und Angstzuständen reagiert. Da gefällt mir die Liedzeile der "Strottern", die in einem Wiener Lied vom "Mut zum glücklich sein" singen. Sie spricht von diesem TROTZDEM JA ZUM LEBEN SAGEN. Mut als ENTSCHEIDUNG, Mut als eine EINSTELLUNG, denn der Blickwinkel auf eine Sache lässt sich drehen und wenden. Trotz allem aufrecht bleiben und das Seinige tun. Mit HUMOR auf Distanz gehen, wenn es zu viel wird. Immer wieder dieses TROTZDEM suchen. Das geht! In diese HALTUNG zu kommen, ist tägliche Übung. Es bleibt ein Ringen. Wir sind gefragt. In diesen Tagen ganz besonders. Johanna (Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Assistentin)


#wert-voll (Nr. 25): Mensch-Sein
„Das Leben selbst ist es, das dem Menschen Fragen stellt. Er hat nicht zu fragen, er ist vielmehr der vom Leben her Befragte, der dem Leben zu antworten, das Leben zu ver- antworten hat.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 9. Mai 2020:
Immer schneller, immer weiter, immer höher, immer mehr, mehr, mehr, es scheint keine Grenze nach oben zu geben – so haben wir gelebt, schon lange über dem Limit, über unseren Belastungsgrenzen. Jetzt sind wir durch einen kleinen unsichtbaren Virus hineingezwungen ins Innehalten. Nehmen wir diese Auszeit doch als Geschenk! Gehen wir hinaus in die Natur, besinnen wir uns im „nach Innen spüren“ auf die Kraft in uns selbst, auf unser Verbundensein mit dem „großen Ganzen“! Ausatmen und abwägen, was wirklich zählt und trägt im Leben: Solidarität, Zusammenhalt, Nachbarschaftshilfe, Mitgefühl: sind nicht dies die Werte, die unser Mensch-SEIN ausmachen oder wollen wir weiter dem HABEN als vermeintlich tragendem Wert hinterherlaufen? (Angelika, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Coach)
 

Sigrid Obermair#wert-voll (Nr. 24):
Das Rettende

„Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch." (Friedrich Hölderlin)

Wien, 7. Mai 2020:

Das Bild einer Küstenlandschaft an der italienischen Riviera, am Horizont die Bergrücken dreier Inseln, die sich n u r  nach stürmischen Tagen in der Klarheit des Morgens zeigen, erinnert mich an eine Erkenntnis von Viktor E. Frankl: Leidsituationen machen die Welt durchsichtiger und uns hellsichtiger. Oft braucht es auch für uns „stürmische Tage", Zeiten der Krise, die in uns etwas klären, uns selbst klarer erkennen lassen, das für uns Wichtige klar zu sehen. Dieses Wissen hilft mir darin, mich nicht abzulenken, sondern – wie stark die Stürme auch toben mögen – ihnen standzuhalten. Das Geschenk wird der klare Blick auf meine „Inseln" sein und auf das, was mich trägt und hält. (Sigrid, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN, Coach, Trainerin, Kunst- und Kulturmanagerin)


#wert-voll (Nr. 23): Humor macht Sinn

Wien, 6. Mai 2020:
Wir können uns nicht vor etwas fürchten und gleichzeitig darüber lachen, weil Humor die Angst vertreibt. Diese Erkenntnis hat Viktor E. Frankl in seiner Logotherapie eingesetzt, aber auch als Überlebens-Strategie im Konzentrationslager. Frankl und seine Mithäftlinge haben sich täglich Witze ausgedacht. Nicht nur auf das Lagerleben bezogen, sondern vor allem auf die Zeit nach der Befreiung. In welche grotesken Situationen werden sie später einmal geraten aufgrund der im Lager eingeübten Rituale? So haben sie ihren Blick auf eine positive Zukunft ausgerichtet.
Das könnten wir uns zum Vorbild nehmen. Abseits der Quarantäne-Witze könnten wir uns auch Post-Corona-Witze ausdenken und miteinander teilen. Worüber werden wir in einem halben Jahr gemeinsam lachen?" (Harald, sinnzentrierter Berater nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 22): Wertfülle
„Den Glauben, dass uns kein Glück oder Unglück geschieht, dem wir nicht einen Sinn ins Wertvolle geben können, den habe ich heute wie immer und gebe ihn weder für mich noch für andere auf.“ (Hermann Hesse)

Wien, 5. Mai 2020:
Wenn schicksalhafte Ereignisse eintreten, kann man sich darauf nicht wirklich vorbereiten. Plötzlich sind wir konfrontiert mit Tatsachen, die unseren Alltag, unsere Gewohnheiten, unsere Beziehungen stark beeinflussen. Ich vermisse den zärtlichen Kontakt mit meinen drei Enkelkindern. Ein Fest ohne Familie wäre vor einigen Wochen unvorstellbar gewesen. Dennoch wird mir das Wertvolle in meinem Leben bewusst:

  • Hoffnung, die mich trägt
  • Liebe, die nun so viele verschiedene Ausdrucksformen annimmt
  • Freude über die Hilfsbereitschaft, über das Zusammenrücken, über die netten Worte, über das Erleben echter Gemeinschaft
  • Dankbarkeit, denn nichts ist selbstverständlich, schon gar nicht, dass so viele Menschen ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, um für uns da zu sein
  • Zeit für wirklich Wesentliches: Innehalten, Achtsamkeit und noch mehr Hinwendung zum Du.

Diese Wertfülle schützt mich. „Ein Mensch, der sich geborgen weiß, braucht herrlich vieles nicht.“ (Elisabeth Lukas) (Michaela, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN, Erwachsenenbildnerin, Pädagogin)


#wert-voll (Nr. 21): Über die Geduld

Wien, 4. Mai 2020:
Langsam werden wir ungeduldig. Diverse Fragen beherrschen permanent die Medien: Wie lange wird uns dieses Virus beschäftigen? Was sind die längerfristigen Folgen? Wie wird unser Sommer ablaufen? Dürfen wir auf Urlaub fahren? Werden wir geplante Feste jeglicher Art feiern können? Weltweit fehlen uns konkrete Antworten und das verunsichert. Nützen wir doch diese Unsicherheit als Chance. Machen wir uns innerlich frei von diesen Fragen und Abhängigkeiten. Üben wir uns in Geduld, um offen und weit zu bleiben für das Leben, wie es kommt. (Petra, Sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Qualitätsmanagerin im Gesundheitswesen)

So wie Rainer Maria Rilke schreibt:

Man muss Geduld haben
Mit dem Ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages in die Antworten hinein.

(Rainer Maria Rilke, Viareggio bei Pisa, Italien, am 23. April 1903)


#wert-voll (Nr. 20): Freude
Der Freude geht immer ein Verzicht voraus (nach Elisabeth Lukas)

Wien, 3. Mai 2020:
Dieser Satz begleitet mich durch diese besondere Zeit und lässt mich Verschiedenes besonders freudvoll erleben, das mir vorher vermutlich schon viel zu selbstverständlich erschien: dass ich nicht in einem Krieg leben muss, dass ich ein Dach über dem Kopf habe, dass ich nicht hungern muss, dass ich auf Grund meiner Ersparnisse die jetzigen finanziellen Einbußen gut ertragen kann - und vieles mehr. Besonders dankbar bin ich für die Totalbremsung, die in mein Leben getreten ist. Sie zeigt mir, wie Vieles, was ich noch vor kurzem für völlig unmöglich gehalten hätte, doch möglich ist - wie sehr ich trotz allem Gestalterin meines Lebens sein könnte - UND KANN! (Imma, Ärztin und sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 19): Veränderung
„Der Mensch ist das Wesen, das immer entscheidet. Und was entscheidet es? Was es im nächsten Augenblick sein wird“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 1. Mai 2020:
Das Leben verändert sich stetig. Im Moment jedoch für viele von uns in einem ungewohnten Ausmaß. Dies kann das Gefühl auslösen, als „bliebe kein Stein am anderen“. Veränderung fordert uns heraus, unsere gewohnten Wege zu verlassen und neue zu beschreiten. Dies bedeutet aber auch eine Chance, die es zu ergreifen gilt. Wir haben die Möglichkeit, den Sinn des Augenblicks zu erfassen und das Sinnvollste für uns und unser Umfeld zu verwirklichen. (Kathrin, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 18): Hoffnung
„Das Ich wird Ich erst am Du.“ (Viktor E. Frankl nach Martin Buber)

Wien, 30. April 2020:
Heute habe ich eine entfernte Tante nach 20 Jahren ‚Stille' angerufen – UND ES WAR GUT. Natürlich war die anfängliche Distanz (in Raum und Zeit) zu spüren, auch eine gewisse Skepsis ihrerseits lag in der Stimme – bis sie mich angstvoll fragte, ob etwas passiert sei ... Kurzes Innehalten meinerseits war die Folge – was war tatsächlich passiert? Nichts! Ich habe es einfach getan – habe die Telefonnummer ausgeforscht und dann sofort angerufen.Es war ein sehr nettes Gespräch, nicht sehr lange, aber sehr wohltuend.

Was ist es, das mich diesen kleinen Schritt so viele Jahre nicht setzen hat lassen – und genau jetzt ermöglicht? Und: Könnte dann nicht noch viel mehr von dem, was jahrelang nicht möglich war, wahr werden? Ich bin voller Hoffnung! (Jutta, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Office-Mitarbeiterin)


#wert-voll (Nr. 17): Segel setzen
„Das Schiff fährt so, wie man die Segel setzt und nicht so, wie der Wind bläst“ (Logopädagogik in der Krisenprävention, Modul 2, S.46)

Wien, 29. April 2020:
Nicht immer weht eine sanfte Brise, schaukelt das Schiff gleichmäßig auf den Wellen und nicht immer glitzert die Sonne auf der Wasseroberfläche. Zuweilen weht ein kräftiger Gegenwind, das Schiff gerät auch mal in Schieflage und das Wasser peitscht einem unfreundlich ins Gesicht. Gleich, ob Euer Leben im Moment dem einen oder dem anderen Szenario gleicht – bleibt geistesgegenwärtig an Bord, behaltet das Steuerrad fest in Eurer Hand und gebt unerschütterlich Euren eigenen Kurs vor. Denn irgendwann ist immer Land in Sicht. (Kathrin, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 16): Wozu fordert mich diese Situation heraus?
„Es gibt in der Welt einen einzigen Weg, auf welchem niemand gehen kann außer dir: wohin er führt? Frage nicht, gehe ihn!" (Friedrich Nietzsche)

Wien, 28. April 2020:
Mit diesem Zitat von Nietzsche eröffnete ich meine Abschlussrede am VIKTOR FRANKL ZENTRUMW IEN im Jänner 2020. Es erinnert mich speziell in der aktuellen Zeit daran, dass jeder für sich seinen einmaligen, einzigartigen Weg zu gehen hat, auch wenn einem das Leben zum Teil nicht verstehbare Hindernisse in den Weg legt. Verstärkt heißt es nun, SICH DEM GEHEIMNIS BEUGEN. Im Glauben bleiben an einen höheren, oft nicht greifbaren Sinn und sich die Frage stellen: „Wozu fordert mich diese Situation heraus?" (Melanie, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN & ganzheitliche Gesundheitsberaterin)


#wert-voll (Nr. 15): Heroismus
"Heroismus kann ich nur von mir selbst verlangen – von mir dafür immer." (nach Viktor Frankl)

Wien, 26. April 2020:
Die Covid-19 Situation erfordert weltweit viel Durchhaltevermögen. Sowohl im Beruf als auch im Privaten wird uns teilweise ein Maximum abverlangt. Jeder leistet seinen unersetzlichen Beitrag in seiner einzigartigen Art und Weise. Jeder einzelne von uns hat das Potential ein Held zu sein. Er muss sich nur dafür entscheiden. (Kathrin, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 14): Veränderung
„Der Mensch ist das Wesen, das immer entscheidet. Und was entscheidet es? Was es im nächsten Augenblick sein wird“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 25. April 2020:
Das Leben verändert sich stetig. Im Moment jedoch für viele von uns in einem ungewohnten Ausmaß. Dies kann das Gefühl auslösen, als „bliebe kein Stein am anderen“. Veränderung fordert uns heraus, unsere gewohnten Wege zu verlassen und neue zu beschreiten. Dies bedeutet aber auch eine Chance, die es zu ergreifen gilt. Wir haben die Möglichkeit, den Sinn des Augenblicks zu erfassen und das Sinnvollste für uns und unser Umfeld zu verwirklichen. (Kathrin, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 13): Humor
„… wie aller Humor es dem Menschen leicht macht, sich `über eine Situation´ zu stellen“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 24. April 2020:
Wussten Sie, dass Frankl leidenschaftlicher Witze-Erzähler war? Er hat die wunderbare Wirkung des Lachens, laut Prustens, verstohlenen Kicherns und geheimen Schmunzelns genau gekannt! Selbst im Konzentrationslager war der Humor ein wichtiges Überlebensprinzip! Probieren Sie es aus! Jeden Tag in der Früh einen neuen Witz zu erzählen und gemeinsam zu lachen.
Ich starte für heute: „Wissenschaftler haben herausgefunden … und sind dann wieder hineingegangen!“
Und für die Kinder: Die kleine Gelsentochter kommt vom ersten Flug zurück. Die Mutter fragt: “Und? Wie wars?“ „Toll, Mama! Überall haben sie geklatscht!“ (Annemarie, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 12): Persönlich Antwort geben
„Wir sind nicht frei von etwas, sondern nur frei zu etwas, nämlich zu einer Stellungnahme.“ (nach Viktor E. Frankl)

Wien, 23. April 2020:
Wir können dem Leben keine Forderungen stellen und vorfindbare Bedingungen sind nicht immer veränderbar. Wir sind jedoch frei, unsere Antworten auf diese Bedingungen und die Fragen des Lebens zu geben! Dieses Überdenken der „persönlichen Antworten“ gebe ich KlientInnen immer wieder mit. Krisenzeiten sind eine Chance, Not-(ab)wendende Veränderungen in Handlung und/oder in Haltung vorzunehmen und in den Blick zu bekommen, was ein SINN-erfülltes Leben bedeutet! Trost für schwere Zeiten geben die Zeilen aus dem "Dekalog der Gelassenheit" von Papst Johannes Paul XXIII: "Ich glaube – selbst, wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten -, dass die gütige Vorsehung sich um mich kümmert, als gebe es sonst niemanden auf der Welt." (Sigrid, sinnzentrierte Beraterin, Coach, Trainerin, Kunst- und Kulturmanagerin)


#wert-voll (Nr. 11): Pro-agieren
"Es reicht nicht, dass unsere Ohren zufrieden sind, dass unsere Augen zufrieden sind – unsere Herzen müssen berührt werden und unsere Hände und Füße müssen sich bewegen.“
(Mahatma Ghandi)

Wien, 22. April 2020:
Das Leben fordert uns auf, in Aktion zu kommen - keine bloße Re-aktion, sondern vielmehr ein Pro-agieren. Wir sind durch die aktuelle Situation zurückgeworfen auf das Wesentliche, auf das, was wirklich zählt im Leben und uns kostbares Geschenk ist. Dafür lohnt sich jeder persönliche Einsatz. (Kathrin, Sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 10): Dankbarkeit
„Es gibt kein Menschenleben, in dem es keinen Anlass zur Freude gibt. Die Kunst liegt darin, diese Anlässe wachen Sinnes wahrzunehmen, der Alltag ist voll davon.“ (Elisabeth Lukas)

Wien, 20. April 2020:
Ich lehne mich zurück und schließe die Augen. Ich habe Bilder im Kopf: Tosende Brandung. Töne im Ohr: Das Rauschen des Meeres. Gefühl auf meiner Haut: Das salzige Meerwasser. Genau jetzt hole ich mir gedanklich diese Bilder herbei und fühle Dankbarkeit für erlebte Momente voll Freude und Glück. Tiefe Zufriedenheit erfüllt mich. Alles im Leben ist Geschenk. Wir haben alle solche besonderen Orte, die wir auch nur gedanklich bereisen können. Halten wir uns diese Kraftquellen präsent und schöpfen wir gerade jetzt Lebensenergie daraus! (Kathrin, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 9): Klage und Wert

Wien, 15. April 2020:
„Hinter jeder Klage steckt ein Wert“ – dieser Gedanke von Elisabeth Lukas begleitet mich seit der Corona Krise. Die Klagen sind unterschiedlich: von „zu wenig Arbeit“ bis „zu viel“, von „zu wenig Stille“ bis „zu viel“. Es dauert eine Weile, bis ich den gemeinsamen Wert hinter den Klagen entdecke: die FREIHEIT! Dabei ist doch gerade die geistige Freiheit in unserem Mensch-Sein tief verwurzelt. So entscheide ich mich aus freien Stücken aus dem Wert-vollen zu schöpfen: ich wähle an Stelle des Verlustes der vielfältigen Möglichkeiten, den Gewinn der einzigartigen Gegebenheit. Frei sein heißt, Verantwortung für den Sinn des Augenblicks übernehmen. (Daniela Philipp, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN, zur Website Sinnpuls)


#wert-voll (Nr. 8): Eine Menschheit

Wien, 14. April 2020:
Zwei Menschheiten, drei Menschheiten, vier ... STOPP!
Nein, es gibt nur eine Menschheit - und dieses Wort gibt es auch nur in der Einzahl: Frankl nennt dieses Phänomen den Monanthropismus. Das Coronavirus hat es uns so deutlich vor Augen geführt: Eine Menschheit, eine Welt, eine Gefahr, eine Lösung! Jedes menschliche Wesen ist Teil dieser Menschheit, gleich an Würde durch sein einzigartiges Gewordensein, durch sein einmaliges Dasein, durch seine personalen Entscheidungen und Haltungen. So wirkt jeder Mensch in die Welt und trägt damit Verantwortung für sich und die Menschheit. Du bist ein wesentlicher Teil des Ganzen - übernimm Verantwortung in deinem Bereich zum Wohle der Menschheit! (Heidemarie, Pädagogin und Vorständin des VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 7): Frieden
„Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünscht für diese Welt.“ (Mahatma Gandhi)

Wien, 11. April 2020:
Der Blutdruck steigt, die Nerven liegen blank und man ist kurz vor dem Explodieren. In diesen Tagen wird die Leidens - und Friedensfähigkeit aller strapaziert. Das ist zutiefst menschlich.
Sind wir diesen Emotionen hilflos ausgeliefert? Müssen wir der Aggression freien Lauf lassen und damit Leidketten in Gang setzen? Ist es wirklich ein „ich kann nicht anders?“. Das entspricht nicht dem Menschen. Wir sind keine Black Box, durch die alles ungefiltert durchläuft. Finden wir Wege, friedensstiftend in unserem Umfeld zu wirken. Gerade jetzt. Fange gleich heute damit an – schenke ein Lächeln! (Kathrin, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 6): Das Leben stellt die Fragen
„Es gibt nichts auf der Welt, das einen Menschen so sehr befähigt, äußere Schwierigkeiten oder innere Beschwerden zu überwinden, als das Bewusstsein, eine Aufgabe im Leben zu haben.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 9. April 2020:
Das Leben stellt uns gerade vor eine neue Aufgabe. Die Frage angesichts dieser Lebensherausforderung lautet: Was soll jetzt von mir gelebt werden? Was ist jetzt das Wesentliche, das Gesollte? So haben wir Lehrerinnen und Lehrer für unsere Schülerinnen und Schüler ein Video zusammengestellt mit der ermutigenden Botschaft, dass wir für sie da sind, sie unterstützen, wir stolz auf sie sind und wir es gemeinsam schaffen werden. Wir motivieren sie darin, kreativ zu sein, uns ein Video oder ein Foto zu senden, das sie bei einer lustigen, sportlichen, musikalischen oder einer anderen Tätigkeit, z.B. in der Natur, zeigt. Wir können Sinnvolles verwirklichen, indem wir uns den Herausforderungen stellen und der Aufgabe widmen, die jetzt gerade „dran“ ist, dem Sinn des Augenblicks. (Bärbel, Lehrerin und sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 5): Was gibt Halt, um Haltung zu wahren?
„Die Freiheit `hat´ man nicht-wie irgend etwas, das man auch verlieren kann-, sondern die Freiheit `bin ich´.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 8. April 2020:
Der Sinn des Augenblicks ist stets ein individueller, die Kraftquelle ist ebenso stets individuell. Wenn es eng wird im Miteinander, höre ich gerne Musik. Diese variiert von flockigem Reggae über wilde Rock Songs, von groovigem Jazz bis hin zu Beethoven. Ich wähle bewusst und höre mehr als früher auf Text und Zwischentöne. In der Musik liegt für mich ein unglaublicher Trost, weil sie die Menschheit zu vereinen vermag. Momentan steht uns kulturell im Netz die Welt „offen“.
Ein paar Minuten Kraft tanken am Tag, um den Anforderungen dieser Zeit mit Haltung zu begegnen, das wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen. (Roswitha, Logotherapeutin i.A.u.S. und Dipl. Hebamme)


#wert-voll (Nr. 4):
"Es gibt kaum etwas im menschlichen Dasein, das dem Menschen so sehr und in einem solchen Ausmaß ermöglichte, Distanz zu gewinnen, wie der Humor.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 7. April 2020:
Für uns alle hat sich das Leben von einem Tag auf den anderen verändert. Für viele so sehr, dass es sie an den Rand ihrer körperlichen und psychischen Kapazitäten bringt. Das kann manchmal mut- und kraftlos machen. Verlieren wir trotzdem nicht den Glauben, die Hoffnung und – nein, nicht die Liebe :-) – sondern den Humor! Schenken wir einander jeden Tag Geschichten zum Lachen. (Kathrin, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN & Juristin)


#wert-voll (Nr. 3): Scheinbar verkleinerter Freiraum?
„Menschliches Verhalten wird nicht von den Bedingungen diktiert, die der Mensch antrifft, sondern von den Entscheidungen, die er selber trifft.“
(Viktor E. Frankl)

Wien, 6. April 2020:
Unsere Art der Lebensgestaltung hat sich verändert. Eine Neuorientierung der Tagesstruktur und der Freizeitkultur fordert jeden von uns, neue kreative Wege zu beschreiten. Steht uns nicht doch eine Fülle von Möglichkeiten offen, die jetzt verwirklicht werden können? Was zeichnet mich aus? Welchen persönlichen „Finger“- Abdruck will ich in der Welt hinterlassen?
Für mich bedeutet Corona, dass ich vor einem Monat nach einem 2-jährigen USA- Aufenthalt zurückgekommen bin und meinen beruflichen Wiedereinstieg freiwillig hinten anstelle. Ich sitze mit meinem 4-jährigen Sohn am Boden, baue Lego Häuser (die Flugzeuge haben keine Flugerlaubnis J), bastle, singe, spiele Verstecken, um meinem Mann den Rücken für seinen zur Zeit äußerst stressigen Beruf frei zu halten. (Elisabeth, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Logotherapeutin i.A. unter Supervision)


#wert-voll (Nr. 2):
"Die Spielregeln des Lebens verlangen von uns nicht, dass wir um jeden Preis siegen, wohl aber, dass wir den Kampf niemals aufgeben.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 3. April 2020:
Jeden Morgen, wenn ich zur Zeit erwache, schießen mir gefühlt tausend Gedanken durch den Kopf, die geordnet werden wollen. Es ist eine Mischung aus liebender Sorge um die Eltern, die Kinder, die Freunde, aber auch um die Menschen, die am Ende ihrer Kräfte sind sowie diejenigen, die um ihre Existenz fürchten und nicht wissen, wie sie diese Herausforderung bewältigen sollen.
Wir sind durch die Krise noch mehr gefordert und vom Leben befragt als sonst. Das kann Angst machen und die Ungewissheit, wie lange dieser Zustand noch andauert, füttert die Angst, ob wir dieser Krise gewachsen sind.
Doch wie das Zitat oben schon besagt – mutlos zu verzagen, ist keine Option, das Leben fordert uns alle auf, weiterzuspielen und niemals aufzugeben. Und genau dazu will ich Euch heute ermutigen. Wir alle haben die Fähigkeit, inneren Befindlichkeiten und äußeren Hindernissen zu trotzen. Lassen wir uns von der Krise nicht schachmatt setzen, uns nicht die Spielfiguren vom Lebensbrett fegen, sondern antworten wir mit unserem persönlichen Schachzug, mit unserer eigenen Strategie und spielen wir voll Vertrauen weiter! (Kathrin, sinnzentrierte Beraterin und Juristin)
#Im Vertrauen bleiben #Durchhalten


#wert-voll (Nr. 1):
"Geliebt werden ist Gabe, Lieben ist Aufgabe" (Heidemarie Zürner)

Wien, 2. April 2020:
Großeltern sind heute gefragt wie noch nie – und zwar nicht mit ihrer körperlichen Präsenz, sondern mit ihrem freiwilligen Verzicht darauf! Nämlich den Verzicht auf Kontakt zu den EnkelInnen aus Liebe und Verantwortungsgefühl zu ihnen und deren Eltern! Unsere Enkelkinder sind uns ans Herz gelegt, und wir wollen sie bestmöglich begleiten, behüten und umsorgen. Eine wunderbare Aufgabe, die mitunter genau das von uns einfordert, was am meisten weh tut!

Verzicht aus Liebe ist aber unser stärkstes Motivationsphänomen, deshalb schaffen wir es auch und leben es vor! Heuer gibt es vielleicht Briefe, Skypetreffen und Selbstgemachtes von Opa und Oma, mit dem ermutigenden Gefühl dabei, dass die Familienbande durch das Virus eher gestärkt werden! Und unsere Enkelkinder durften so coole Großeltern als LebenskünstlerInnen erleben – um später vielleicht einmal selbst herausgefordert – sich am Vorbild anhalten zu können. (Johanna, DGKS & Logotherapeutin)


#wert-voll:
"Die Aufgabe wechselt nicht nur von Mensch zu Mensch - entsprechend der Einzigartigkeit jeder Person, sondern auch von Stunde zu Stunde, gemäß der Einmaligkeit jeder Situation."
(Viktor E. Frankl)

Wien, 1. April 2020:
In unserer neuen Reihe #wert-voll bieten LogopädagogenInnen und LogotherapeutenInnen wertvolle Impulse und geistige Haltegriffe im Umgang mit der herausfordernden Situation, vor die wir alle schicksalhaft vom Leben gestellt wurden. Hier werden wir Sie in der nächsten Zeit mit mutmachenden und hoffnungsvermehrenden Inhalten aus der Sinn-Lehre Viktor E. Frankls begleiten.
#wert-voll bietet Raum für alle Gedanken, die uns jetzt helfen, den Fokus auf das noch verbleibende Heile zu lenken.
Ihr VIIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN Team
 


Heilsame Texte aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls

An dieser Stelle möchten wir Ihnen im Sinne einer Psychohygiene, heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Frankls, der Logotherapie, weitergeben. Weitere Texte finden Sie unter "Gelebte Logotherapie" bzw. hier

Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 18): Nichts zu sehr
„Ein Mensch, der einen Sinn anstrebt, wird einerseits glücklich und andrerseits leidensfähig!“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 7. Mai 2020:
"Nichts zu sehr" ist eine Menschheitsweisheit aus Delphi - nachstehend heilsam in die Sinn-Lehre Frankls eingeflossen:
Kennst du das auch?
„Das will ich unbedingt verhindern!“ = NICHTS ZU SEHR vermeiden wollen
Ich kann auch am Unangenehmen vorbeiagieren!

„Dagegen werde ich kämpfen, solange ich lebe!“ = NICHT ZU SEHR ankämpfen gegen Etwas
Lernen Dinge hinzunehmen, sich dazu einzustellen, zu verzeihen

„Ich will das und zwar gleich“! = NICHTS ZU SEHR erzwingen wollen
Es gibt viele Gründe zur Zufriedenheit! Es gibt auch Freude durch Verzicht!

„Ich mach mir Sorgen um mich!“ = NICHT ZUVIEL über mich nachdenken
Statt zuviel Blick in den Spiegel: den Blick in die Welt kultivieren, da wartet Etwas oder Jemand auf mich!“


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 17):
Die drei tragenden Säulen gelingenden Menschseins

Wien, 27. April 2020:
In der Logotherapie wird gelehrt: Wenn der Mensch die drei tragenden Säulen gelingenden Menschseins in Ausgewogenheit lebt, dann lebt er in gesunder Balance:
1. Leistungsfähigkeit: ein personaler, individueller Beitrag für die Welt wird geleistet
2. Liebesfähigkeit: Bereicherung der Person durch die Wahrnehmung der Welt, Offenheit dafür ist Voraussetzung
3. Leidensfähigkeit: personale Stellungnahme zu unabänderlichem Schicksal

Individuelle, gesundheitliche, psychische, soziale und weltweite Probleme in allen Lebensbereichen ließen uns zunehmend ein „Aus-der-Balance-Sein“ der Menschheit erkennen und führten zu globalem Unbehagen.

Mit Corona startete ein weltweites „Trainingsprogramm der Menschlichkeit“:
1. Leistungsfähigkeit: viele Menschen entwickelten neue Kompetenzen in digitalen Bereichen, es wurden neue Ansätze in lösungsorientiertem Denken gefunden, es erfolgte ein weltweiter Zusammenschluss aller medizinischen Kräfte zur Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen, …
2. Liebesfähigkeit: selbstverständlich konsumierte räumliche Nähe wird in liebende Sehnsucht nach bewusstem, geistigem Beisein bei lieben Menschen getauscht: neue Möglichkeiten wurden gefunden über Gedichte, Musik, Naturerlebnisse, Videobotschaften, Einkaufsdienste, Patiententransfer von Frankreich nach Österreich, … stärkt diese Säule.
3. Leidensfähigkeit: schmerzhafter, doch sinnvoller Verzicht auf gewohnte Begegnungen, um Mitmenschen vor Ansteckung zu schützen; Hilfe annehmen, obwohl du gerne selbständig leben willst; nicht der Erste, Beste, sein; die Krise annehmen und gestalten …

Wir entscheiden: Traurig, unleidlich, depressiv zu sein über „Nicht-mehr-Mögliches“ oder aktiv, leistungsfähig, liebenswert und leidensfähig, „Noch-nicht-seiende-Möglichkeiten“ in unser aller Wirklichkeit zu holen und damit neue Perspektiven zu schaffen. Du bist gefragt!


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 16): Schenke dein Vorbild der Welt!

Wien, 21. April 2020:
Der Mensch gestaltet sein eigenes Denkmal. Er darf seine Existenzweise, seine Sichtweise selbst entscheiden. Das Leben ist ein großes Angebot an uns und wir sollen es in Freiheit mitgestalten. Stelle ich Ansprüche an das Leben? Will ich meine „Rechte“ einfordern? Sehe ich nur mich, meine Bedürfnisse und alles mir Geschenkte als eine bloße Selbstverständlichkeit? Oder versuche ich meine bestmöglichen Antworten zu geben, indem ich dankbar bin für all die nicht selbstverständlichen Gesten, Freundlichkeiten, Hilfestellungen? Bin ich ein „Mängelrüger“ oder ein „Wertschätzer“? Wir werden dem ähnlich, was wir lange betrachten: Womit umgebe ich mich? Wovon lasse ich mich prägen? Wie gehe ich mit mir selbst um? Wer will ich einmal gewesen sein?
„Ich handle nicht nur gemäß dem, was ich bin, sondern ich werde auch gemäß dem, wie ich handle.“ (Viktor E. Frankl)

Buchtipp:
Lukas, Elisabeth: Der Seele Heimat ist der Sinn. Logotherapie in Gleichnissen von Viktor E. Frankl; zusammengestellt und kommentiert von E. Lukas. Kösel Verlag, 2005


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 15):
"Jede Situation ist ein Ruf, auf den wir zu horchen, dem wir zu gehorchen haben"
(Viktor E. Frankl)

Wien, 16. April 2020:
Genau das dürfen wir heute erleben: die Menschen in unserem Land stellen sich solidarisch auf die herausfordernde, neue Situation ein. Indem weitgehend alle bemüht sind, dem „Ruf“ zu folgen, geschieht Bemerkenswertes: Rücksichtnahme, Einfühlsamkeit, eine unglaubliche Hilfsbereitschaft, spontane Angebote von Firmen, hohe Einsatzbereitschaft der Jugend, Mitgefühl und eine schon lange nicht mehr dagewesene Kreativität im alltäglichen Miteinander und viel Humor!
„Der Mensch übersteigt unendlich den Menschen!“ (Blaise Pascal)
Das hilft uns allen, den Mut nicht zu verlieren! Unsere Kinder erleben in diesen Tagen, wie Krisen begegnet werden kann – sie erhalten damit nicht nur eine Erfahrungskompetenz für ihr zukünftiges Leben, sondern vor allem auch die nötige Demut, sich gegebenenfalls auch vor Unabänderlichem zu beugen.
„Erst die Selbstvergessenheit führt zur Sensitivität, und erst die Selbsthingabe zur Kreativität“ (Viktor E. Frankl)

Buchtipp:
Lukas, Elisabeth: Wie Leben gelingen kann. Sinn und Freude Tag für Tag. Verlagsgemeinschaft topos Plus, Kevelaer, 2018


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 14):
Der Mensch hat die Wahl: Direkte Kommunikation von Person zu Person - indirekt von Handy zu Handy - und wenn beides nicht möglich ist, von Geist zu Geist


Wien, 12. April 2020:
Möglicherweise sind Sie gerade davon betroffen, alleine sein zu müssen, um von anderen Menschen nicht angesteckt werden zu können – oder um andere nicht anzustecken. Es ist ungewohnt, plötzlich ohne körperliche(n) Kontakte leben zu müssen. Keine Hände zu geben, keine Umarmungen mehr zu spüren, keine unkomplizierten Plaudereien bei Kaffee und Kuchen mit Freunden zur Auflockerung zu erleben, etc. Wie gut, dass es social media in allen Facetten gibt. Sie können Einiges wettmachen, wenn auch nicht alles. Was täten wir ohne diese Kommunikationsmittel, die uns einander im virtuellen Raum näherbringen?
Gesetzt den Fall, es wäre aus irgendeinem Grund auch kein Handy- oder Skype- oder sonstiger Kontakt möglich, weil (es) z.B. jemand (es) nicht mehr in der Lage ist, es zu bedienen: gibt es dann wirklich nichts mehr, was uns mit unseren Lieben verbinden kann?
Der Mensch ist auch dafür bestens ausgerüstet! Auch wenn es aus Gründen der Hygiene sogar verboten ist, unsere Angehörigen im Spital zu besuchen, haben wir eine unverlierbare Verbindungsmöglichkeit: unsere geistige Beziehung, unser geistiges Beisein! Das heißt konkret, wir können mit unseren Angehörigen in Dialog treten, nicht Gesagtes nachreichen, aus Liebe zu ihnen diese schwere Lebenszeit bestmöglich gestalten!
Das dürfen wir freilich nicht von anderen Menschen erwarten – aber wir dürfen vertrauen, dass wir diese Fähigkeit in uns haben: völlig unabhängig von äußeren Gegebenheiten! Frankl selbst wusste im Konzentrationslager nicht, ob seine Frau noch lebte oder nicht (mehr), als er einen wunderbaren „inneren Dialog“ mit ihr führte: „Ob der geliebte Mensch lebt oder nicht – irgendwie brauche ich es jetzt gar nicht zu wissen: meiner Liebe, dem liebenden Gedenken, der liebenden Schau seiner geistigen Gestalt, kann das alles nichts mehr anhaben. Wenn ich damals gewusst hätte, meine Frau ist tot, ich glaube ich hätte ungestört durch dieses Wissen innerlich genauso hingegeben sein können an diese liebende Schau, diese geistige Zwiesprache wäre genau so intensiv gewesen und genau so erfüllend.“


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 13):
"Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch" (Friedrich Hölderlin)

Wien, 9. April 2020:
Die Corona-Pandemie betrifft uns alle, die gesamte Menschheit. Das vereint uns. Auf die Notwendigkeit des Einenden hat Viktor E. Frankl eindrücklich verwiesen, da er schon im vorigen Jahrhundert von der einen Menschheit, dem Monanthropismus, spricht. Für ihn gelten vor allem als einende Kriterien, die alle Menschen weltweit verbinden, folgende:
1.die Sehnsucht nach sinnvollem Tun,
2. liebevolles Miteinander
3. die Ausrichtung an Werten.

Mehr denn je brauchen wir heute den heilenden Gedanken EINER Menschheit, die das Verbindende über das Trennende stellt. So kann das Bewusstmachen der Gleichheit, Würde und Sehnsucht aller Menschen nach dem Sinn, nach der Liebe und nach gelingendem Leben über alle Grenzen hinweg einen! Erinnern wir uns an Lebensrettungen, welche die ganze Welt in Atem hielten und alle aufatmen ließen! Wieviel Verbindendes wurde dankbar und gerührt wahrgenommen!
Dasselbe erleben wir heute täglich bei heldenhaften Einsätzen aller Art auf der ganzen Welt! Es wird intensiv geforscht, geteilt und gearbeitet! Corona kann darüber hinaus den Weg für die Gestaltung einer neuen Weltgemeinschaft frei machen. Der Begriff Monanthropismus kann somit als Programm für eine friedlichere Welt aufgefasst werden.

Buchtipp:
Lukas, Elisabeth: Spannendes Leben. In der Spannung zwischen Sein und Sollen - ein Logotherapiebuch. Profil Verlag, 2014, 4. Auflage


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 12):
Vier krisenträchtige Haltungen der Gesellschaft und die Wege heraus!

Wien, 4. April 2020:
Provisorische Daseinshaltung: „Es ist eh alles egal, die Welt steht eh nimmer lang, deshalb nehme ich mir noch, was mir zusteht“.
Der Mensch ist frei in seiner Meinung und verantwortlich für sein Tun – auch in Krisenzeiten, das macht seine Würde aus!
Fatalistische Haltung:
„Da kann ich nichts machen, das ist höhere Gewalt“.
Der Mensch ist nicht für das schicksalhafte Geschehen verantwortlich, sehr wohl aber für seine Antwort darauf.
Kollektivistisches Denken:
„Alle Menschen sind unfähig, mit der Situation umzugehen.“ „Nur wir ÖsterreicherInnen sind die besten…“
Der Mensch hat Respekt vor der Andersartigkeit und beugt damit Feindbildern vor.
Fanatische Haltung: „Entweder du tust wie ich will, oder…,“
Der Mensch setzt sich für hohe Werte ein, aber nicht auf dem Rücken der anderen.
„Werte können wir nicht lehren - Werte müssen wir leben.“ (Viktor Frankl)

Buchtipp:
Lukas, Elisabeth: Aus Krisen gestärkt hervor gehen. Topos Plus, München, 2013


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 11):
Menschsein ist bewusst sein und verantwortlich sein


Wien, 30. März 2020:
Du gibst Antwort, deine Antwort zählt! Schicksalhaftes Leid und Schicksalsschläge, die hereinbrechen, können wir nicht ändern, das liegt nicht in unserer Hand. Jedoch kann der Mensch seine Einstellung, und damit das, was er sein will, wählen – Wahlmöglichkeiten werden bewusst. Dabei geschieht höchste Sinnfindung, deren der Mensch fähig ist! Diese Sinnmöglichkeiten gibt es bis zum letzten Atemzug.
TROTZ Leid und Herausforderungen bleibt der unabdingbare Sinn in jeder Situation bestehen = „Sinn des Augenblicks“.
Es gibt konkrete Appelle, die nur von einer konkreten Person erfüllt werden können. Der Mensch und sein Sinnappell werden sich finden! Nur wenn der Mensch sich als sinnvoll erlebt, lebt er gelingend. Ist noch ein Sinn auszuschöpfen? – oder ist es gleichgültig, was ich bewusst wähle und lebe? Wo ist meine Sinnmöglichkeit?
„Das Leiden macht den Menschen hellsichtig für das Wesentliche und die Welt durchsichtig auf ihre Werthaftigkeit.“ (nach Viktor E. Frankl)
Darauf dürfen wir vertrauen!

Buchtipp:
Lukas, Elisabeth: Weisheit als Medizin, Profil Verlag, München, 2020
 


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 10):
Vorfreude - Mitfreude - Nachfreude?

Wien, 26. März 2020:
„Sinn ist das, was für alle Beteiligten gut ist!“
„Leben ist die Gelegenheit Sinn auszuschöpfen!“
(nach Elisabeth Lukas)

Wir wünschen uns alle mehr Grund zur Freude im Leben. Wie lässt sie sich mehr genießen? Drei Möglichkeiten, sie besser auszuschöpfen: Vorfreude lässt sich verlängern, wenn ich das zukünftige Schöne in meine Gedanken und Stimmungen einfließen lasse. Aufrichtige Mitfreude vergrößert die Freude! Das wissen wir alle! Es tut uns so gut! Die Nachfreude zu kultivieren, verlängert das freudige Erlebnis und macht uns dankbar und lebensfroh! Dieser Zustand stärkt u.a. die Affektlage und somit auch wesentlich die Immunlage gegen Corona!

Buchtipp:
Lukas, Elisabeth: Der Freude auf der Spur. Sieben Schritte, um die Seele fit zu machen
Verlag Neue Stadt 2013. Auch als E-Book erhältlich.


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 9):
Wovon will ich mich leiten lassen?

Wien, 24. März 2020:
Bin ich von der Angst getrieben? Oder von der Liebe angezogen?
Beides ist wahr: Angst, Unruhe, Ungewissheit, Angst vor Unglück, Angst um mein Wohl und das meiner Lieben. Oder: Liebe zu meinem Leben, zu meinen Lieben und zur Welt!
Das Angstmotiv lebt von Misstrauen und der Angst um mich. Das Liebesmotiv lebt von Vertrauen und der Liebe zu mir und meinem Umfeld. Es lebt von der Selbstverantwortung und der Weltverantwortung und ist dem Menschen in Krisenzeiten auf den Leib geschrieben! Das dürfen wir besonders heute in der globalen Krise erleben!
Ändern kann man nur sich selbst, sich selbst aber immer.(Elisabeth Lukas)
Das sind die hoffnungsvollen good news: Fang mit der Liebe heute an und die Chancen zur Genesung der Welt haben eine unersetzbare Chance mehr! Und Du selbst wirst dabei über dich hinauswachsen!

Buchtipp:
Lukas, Elisabeth: Lebensstil und Wohlbefinden. Seelisch gesund bleiben - Anregungen aus der Logotherapie. Edition Logotherapie, Profil Verlag, 2010


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 8):
Der Mensch ist frei in der Stellungsnahme zu seinem Körper und zu seiner Psyche

Wien, 23. März 2020:
Das heißt in Zeiten wie diesen, dass er sich im Sinne Frankls eingesteht: „Ich muss mir nicht alles von mir selber gefallen lassen.“
Grantig? Unzufrieden? Launisch? Schlampig mit den notwendigen Hygieneregeln? Lieblos mit mir selbst und anderen? Oder: JETZT ERST RECHT achtsam mit mir und meinem Umfeld umgehen/sein! Geduldig, ausgewogen, auf meine Psychohygiene achtend, auf das Heilgebliebene schauend und kreativ mich einbringend für bessere Stimmung zu Hause! Jeder noch so kleiner Beitrag kann die Welt verändern!
Der Mensch hat die Möglichkeit, jederzeit von persönlichen Befindlichkeiten abzurücken und sich für andere Menschen oder für eine Sache einzusetzen! Gerade das dürfen wir in diesen Tagen so eindrucksvoll und heilsam miterleben!

Buchtipp:
Lukas, Elisabeth: Wertfülle und Lebensfreude. Logotherapie bei Depressionen und Sinnkrisen. Edition Logotherapie, Profil Verlag, 2011, 4. Aufl.


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 7):
Wir können vieles ertragen, wenn wir wissen wofür (nach Viktor Frankl)

Wien, 21. & 22. März 2020:
Für die Gesundheit jedes Einzelnen sind die Menschen bereit, sich in ihren Ansprüchen zurückzunehmen und ihr Bestes zu geben! Die Berichte aus der ganzen Welt über Solidarität, liebende Sorgen um die Nächsten, höchste Einsatzbereitschaft im öffentlichen Dienst und die sich spontan entwickelnde Kreativität, sprechen eine deutliche Sprache wozu der Mensch, auch in Krisenzeiten, fähig ist! Der Blick auf das Liebesmotiv „zieht“ uns dorthin, wonach wir uns alle sehnen: Liebende, Liebender sein zu dürfen für eine zu heilende Welt! Es gibt nichts Stärkeres gegen Corona!
„Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie. Das heißt: Wer um den Sinn seines Daseins weiß – er und er allein ist auch noch am ehesten im Stande, alle Schwierigkeiten zu überwinden.“ (Viktor E. Frankl, Psychotherapie für den Alltag)

Buchtipp:
Lukas, Elisabeth: Sehnsucht nach Sinn. Logotherapeutische Antworten auf existentielle Fragen. Edition Logotherapie, Profil-Verlag, 2018, 4. erweiterte Auflage


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 6):
Der Mensch ist ein Wesen auf der Suche nach Sinn

Wien, 20. März 2020:
Er ist ausgestattet mit einem zuverlässigen „SINN-ORGAN“, seinem GEWISSEN! Es ist nach Frankl das Gewisseste, das ihn in schwierigen, z.B. Corona-Situationen, leiten kann. Vorausgesetzt, er hört darauf.
Es ist eine zarte Stimme, die, wie ein bester Freund, das Bestmögliche für den Menschen und sein Umfeld in einer konkreten Situation (zur Zeit auf engem Raum zu leben) aufzeigt. Zum Beispiel: „Sei großzügig, obwohl Dein/e PartnerIn ungehalten ist“, oder „Sei mutig und sprich die Dinge so an, dass Du Chancen eröffnest, etwas wiedergutzumachen“ oder: „Zieh Dich zurück und gönne Dir Ruhe“ oder: „Traue Deinem Umfeld etwas zu und ermuntere es zur Übernahme von Verantwortung!“ ....
Das Gewissen ist ausgerichtet auf den...

Das Gewissen ist ausgerichtet auf den konkreten Sinn einer konkreten Situation und wird am Besten in der Stille wahrgenommen. So gut ausgestattet ist der Mensch!

Buchtipp:
Lukas, Elisabeth: Den ersten Schritt tun. Konflikte lösen, Frieden schaffen. Verlagsgemeinschaft topos Plus, Kevelaer, 2019, aktualisierte Neuausgabe


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 5):
Das Leben stellt die Fragen ... undwir haben zu antworten

Wien, am 19. März 2020:
Nicht wir haben unsere Ansprüche an das Leben zu stellen, denn da ist die Enttäuschung vorprogrammiert! Ich will ein glückliches Leben haben!Bekomme ich es nicht, so bin ich enttäuscht, klage an, ersticke im Selbstmitleid und falle in die Weltabsage….So schnell kann es gehen! Welche Antwort auf meine heutige Lebensfrage will ich geben? Welche Antwort ist meiner würdig? Das Virus grassiert. Wie will ich jetzt agieren, welches Vorbild will ich sein? Durch meine Antwort kann gelingendes Leben geschehen, egal wie die Umstände auch sein mögen. Der Mensch verfügt über dieses Potenzial!

Buchtipp:
Schechner, Johanna/Zürner, Heidemarie: Krisen bewältigen. Viktor E. Frankls 10 Thesen in der Praxis. 2. Auflage, Braumüller Verlag, Wien, 2013


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 4):
"Das Leben hat unter allen Umständen Sinn" (Viktor E. Frankl)

Wien, am 18. März 2020:
Wenn Viktor Frankl dieses Zitat in Kriegszeiten eindrucksvoll bestätigt hat, sollte es auch in Zeiten des Coronavirus Bestand haben! Stelle Dir vor, Du entscheidest Dich heute und jetzt sofort, dass Dein Leben unter allen Umständen Sinn hat und behält, auch wenn es zurzeit Kopf steht. Was macht diese Entscheidung mit Dir? Ja genau, sie macht Dich stark, mutig, kreativ, hoffnungsvoll und einsatzbereit!
Vorbei ist die Frage „Warum jetzt und das ausgerechnet mir?“
Deine Antwort wird lauten: „Wer, wenn nicht ich, wird die Situation bestmöglich bewältigen!“ Wie gut, dass es mich gibt! Einen besseren Selbstwert und ein stabileres Selbstvertrauen können wir uns gar nicht selbst schenken!

Buchtipp:
Frankl, Viktor E., …trotzdem Ja zum Leben sagen. Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager. Paperback, Penguin, 2018


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 3):
Das Leben ver-antworten

Wien, 17. März 2020:
Schon in jungen Jahren hat sich Frankl mit der Frage nach dem Sinn des Lebens auseinandergesetzt. Eine Frage, die als solche eigentlich nicht beantwortbar ist. Was ist der Sinn des Lebens inmitten all dieser momentanen Unsicherheit?
Eines ist sicher: Der Sinn des Ganzen ist und bleibt unbegreifbar, unfassbar. Daher ist die Frage nach der Sinnhaftigkeit in dieser Art der Fragestellung verwirrend. Außerdem verleitet dies zur Ansicht „Da kann man eh nichts machen!“Und trotzdem will der Mensch als Sinnsucher gerade diese Frage beantworten! Denn der Sinn ist der tragende Grund seines Lebens. Er will einen Sinn erkennen, in dem, was er tut und im Leben an sich. Wie kann eine Antwort gefunden werden?

„Die Frage nach dem Sinn des Lebens schlechthin ist sinnlos, denn sie ist falsch gestellt, wenn sie vage „das“ Leben meint und nicht konkret „je meine“ Existenz. (…) Wir müssen der Frage nach dem Sinn des Lebens eine kopernikanische Wendung geben: Das Leben selbst ist es, das dem Menschen Fragen stellt. Er hat nicht zu fragen, er ist vielmehr der vom Leben her Befragte, der dem Leben zu antworten – das Leben zu ver-antworten hat.“ (Viktor E. Frankl, Ärztliche Seelsorge, Seite 107)

Das Leben stellt die Fragen – ganz konkret je Situation. Der konkrete Sinn des Augenblicks fragt den Familienvater, der Angst hat um seinen Arbeitsplatz, ebenso die Schülerin, die sich aus Mangel an sozialen Kontakten langweilt, und den Großvater, der sorgenvoll in die Zukunft blickt: „Was machst Du jetzt aus dieser konkreten Situation?“ Jeder einzelne kann entweder sinnwidrig antworten oder - durch Besinnung auf seine Menschlichkeit - sinnvoll antworten.
Sinnwidrige Antworten des Vaters wie, „Die Politiker sind schuld!“, der Schülerin, wie „Ich will jetzt meinen Spaß haben!“ oder des Großvaters, wie „Ich habe ja eh nichts mehr vom Leben zu erwarten!“ vermehren das Leid für sich UND das jeweilige Umfeld. Entscheidet sich der Mensch - trotz der schwierigen Bedingungen – dafür, sinnvolle Antworten zu geben, so ist das hoffnungsvermehrend für die Person selbst UND für ihr Umfeld. So z.B. die Antwort des Vaters “Ich bin Jazzmusiker und mache daher mit beim nächsten flash mob!“, der Schülerin „Ich habe jetzt viel Zeit. Ich melde mich beim Team Österreich und helfe mit!“ und des Großvaters „Dank der digitalen Medien kann ich mit meinen Enkelkindern facetimen. So bleiben wir verbunden!“
Frankl will vermitteln, wie es möglich ist, für einen geliebten Menschen oder für eine wertvolle Aufgabe, das Seinige zu tun – nicht mehr und nicht weniger ist von uns verlangt. Jeder nach seinen Möglichkeiten und jeder an seinem Platz – im Miteinander!

Elisabeth Gruber und das VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN Team


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 2):
Welche Gedanken würde uns Viktor Frankl, der weltberühmte Seelenarzt in der heutigen Situation geben?

Wien, 16. März 2020:
Schau nicht starr und angstvoll auf die Situation wie sie ist, sondern versuche nach deinen Möglichkeiten das Bestmögliche für dich und deine Mitmenschen daraus zu machen.
Folgende Fragen könnten dir dabei hilfreich sein:
Welche Frau, welcher Mann möchte ich in dieser Situation gewesen sein?
Welche Mutter, welcher Vater für meine Kinder?
Welche Großmutter, welcher Großvater für meine Enkel?
Welche(r) MitarbeiterIn will ich sein?
Was soll jetzt konkret von mir ausgehen? Welche Haltung, welche Handlung?
Was würde mir leid tun, jetzt nicht gelebt, geliebt, entschieden, gestaltet zu haben?

Jeder von uns hat die Fähigkeit, zu entscheiden, ob er/sie hoffnungsvermehrend oder leidvermehrend leben will! Zum Glück liegt es immer in unserer Hand!
Ob das, was wir in der Hand haben, verwirklicht wird oder eben nicht, liegt allein in meiner Hand!

Vor diesem Hintergrund das hoffnungsvolle Zitat Frankls:
Die Welt ist nicht heil, aber heilbar! und
Das Leben hat unter allen Umständen Sinn, auch wenn die Welt Kopf steht!

Wie gut, dass wir uns gemeinsam dieser Herausforderung stellen können!
Johanna Schechner und das VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN Team


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls

Wien, 16. März 2020:
Das Coronavirus legt die Welt lahm – es ist uns schicksalhaft auferlegt: unverdient, heftig und zum falschen Zeitpunkt. Wie gut zu wissen, dass wir Menschen frei sind in der Entscheidung, wie wir damit umgehen wollen.
Jede(r) Einzelne von uns kann dazu beitragen, dass dieser ernsten Krise pro Leben entgegen gewirkt wird. Durch eine zuversichtliche Haltung, die sich in einer sinnorientierten Handlung auswirkt, wird der Mensch im Vollbild sichtbar. Worte wie Solidarität, Verzicht, Rücksichtnahme und Achtsamkeit mischen sich in sonst recht starre Nachrichten. Generationsübergreifende Hilfestellungen machen Mut, dass es den Menschen trotz Krise gelingen kann, sein Menschsein-Können bestens unter Beweis zu stellen.
Darauf dürfen wir vertrauen und in diesem Sinne werden wir weiterhin gemeinsam wirken!

Ein Impuls aus der Viktor Frankls Sinnlehre zur heutigen Weltsituation:
„…wo aber bleibt das Wissen um die eine Menschheit, ein Wissen, das ich Monanthropismus nennen möchte? Das Wissen um die Einheit der Menschen, eine Einheit, die hinausgeht über alle Mannigfaltigkeiten, sei es solche der Hautfarbe oder der Parteifarbe.“
(Viktor Frankl, Ärztliche Seelsorge)

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