#brückenbauen

„Wollen wir eine Brücke schlagen von Mensch zu Mensch - und dies gilt auch von einer Brücke des Erkennens und Verstehens -, so müssen die Brückenköpfe eben nicht die Köpfe, sondern die Herzen sein.“ (Viktor E. Frankl)

Im Rahmen von #brückenbauen kommen bekannte Persönlichkeiten zu Wort. Das Ziel dieses Projektes ist es, die Erkenntnisse Viktor E. Frankls, die weltweite Anerkennung finden, als Lebensbewältigungsstrategie für die Gesellschaft präsent zu halten. Die #brückenbauen-Videobeiträge, wie z.B. von Erika Pluhar, Cornelius Obonya, Thomas Bubendorfer, Dr. Danielle Spera, Dr. Christoph Quarch und Chris Lohner finden Sie oben in unserer Slidershow.

Erika Pluhar, Schauspielerin, Sängerin und Schriftstellerin

Erika Pluhar (c) Christina Haeusler"Wer kennt ihn nicht, den Schrei unserer Seele. Wenn ein Schmerz uns töten möchte. Oder nachdem man vielleicht zu lange versucht hat, Lebensmühe oder Leid zu übertönen oder wegzudrängen. Wenn unser Lebensende uns unausweichlich vor Augen steht. Wenn wir den Verlust eines geliebten Menschen ertragen müssen. Wenn wir leben, ohne uns blind und taub zu stellen, sondern im vollen Bewußtsein von Abschied, Trauer, Vergänglichkeit.
Das TROTZDEM in sich entstehen zu lassen, bedeutet jedoch kein Entrinnen, keine Schmerzminderung, kein neues oder anderes Lebensbild. Kein helles, heilendes, tröstendes Ziel rückt dadurch näher. TROTZDEM bedeutet nur, standzuhalten. Das Weiterleben auf sich zu nehmen. Den nächsten Schritt zu tun. Und dieses „nur“ ist letztlich alles. Weil es uns das Wissen von Leben und die Befähigung für das Leben zurückgibt."

(aus Pluhar, Erika:
Die Stimme erheben, Residenz-Verlag - ein Auszug aus dem Beitrag "Trotzdem"); Fotocopyright: Evelin Frerk
 

#wert-voll

#wert-voll bietet Raum für alle Gedanken, die uns jetzt helfen, den Fokus auf das noch verbleibende Heile zu lenken.


#wert-voll (Nr. 155): Offenheit für das Leben
„Der Mensch ist nicht da, um sich selbst zu beobachten und sich selbst zu bespiegeln; sondern er ist da, um sich auszuliefern, sich preiszugeben, erkennend und liebend sich hinzugeben.“
Viktor E. Frankl in "Logotherapie und Existenzanalyse
"

Ein Kind sitzt im Gebüsch und singt mit Begeisterung ein Lied. Ein anderes geht über die Wiese und pflückt Löwenzahn zu einem Blumenstrauß. Ein weiteres wackelt in seinen ersten Schühchen noch etwas unsicher den Weg entlang, doch sichtlich stolz, sich eigenständig auf den Beinen zu halten.

Offenheit für das Leben stärkt die Immunlage und fördert Gesundheit, Zufriedenheit und Kreativität. Probier es auch aus!


#wert-voll (Nr. 154): Psychohygiene
Ärgere dich nicht darüber, dass der Rosenstrauch Dornen hat, sondern freue dich, dass der Dornenstrauch Rosen trägt.
Arabisches Sprichwort zitiert von Elisabeth Lukas, Pandemie und Psyche

Was stärkt uns und unser Umfeld?

Die liebevolle Hinwendung an ein Du lässt uns eigenen Befindlichkeiten, Zu- und Umstände vergessen.

Humor ermöglicht uns eine gesunde Selbstdistanzierung, indem wir uns selbst nicht zu wichtig nehmen.

Der Fokus auf das Positive im Leben erweckt Dankbarkeit und führt zu Zufriedenheit.

Ein Tagebuch der guten Stunden zeigt auch im Grau des Alltags die Sonnenseiten auf.


#wert-voll (Nr. 153): Leben voll Sinne
Was bedeutet mir eigentlich ein Tag? Sehr wenig! Was würde mir ein Tag bedeuten, wenn es mein letzter wäre? – Alles!... Ein Tag voller Lebensmöglichkeiten will gelebt werden. Und wenn es nicht der letzte ist? Dann habe ich morgen noch einen besonderen Tag, ein einzigartiges Geschenk…
Patientenzuschrift an Elisabeth Lukas, Der Seele Heimat ist der Sinn

Ist mein Leben ein guter Ort? Wonach bemesse ich das? Laut Dr. Boglarka Hadinger fühlt sich unser Leben als guter Ort an, wenn es Sinn-erfüllt ist und eine innere Stimmigkeit erlebt wird. Der gute Ort hängt maßgeblich von mir selbst ab – was für ein Glück!


#wert-voll (Nr. 152): Zeit für Erlebniswerte
„Alles was sich verwirklicht, verewigt sich.“
Viktor Frankl in "Mensch sein heißt Sinn finden"

Es ist eine Zeit, in der wieder Feste gefeiert werden. Es wird in die Schulferien verabschiedet, Aufführungen finden statt, Urlaube werden geplant, Freunde eingeladen. Die Menschen genießen das Beisammensein. Das ist in den letzten Jahren nicht selbstverständlich gewesen - umso größer ist nun die Freude und Dankbarkeit. In diesem Sinne wünschen wir eine schöne Zeit mit Ihren Lieben!


#wert-voll (Nr. 151): Eltern
„Die Eltern geben bei der Zeugung eines Kindes die Chromosomen her- aber sie hauchen nicht den Geist ein. Mit einem Wort:“ durch die überkommenen, von den Eltern her übernommenen Chromosomen wird der Mensch nur darin bestimmt, was er „hat“, aber nicht darin, was er „ist“.“
Viktor Frankl in: „Der Seele Heimat ist der Sinn“

Wir verdanken unser Da-sein unseren Eltern. Das Leben, das uns geschenkt wurde. Nichts ist selbstverständlich - alles ist Geschenk auf Zeit.

Von den Eltern erhalten wir die Basis, mit unserer frei gewählten Lebenshaltung entfalten wir unsere Persönlichkeit. Es liegt also in unserer Hand – zu wachsen, zu werden und zu reifen.


#wert-voll (Nr. 150): Die Wahl
Der Mensch, als Person, ist kein faktisches, sondern ein fakultatives Wesen; er existiert als je seine eigene Möglichkeit, für oder gegen die er sich entscheiden kann.
Viktor Frankl in: Ärztliche Seelsorge

Wir finden in unserem Leben Möglichkeiten in der Zukunft, die darauf warten, verwirklicht zu werden.

Indem wir uns – im Hier und jetzt - für EINE Möglichkeit entscheiden, sie wählen und verwirklichen, wird sie zur Realität in unserer Vergangenheit. Festgeschrieben für die Ewigkeit.


#wert-voll (Nr. 149): Gelegenheiten ergreifen
Das Leben ist nicht etwas, sondern immer nur die Gelegenheit zu etwas.
Viktor Frankl zitiert Christian F.Hebbel

Bin ich in der Erwartungshaltung an das Leben? Bin ich auf der Suche nach Glück, Macht, Erfolg, Lust? Was das Leben mir schuldet?

Oder

Sehe ich die Lebensaufgaben, die darauf warten, erfüllt zu werden? Bin ich offen für die Sinnanrufe des Augenblicks im Hier und Jetzt? Was soll von mir gelebt werden und durch mich in die Welt kommen?


#wert-voll (Nr. 148): Liebe
„Liebe ist nachgerade das Erleben des anderen Menschen in dessen ganzer Einzigartigkeit und Einmaligkeit!“
Viktor E. Frankl in: „Ärztliche Seelsorge“

Bei einer Museumsführung blieben die Student:innen vor einem Schaukasten sehr berührt stehen – vor jenem mit der Frage „Tatsächlich Liebe?“

Es geht nicht um Äußerlichkeiten, nicht um Charaktereigenschaften, nicht um körperliche Anziehung, sondern darum, den Personenkern eines anderen Menschen zu erschauen.

Im Museumsgästebuch hat dann ein Student den Satz „Now is always the best time to….“ ergänzt mit „be with people you love“.

Wir können immer Liebende sein.


#wert-voll (Nr. 147): Der Auftrag
„Nunmehr sei es höchste Zeit, zum Glauben an die eine Menschheit zu gelangen“
Elisabeth Lukas in: "Pandemie und Psyche"

Elisabeth Lukas weist in „Pandemie und Psyche“ auf Viktor E. Frankls Anliegen hin, die gegenseitigen Vorurteile aufzugeben und das Einende der Menschheit in den Fokus zu rücken.

Sie spricht von unserem Auftrag, einander zu helfen, genauso Grenzen überschreitend, wie es die Probleme der Gegenwart sind.

Wenden wir den Blick auf das, was in unserem eigenen Freiheits- und Verantwortungsbereich liegt. Auch im Kleinen können wir Großes bewirken.


#wert-voll (Nr. 146): Meine Spuren in der Welt
„Du bringst nichts mit hinein, du nimmst nichts mit hinaus, lass eine goldene Spur im alten Erdenhaus“
Friedrich Rückert zitiert von Elisabeth Lukas in „Lehrbuch der Logotherapie“

In meiner Wohnanlage sind innerhalb eines Jahres zwei liebe Mitbewohner verstorben. Sie waren beide bereits in einem stattlichen Alter, liebten es, im Garten bei Kaffee oder einem Gläschen Wein mit anderen zusammen zu sitzen, genossen die Geselligkeit und das Leben.

Zu ihrem Gedenken gibt es nun einen nach ihnen benannten „Platz“, der uns an sie und den Wert der Begegnung erinnern.

Wenn ich von dieser Welt gegangen bin – was soll von mir sprechen? Woran sollen sich meine Mitmenschen erinnern? Was will ich gelebt haben?


#wert-voll (Nr. 145): Friedensfähigkeit
„Die Erziehung zur Friedensfähigkeit ist die primäre Voraussetzung für jede würdige menschliche Gesellschaft.“ Elisabeth Lukas in: „Lehrbuch der Logotherapie“

Wir haben die Fähigkeit, zu Ereignissen, Handlungen, Emotionen (anderer und eigener) Stellung zu nehmen.

Wenn in meinem Umfeld Aggression und Gewalt auftreten, muss ich nicht ebenso darauf antworten. Ich kann bewusst ANDERS agieren und die Friedensfähigkeit kultivieren durch meine persönliche Antwort.


#wert-voll (Nr. 144): Monanthropismus
„Wo aber bleibt das Wissen um die eine Menschheit, ein Wissen, das ich Monanthropismus nennen möchte? Das Wissen um die Einheit der Menschheit, eine Einheit, die hinausgeht über alle Mannigfaltigkeiten, sei es solche der Hautfarbe oder der Parteifarbe“
Viktor E. Frankl in: „Das Leiden am sinnlosen Leben“

Wozu fordert uns das Wissen um die Einheit der Menschheit heraus?
Während sich manche Menschen des Wohlstands und der Sicherheit erfreuen, leben andere im Krieg und in existenzieller Bedrohung für sich und ihre Lieben. Wir erfreuen uns der Freiheit; wo aber bleibt die Verantwortlichkeit für die anderen?
Wir sind soziale, geistbegabte Wesen, leben in Beziehungen und prägen durch unsere Haltung und Handlung nicht nur uns selbst, sondern auch unser Umfeld – unsere Um–Welt! Wodurch kann ich JETZT die Welt ein Stückchen heller machen?


#wert-voll (Nr. 143): Friedvoll agieren
„Das Ich von heute, das frei ist, das Ich von morgen zu wählen, ist zugleich das Ich, das verantwortlich ist für das Ich, das es gestern gewählt hat“ Elisabeth Lukas

Wir können in unserem Umfeld immer dazu beitragen, Not-wendend zu agieren, die eigene Friedensfähigkeit zu stärken und den aufkeimenden Negativströmungen wie Aggression, Missgunst und Feindbildern entschieden entgegenzutreten.

Jede/r Einzelne von uns hat das Potential, hoffnungsvermehrende Wege zu beschreiten. Es liegt in unserer Hand.


#wert-voll (Nr. 142): Agieren statt dulden
„Wo keine Handlung mehr möglich ist - die das Schicksal zu gestalten vermöchte - dort ist es nötig, in der rechten Haltung dem Schicksal zu begegnen."
Viktor Frankl in "Das Leiden am sinnlosen Leben"

Ein Junge sitzt in der Sonne und hält sich verzweifelt die Hände vors Gesicht, weil sie ihn blendet. Ein paar Meter daneben ist Schatten. Auch eine Sonnenbrille oder eine Kappe hätten geholfen. Er aber verharrt in der für ihn offensichtlich unangenehmen Situation.

Verharre ich - anstatt dort, wo es möglich ist, eine Situation zu verändern? Und wenn diese unabänderlich ist, will ich meine Haltung ändern?


#wert-voll (Nr. 141): Im Hier und Jetzt
„Die Gegenwart ist kein Zeitraum, sondern ein ‚Verfügungsraum': der einzige Augenblick, über den wir verfügen."
Elisabeth Lukas in „Inspirationen für die Seele“

Wir begegnen einander mit Masken. Oft sind nur noch mit Mühe die Augen zu sehen. Was sagen die Augen? Blitzen sie schelmisch? Blicken sie traurig?
Nehmen wir den Ausdruck in den Augen des anderen wahr? Oder haben wir verlernt einander ins Gesicht zu sehen, wenn wir den Kaffee serviert bekommen, das Brot im Geschäft entgegennehmen oder das Geld am Bankschalter in Empfang nehmen?

Verdient nicht auch unser Gegenüber Achtsamkeit und Wertschätzung?


#wert-voll (Nr. 140): Sinn aufspüren
Die Spielregeln des Lebens verlangen von uns nicht, dass wir um jeden Preis siegen, wohl aber, dass wir den Kampf niemals aufgeben.
Viktorr E. Frankl in: "Mensch sein heißt Sinn finden"

Wir sind im Leben gefordert – Tag für Tag, Stunde für Stunde. In unserem Beruf. In unseren Familien. In unseren zwischenmenschlichen Beziehungen. In dieser besonderen Zeit der Pandemie.

Wir sind gefordert. In unserer Leidensfähigkeit. In unserer Frustrationstoleranz. Dank unserer persönlichen Stellungnahme in Freiheit und Verantwortung können wir dem Leben auch in anfordernden Zeiten noch Sinn heraus ringen.


#wert-voll (Nr. 139): Sinnorientiert Balance finden
"Wollen wir eine Brücke schlagen von Mensch zu Mensch – und dies gilt auch von einer Brücke des Erkennens und Verstehens - so müssen die Brückenköpfe eben nicht die Köpfe, sondern die Herzen sein."
Viktor Frankl in: "Mensch sein heißt Sinn finden"

In einer Zeit, in der Viele lauter
und Andere immer stiller werden,
gilt es, die Balance zu finden.

Das Bestmögliche für mich und alle Beteiligten heraus zu ringen aus der jeweiligen Lebenssituation und mutig pro Leben zu agieren!


#wert-voll (Nr. 138): Die Kunst der wertschätzenden Wahrnehmung
„Aus dem Immer-wieder-Gutes tun, wird schließlich das Gut-sein.“
Viktor E. Frankl in: "Mensch sein heißt Sinn finden"

Wenn wir dem Gegenüber mit einem offenen, wertschätzenden Lächeln begegnen - einander wahrnehmen - bringt es so viel Wärme in die Welt.

Statt Schimpfen und Klagen - positiv gestalten!
Was ist jetzt dran? - Fokus auf das Wesentliche:

Wie können wir einander stärken?
Wie können wir uns gegenseitig Rückhalt geben?

Wie können wir einander menschlich begegnen?


#wert-voll (Nr. 137): Stark sein
"Sinnvoll ist, was wir selbst tief im Herzen als „richtig“ erspüren, weil es der besten und schönsten Möglichkeit unter all den Möglichkeiten entspricht, die wir gerade zur Verfügung haben."

Elisabeth Lukas

Meine Mutter leidet, sie hat Schmerzen. Ich mache mir Sorgen, habe Angst um sie.

Ich überlege, was jetzt gerade dran ist – braucht meine Mutter nun eine panische Tochter? Oder vielmehr eine Besonnene, die ihr beisteht und tut, was jetzt gerade Not-wendend gebraucht wird?

Auf einmal bin ich sehr gefasst, sinnorientiert aufgerichtet und gestärkt, um für sie stark zu sein.


#wert-voll (Nr. 136): Der Roman
„Der „Roman“, den einer gelebt hat, ist noch immer eine unvergleichlich größere schöpferische Leistung als der, den jemand geschrieben hat.“
(Viktor E. Frankl in „Ärztliche Seelsorge

Viktor Frankl vergleicht das Leben mit einem Roman, den jede:r Einzelne von uns lebt, seine Kapitel nach und nach durch sein Gestalten und Erleben schreibt. Vollendet ist der Roman im Zeitpunkt unseres Todes, festgeschrieben für alle Ewigkeit.


#wert-voll (Nr. 135): Liebe ist stärker als Angst
„Wo die Gefahr wächst, wächst das Rettende auch“
Friedrich Hölderlin

Pro Leben agieren
Friedensfähigkeit kultivieren
Hoffnungsvermehrend für uns und alle Beteiligten agieren

In der Liebe bleiben


#wert-voll (Nr. 134): Wachsen
„Wo wir eine Situation nicht ändern können, gerade dort ist uns abverlangt, uns selbst zu ändern, nämlich zu reifen, zu wachsen, über uns selbst hinauszuwachsen! Und das ist bis in den Tod möglich.“ Viktor Frankl

Unabänderliches Schicksal verlangt uns viel ab. In schweren Zeiten wird unsere Leidensfähigkeit gefordert. Wozu fordert uns die Situation heraus? Der Mensch hat die Fähigkeit, zu seinen Bedingungen Stellung zu nehmen, falls nötig seine Haltung zu ändern und kann trotz Leid den Fokus auf das verbleibende Heile lenken.


#wert-voll (Nr. 133): Freiheit zur Persönlichkeit
„Die Freiheit der Person ist nun nicht nur eine Freiheit vom Charakter, sondern auch eine Freiheit zur Persönlichkeit. Sie ist Freiheit vom Sosein und Freiheit zum Anders-werden.“
Viktor Frankl in: "Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn"

Ich bin so, weil
... meine Vorfahren auch schon so waren,
…meine Eltern mich so erzogen haben
…es meinem Charakter entspricht.

Menschsein ist kein So-sein müssen, sondern ein Immer - auch - anders können!


#wert-voll (Nr. 132): Immer anders können
„Wir brauchen nicht so fortzuleben, wie wir gestern gelebt haben. Macht Euch nur von dieser Anschauung los, und tausend Möglichkeiten laden uns zu neuem Leben ein“
Christian Morgenstern

Im VIKTOR FRANKL MUSEUM gibt es mehrere „Menükarten“ für das „Restaurant zum guten Geist“ – die Impulse in den Menükarten sollen den Hunger nach dem Sinn des Lebens stillen.

Eine Menükarte ist besonders „zerlesen“ – jene mit dem Titel „Immer anders können – Nährende Gedanken zur Geistigen Einstellung.“

Es geht dabei um das logotherapeutische Menschenbild, die Freiheit und Verantwortlichkeit des Menschen...


#wert-voll (Nr. 131): Mensch sein
„Der Mensch übersteigt unendlich den Menschen“
Blaise Pasqual

Menschen z.B., die spenden, freiwilliges Ehrenamt auf sich nehmen, Organe, Knochenmark und Blut für ihre Liebsten zur Verfügung stellen, die in Hochwasser oder Lawinenkatastrophen unter Einsatz ihres Lebens Menschen retten, u.v.m.

Es ist das Gebot der Stunde, an diese Trotzmacht des Geistes in uns allen wieder zu glauben und damit Mut, Zuversicht und Selbstachtung statt Hader, Misstrauen und Selbstverachtung in die Welt zu leben!


#wert-voll (Nr. 130): Der Sinn zieht
„In Wirklichkeit ist der Mensch nicht ein von Triebhaftem Getriebener, sondern er wird von Werthaftem gezogen…Die Dynamik des Geistigen wird nicht von Triebhaftigkeit, sondern von Wertstrebigkeit fundiert.“
Viktor Frankl in: Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn

Mitten in der vierten Pandemie-Welle mache ich Dienst im VIKTOR FRANKL MUSEUM. Ich desinfiziere und lüfte, trage trotz Impfung eine Schutzmaske, um weder die anderen noch mich zu gefährden.

TROTZ all dem, ist es gut hier zu sein, denn es sind bereits 25 Sinnsuchende aus aller Welt – von Indien über Südkorea bis Brasilien gekommen. Die Besucher:innen sind zutiefst berührt von den Inhalten der Logotherapie und das Museum unterstützt jeden Einzelnen dabei, Antworten auf seine Fragen zu finden.


#wert-voll (Nr. 129): Sinn-volle Wahl
„Das ich von heute, das frei ist, das Ich von morgen zu wählen, ist zugleich das Ich, das verantwortlich ist für das Ich, das es gestern gewählt hat“ Elisabeth Lukas

Wir sind potenziell frei, wie wir Lebensfragen, die sich uns stellen, beantworten. Durch unsere Haltung und Handlung prägen wir uns selbst.

Daher sind wir nie nur frei, sondern immer auch verantwortlich, welche Antwort wir geben.


#wert-voll (Nr. 128): homo amans

„Für Elly,
der es gelungen ist einen einstigen „homo patiens“
in einen „homo amans“ zu verwandeln.
Viktor“

(Widmung von Viktor E. Frankl in „Homo Patiens“)

Die Liebe von Eleonore Schwindt hat aus dem leidenden Menschen Viktor Frankl einen Liebenden gemacht.

Liebe kann das!


#wert-voll (Nr. 127): Logotherapeutische Sinn-Fragen
„Es kommt nie und nimmer darauf an, was wir vom Leben zu erwarten haben, vielmehr darauf: was das Leben von uns erwartet.“

Viktor E. Frankl, „Mensch sein heißt Sinn finden“

Wer bin ich jetzt? Wer will ich sein?

Was möchte das Leben jetzt von mir - was soll (vor meinem Gewissen) noch von mir gelebt werden?

Wozu fordert mich meine Lebenssituation heraus? Zu welcher Haltung, zu welcher Handlung?

Muss ich mir von mir selbst wirklich alles gefallen lassen? Kann ich nicht stärker sein als die Angst?


#wert-voll (Nr. 126): Die Aufgabe
„Es gibt nichts auf der Welt, das einen Menschen so sehr befähigte, äußere Schwierigkeiten oder innere Beschwerden zu überwinden,
als: das Bewusstsein, eine Aufgabe im Leben zu haben.“
(Viktor E. Frankl in „Krisen bewältigen“ - von Johanna Schechner & Heidemarie Zürner)

Aufgeben – bedeutet Weltabsage, ein sich abwenden von den Möglichkeiten, die die Welt für mich bereithält.

Aufgabe – bedeutet, wir dürfen die Aufgaben, die uns das Leben stellt durch unsere Einmaligkeit und Einzigartigkeit persönlich gestalten.


#wert-voll (Nr. 125): Solange wir atmen

„Das Leben des Menschen behält seinen Sinn, solange er atmet“
(nach Viktor E. Frankl in „Ärztliche Seelsorge“)

Was macht diese Aussage mit mir? Ermutigt sie mich, wenn ich auf mein eigenes Leben blicke? Gibt sie mir Kraft und Inspiration in der Begleitung meiner Mitmenschen?

Es ist eine höchstpersönliche Entscheidung, sich für oder gegen den Sinn des Lebens zu entscheiden. Der Mensch kann bis zuletzt durch seine Einstellung – zu seinem Leben – seinem Schicksal – seinem Leiden- noch Werte verwirklichen.


#wert-voll (Nr. 124): Kraft schöpfen
"Sinn ist bestens vergleichbar mit der Luft: unsichtbar, kaum thematisiert, kostenlos, unbezahlbar, lebensnotwendig."
(Elisabeth Lukas, „Quellen sinnvollen Lebens“)

In ihrem Buch „Quellen sinnvollen Lebens“ vergleicht Elisabeth Lukas den Sinn mit der Luft: Man merkt ihn bzw. sie erst mit dem Fehlen. Solange genügend Luft zum Atmen vorhanden ist, denkt niemand an die Luft. Genauso wird der Lebenssinn nicht bedacht: Man tut, was man tut, wenn man es für sinnvoll hält, und geht im Tun völlig auf.

Sobald man die Sinnhaftigkeit des Tuns bezweifelt, sträubt sich etwas im Menschen beim weiteren Tun und ruft nach Veränderung oder nach Aufhören.

Wie kommt man wieder zum Atmen, wenn einem die Luft weggeblieben ist?

Wir können aus vielen Quellen Kraft schöpfen - aus der Sinnfindung, der Literatur (z. B. Geschichten mit Heilkraft), aus der Logotherapie (vom Warum zum Worum unserer Sorgen - Wege aus der Angst) und aus der Wissenschaft.


#wert-voll (Nr. 123): Glück
"Das Glück, kein Reiter kann’s erjagen,
es ist nicht dort, es ist nicht hier;

lern überwinden und entsagen, und ungeahnt erblüht es dir!
(Elisabeth Lukas zitiert Johann Wolfgang von Goethe in "Rendezvous mit dem Leben")

Glück ist weder käuflich, noch kann es unmittelbar angestrebt werden. Denn Glück selbst ist nicht das Ziel, kann nicht das Ziel sein - das, was der Mensch eigentlich will, ist ein Grund zum glücklich sein.

Diesen findet er in seiner persönlichen Stellungnahme zu seinen äußeren Bedingungen - seien sie nun gut oder schlecht.  Wenn er das Bestmögliche für sich und sein Umfeld anstrebt, kann – als Nebeneffekt- Glück in sein Leben treten.


#wert-voll (Nr. 122): Sinn-Findung
„Sinnfindung bedeutet einfach: Wissen, wann was „an der Reihe“ ist. Und wer dies weiß, darf sich glücklich schätzen!“ (Elisabeth Lukas, aus „Quellen sinnvollen Lebens“)

Sinnfindung im Sinne der Logotherapie bedeutet, den Sinn des Augenblicks – das, „was jetzt gerade dran ist“ wahrzunehmen und diese Sinn-Möglichkeit zu verwirklichen, sinn-voll zu agieren.

Die Sonne scheint, und ich bin gedanklich auf Urlaub – es warten aber noch eine Menge Berichte darauf, geschrieben zu werden.

Was ist mein Sinn des Augenblicks? Wohl leider nicht ins Bad zu gehen, sondern eher die Arbeit zu erledigen. Der Sinn des Augenblicks ändert sich aber – von Stunde zu Stunde, von Minute zu Minute – vielleicht bleibt ja nach der getanen Arbeit noch Zeit für eine Schwimmeinheit? Mit dieser Motivation schreibt es sich gleich viel leichter …


#wert-voll (Nr. 121): Die innere Stimme
"Die Botschaft, die uns vom Anfang unserer Existenz an durchklingt und in jeder Krise leise zuraunt: Sei vernünftig! Bleibe in der Liebe! Lebe sinnvoll"
(Elisabeth Lukas in: „Lebensstil und Wohlbefinden“)

Im Laufe unseres Lebens eignen wir uns die eine oder andere Gewohnheit an und entwickeln gewisse Verhaltensmuster. Intuitiv ahnt jeder Mensch, was das Leben von ihm fordert, handelt er dagegen, können manchmal psychosomatische Störungen die Folge sein. Es geht uns nicht gut.

Deshalb kommen wir nicht umhin, dann und wann unseren Blick nach innen zu richten, die Worte unserer Gewissensstimme zu vernehmen, unsere Habits zu überprüfen und vielleicht zu ändern.


#wert-voll (Nr. 120): Vorbild
"Der Mensch muss lernen, dass der Sinn des Lebens ist, Beispiel zu sein.
Ein Mensch sollte sich selbst immer so sehen, als sei die Welt halb schuldig und halb verdienstvoll. Eine einzige Tat kann die Waage der ganzen Welt zur Seite des Verdienstes oder zur Seite der Schuld neigen. Jeder Mensch hat zu allen Zeiten Teil an der Zerstörung oder an der Erlösung der Welt.“
(Elisabeth Lukas zitiert A. J. Heschel in „Lebensstil und Wohlbefinden“)

Klimawandel, Waldbrände, Krieg, Hungersnot, Diskriminierung – die Klagen der Welt sind viele und kennen keine Sommerpause. Die Fragen, die das Leben an uns richtet, erwarten unsere höchstpersönliche Antwort – die wir vor unserem Gewissen verantworten müssen.

Das Zitat von A. J. Heschel führt vor Augen, wie wichtig es ist, Vorbild zu sein und sinnvoll zu agieren, denn jeder persönliche Beitrag hinterlässt Spuren in der Welt.

Die Welt ist nicht heil, aber heil-bar. Es liegt in unserer Hand.


#wert-voll (Nr. 119): Haben und Sein "Geld kann man nur ausgeben, soviel man hat.
Liebe kann man ausgeben, soviel man will." (Elisabeth Lukas zitiert Alexander Batthyany in „Pandemie und Psyche“)

Materielle Werte sind begrenzt – man kann sie erwerben, aber auch verlieren. Sie sind dem „Haben“ zuzuordnen, das vergänglich ist.

Das Sein einer Person – das Da-sein und So-Sein, das den Menschen so einzigartig und unersetzbar macht- ist unvergänglich. Auch wenn die Person nicht mehr auf dieser Erde wandelt, so bleibt „das Geistige“ über den Tod hinaus bestehen.

Die Liebe ist der geistigen Dimension des Menschen zuzuordnen – sie kann geschenkt werden, soviel man möchte – auch wenn dafür nichts zurückkommt. Wir können sie vertrauensvoll unserem Partner, unseren Kindern, unseren Eltern, unseren Freunden, unseren Mitmenschen und unserer Umwelt schenken.


#wert-voll (Nr. 118): Menschliches Potential
„Wenn wir den Menschen so nehmen, wie er ist, dann machen wir ihn schlechter. Wenn wir ihn aber so nehmen, wie er sein soll, dann machen wir ihn zu dem, der er werden kann“ (Viktor Frankl zitiert J. W.Goethe, „Krisen bewältigen“)

Mi. 15. September 2021:
Ist es nicht schön, diesen Blick auf seine Mitmenschen zu haben? Sie im besten Licht zu sehen, ihnen positive Motive zu unterstellen - nicht die Raupe, sondern schon den Schmetterling zu erahnen?

Ermutigen wir uns gegenseitig zu wachsen, zu werden und zu reifen, so wird unser aller Leben nicht nur heller, sondern auch zuversichtlicher!

Unsere #wert-voll-Beiträge werden von Sinn-zentrierten BeraterInnen nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN verfasst. Eine Sammlung aller bisher veröffentlichten Texte finden Sie hier.


#wert-voll (Nr. 117): Dankbarkeit
„Es gibt kein Menschenleben, in dem es keinen Anlass zur Freude gibt. Die Kunst liegt darin, diese Anlässe wachen Sinnes wahrzunehmen, der Alltag ist voll davon“ (Elisabeth Lukas in „Lebensstil und Wohlbefinden“)

Mi. 8. September 2021:
Elisabeth Lukas führt in „Lebensstil und Wohlbefinden“ aus, dass viele Menschen auf der Sonnenseite des Lebens gar nicht mehr wissen, dass ihre Bedingungen „sonnige“ sind. Denn sie sind selbstverständlich geworden und werden daher auch nicht bemerkt. Dankbarkeit eröffnet mitunter einen anderen Blickwinkel auf das eigene Leben. Wofür dürfen wir dankbar sein?


#wert-voll (Nr. 116): Lachen
„Lachen und Humor sind die größten Feinde der Angst“
(aus „Von der Angst zum Seelenfrieden“ von Elisabeth Lukas/Reinhardt Wurzel)

Mi. 1. September 2021:
Nach Viktor Frankl nimmt das Humorvoll-nehmen von Gefürchtetem und ein Lachen über sich selbst der Angst den Schrecken, denn „es gibt kaum etwas im menschlichen Dasein, das es dem Menschen so sehr und in einem solchen Ausmaß ermöglicht Distanz zu gewinnen, wie der Humor.“ (Viktor E. Frankl)


#wert-voll (Nr. 115): Die Kunst der Wertschätzung
Da gibt es welche,
die huldigen dem Prinzip:
„Alles oder nichts“…
Schnell kommt ein Leid,
und es bleibt ihnen „nichts“.

Dann gibt es andere,
die rümpfen die Nase:
„Alles ist nichts“…
Schnell kommt ein Glück,
und es bleibt davon „nichts“.

Noch gibt es andere,
die können in allem
„etwas“ finden…
Komme Leid oder Glück,
sie verlieren „nichts“.


(Elisabeth Lukas in „Worte können heilen“)


#wert-voll (Nr. 114): Dafür sein
„Wer sich entscheidet, wertet, wählt. Und das bedeutet auch: Verzicht. Denn jede Tür, durch die er geht, verschließt ihm viele andere.“ (Paul Roth, Lehrbuch der Logotherapie)

In jeder Lebenskrise gilt es, Entscheidungen zu treffen. Um sich gut entscheiden zu können, braucht der Mensch ein ganzheitliches Dafür-Sein – im Kopf und im Herzen.

Nach Elisabeth Lukas gibt es eine regelrechte „Stabilitätstrilogie“ – wenn der Mensch sich für eine Sache/Aufgabe/einen Menschen

Entscheidet
Danach handelt und
Dazu steht

bewahrt ihn dies vor innerer Zerrissenheit sowie daraus resultierenden psychischen und physischen Folgen.


#wert-voll (Nr. 113): Antworten aus dem Sein
Leben – wozu?
Glauben – woran?
Vertrauen – worauf?
Verantworten – wovor?

Fragen ins Nichts…

Leben – für etwas,
Glauben - an etwas,
Vertrauen – auf etwas,
Verantworten – vor jemandem.

Antworten aus dem Sein…“
(Elisabeth Lukas in „Worte können heilen“)


#wert-voll (Nr. 112): Menschenbild
Wenn wir den Menschen so nehmen, wie er ist, dann machen wir ihn schlechter. Wenn wir ihn so nehmen, wie er sein soll, dann machen wir ihn zu dem, der er werden kann“ (Viktor Frankl zitiert J. W. Goethe, „Krisen bewältigen“)

In einer Zeit, in der Angst geschürt und Feindbilder geprägt werden, ist es mehr denn je not-wendend, sich in Erinnerung zu rufen: Was ist der Mensch?

Viktor Frankl antwortet darauf: „Jede einzelne Person ist ein absolutes Novum“- ein Original. Einmalig und einzigartig, so wie er ist. Jeder Mensch ist kostbar und wertvoll – mit seinen Stärken und Schwächen, mit seinen Ecken und Kanten.

Trotzdem wird manchmal verglichen, be- und gewertet, anstatt die Buntheit und Vielfalt zu sehen, die uns alle bereichert.

Jeder Mensch ist einmalig und einzigartig, frei UND verantwortlich!


#wert-voll (Nr. 111): Homo Possidens
Der Mensch ist das Wesen, das immer entscheidet. Und was entscheidet es? Was es im nächsten Augenblick sein wird.“ (Viktor E. Frankl)

Mi. 28. Juli 2021:
Wir KÖNNEN uns auf Situationen und Herausforderungen im Leben einstellen – meistens WOLLEN wir nur nicht.

Unser Leben kann allerdings nicht dauerhaft von Lust und Unlustgefühlen gesteuert sein, denn dann wäre der Mensch nur ein Getriebener, anstelle einer entscheidenden, personal stellungnehmenden und agierenden Person. Eine Blackbox, durch die alles ungefiltert durchläuft.

Nach Viktor Frankls Lehre entspricht dies nicht dem Menschen -und - wenn wir ehrlich sind - unserem eigenen Gewissen nach auch nicht...


#wert-voll (Nr. 110): Freude
„Der Freude geht immer ein Verzicht voraus.“ (nach Elisabeth Lukas)

Mi. 21. Juli 2021: Der Sommer erweckt Lebensfreude – eine Kraft, die wahre Wunder bewirken kann. Freude eint die Menschen, wie kaum etwas anderes.

Wenn die Freude verloren geht, wie kann man sie wieder lernen? Frankls Rezept zum Wiedererlernen der Freude war einfach und wirksam: Reden.

In der menschlichen Begegnung das Leben in Fülle erleben.


#wert-voll (Nr. 109): Sinn-Suche
Nun, wovon der Mensch zutiefst und zuletzt durchdrungen ist, ist weder der Wille zur Macht noch ein Wille zur Lust, sondern ein Wille zum Sinn. (Viktor E. Frankl, „Der leidende Mensch“)

Mi. 14. Juli 2021: Sinn kann nur gefunden, aber nicht erfunden werden. Sinn ist überall vorfindlich in der Welt, wir brauchen ihn nicht künstlich zu konstruieren. Manchmal müssen wir uns auf Sinnentdeckungsreise begeben, um alte - vielleicht längst vergessene - Sinnspuren in unserem Leben wieder zu finden oder auch neue zu entdecken.

Wir können Sinn durch die drei Hauptstraßen zum Sinn erfüllen - indem wir – je nach dem Gebot der Stunde – durch aktives Tun, bewusstes Erleben oder Einnehmen einer entsprechenden Haltung zu unabänderlichem Leid Werte verwirklichen und damit das Bestmögliche für uns und unser Umfeld bewirken.


#wert-voll (Nr. 108): Leben ist ein Geschenk auf Zeit
„Schweres, aus Liebe auf sich genommen, wird auch bewältigt.“ (Elisabeth Lukas „Familienglück“)

Mi. 7. Juli 2021: Jeder von uns ist im Hier und Jetzt mit seinen persönlichen Herausforderungen konfrontiert.

Auch ich bin heute aufgewacht mit diesem Gefühl der Schwere und Hoffnungslosigkeit – wie lange dauert diese Pandemie noch?

Dann hatte ich ein Telefonat, das mir schlagartig das Geschenk des Lebens bewusst machte – eine liebe Freundin ist schwer erkrankt.

Das Leben ist ein Geschenk auf Zeit.

Wozu fordert es mich heraus? Wie kann ich einen nahestehenden Menschen in dieser schweren Zeit liebevoll begleiten? Was braucht es jetzt?

Es liegt in meiner Hand, meine Haltung und Handlung sinnvoll zu wählen!


#wert-voll (Nr. 107): Worauf wartest du?
„Nur im Handeln lassen sich die Lebensfragen wahrhaft beantworten - ihre Beantwortung erfolgt in der Verantwortung je unseres Daseins.“ (Viktor E. Frankl, „Mensch sein heißt Sinn finden“)

Mi. 30. Juni 2021:
Du bist
einmalig in Deinem Da-sein und einzigartig in Deinem So-sein.

Du bist
genauso, wie Du bist - ur-gewollt, ur-geliebt und ur-gebraucht.

Du bist 
gefragt, Deinen wert- und sinn-vollen Beitrag in die Welt zu leben. Das Bestmögliche für Dich und Dein Umfeld anzustreben und zu verwirklichen.

Worauf wartest Du?


#wert-voll (Nr. 106): Mit Trotzmacht gegen die Angst

Sagen Sie einmal, muss man sich denn wirklich alles von sich gefallen lassen? Kann man nicht stärker sein als die Angst?(Viktor Frankl, DVD 1987)

Mi. 23. Juni 2021:
Die Pandemie macht viele Menschen ängstlich. Warum haben wir Angst? Was hat Angst für eine Funktion? Angst per se ist dazu da, uns zu schützen, aber wenn sie unverhältnismäßig wird, „übergroß“, verliert sie ihre Schutzfunktion und lähmt.

Gemäß der Logotherapie ist in jedem Menschen eine sogenannte „Trotzmacht des Geistes“ grundgelegt – wir können uns trotz und mit der Angst dem Leben stellen.

Es liegt nicht nur die Angst in uns, sondern auch die Möglichkeit, damit umzugehen. Auch sich aktiv Unterstützung zu holen - darüber entschieden wir selbst als aktive Gestalter:innen unseres Lebens.    

Unsere #wert-voll-Beiträge werden von Sinn-zentrierten BeraterInnen nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN verfasst. Eine Sammlung aller bisher veröffentlichten Texte finden Sie hier                    


#wert-voll (Nr. 105): Anderer Blickwinkel
„Das Wesen der menschlichen Existenz liegt in deren Selbsttranszendenz.“ (Viktor E.Frankl, „Mensch sein heißt Sinn finden“)

Mi. 9. Juni 2021:
Wer sich dauerhaft im Spiegel selbst betrachtet, sieht nur sich selbst. Er zirkuliert um sich und seine Befindlichkeiten, seine Zu- und Umstände.

Wer aber den Blick durch das Fenster der Möglichkeiten auf die Welt richtet, kann die Sinnanrufe des Augenblicks wahrnehmen. Das, was jetzt gerade dran ist, was darauf wartet, verwirklicht und gelebt zu werden. Bleiben wir aktive GestalterInnen unseres Lebens und geben unsere persönliche Antwort! (Sinn-zentrierte BeraterInnen nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 104): Bis zum letzten Atemzug
„Hinter jeder Todesangst steckt die Sorge, Sinnvolles nicht verwirklicht zu haben, denn alles was sich verwirklicht, verewigt sich.“ Viktor E. Frankl)

Mi. 2. Juni 2021:
Nach Viktor Frankl ist der Tod eigentlich der Motor des Lebens – denn nur durch die Endlichkeit des Lebens schieben wir Möglichkeiten, die darauf warten verwirklicht zu werden, und Handlungen, die not-wendend gebraucht sind, nicht bis in die Ewigkeit auf.

Sehen wir mit Werteblick auf unser Leben – gibt es noch etwas nachzureichen? Eine Aufgabe, die es zu erfüllen gilt, eine Dankbarkeit, die ausgedrückt werden will oder auch eine Wiedergutmachung, die geleistet werden möchte? (Sinn-zentrierte BeraterInnen nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 103): Sinn des Augenblicks
„Alles was sich verwirklicht, verewigt sich.“ (Viktor Frankl, Mensch sein heißt Sinn finden)

Mi. 26. Mai 2021:
Früher stand er am Rednerpult und begeisterte die Menschen. Nun ist er in Pension und durch seine Krankheit ist es ihm nicht mehr möglich, verständlich zu sprechen.

Ich sitze neben meinem Vater vor einer Online-Veranstaltung auf meinem Computer und sehe die Freude in seinen Augen blitzen, während er dem Vortragenden aufmerksam zuhört.

Ich bin glücklich und dankbar, diese sinnvolle Möglichkeit ergriffen zu haben, um mit ihm gemeinsam Erlebniswerte zu verwirklichen. (Sinn-zentrierte BeraterInnen nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 102): Brücken bauen
„Wollen wir eine Brücke schlagen von Mensch zu Mensch – und dies gilt auch von einer Brücke des Erkennens und Verstehens -, so müssen die Brückenköpfe eben nicht die Köpfe, sondern die Herzen sein.“ (Viktor E. Frankl)

Mi. 19. Mai 2021:
Jeder vertritt vehement seine Meinung und fordert für sich die Freiheit ein, diese ungefiltert und ununterbrochen der Welt kundtun zu müssen. Das Zuhören, um den anderen verstehen zu können, bleibt auf der Strecke. Es geht um die Form der Äußerungen, um Transparenz, Offenheit, Klarheit, Ruhe in der Kommunikation – nicht um Polarisierung, Spaltung und Macht.

Am Brückenbogen könnte Begegnung stattfinden und möglicherweise etwas ganz Anderes, NEUES, jenseits von richtig und falsch entstehen! (Sinn-zentrierte BeraterInnen nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 101): Leidensfähig

Mi. 12. Mai 2021:
Zwei Zitate, denen nichts hinzuzufügen ist:
Rudolf Allers: „Konflikte und Schwierigkeiten aller Art, die man früher in Kauf nahm und als unvermeidlich anerkannte, erscheinen vielen heute als ungebührliche Störungen ihres Behagens. Sie sind überzeugt davon, dass sie ein Anrecht auf ein leichtes Leben haben…Überdies scheuen sie die Verantwortung, die jeder auch nur einigermaßen folgenschweren Entscheidung anhaftet. Daher sind sie nur allzu bereit, die Entscheidung anderen aufzubürden…“

Alexander Batthyány dazu:
„Es mangelt infolge der eben beschriebenen Anspruchshaltung erstens an Dankbarkeit, zweitens an Leidensfähigkeit angesichts des unabänderlichen Schicksals, drittens an Mitgefühl und viertens an Verantwortungsbereitschaft…“
Welch niederschmetternde Gesellschafts-Diagnose!

Und jetzt ab ins stille Kämmerlein, um zu hören, was das eigene Gewissen dazu zu sagen hat… (Sinn-zentrierte BeraterInnen nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 100): Aufmerksam wählen

Mi. 5. Mai 2021:
Das Leben ist dicht, es geht in einem Tempo voran, wie es selten vorher war. Entschleunigung ist da nur ein Wunsch, der sich im Alltagswahnsinn kaum mehr andenken lässt.
Mehr denn je habe ich den Wunsch, alles festzuhalten, um innezuhalten und auszukosten: Die schönen Momente, die echten Emotionen, die Farben, welche die Natur jetzt zaubert, das Lachen der Mitmenschen… aber alles saust atemberaubend schnell vorbei. Und es ist viel… zu viel, um es wirklich wahrzunehmen.
Was sagt die Sinnlehre dazu?
Dein einziger Verfügungszeitraum, die einzige Möglichkeit zu gestalten ist JETZT UND HIER.
Also, bewusst wählen: Was ist jetzt, genau in dieser Sekunde das Sinnvollste für mich und mein Umfeld? Das Leben wird reicher, wenn man weniger Dinge parallel, mit mehr Aufmerksamkeit tut.
Also einatmen, ausatmen und wählen! (Sinn-zentrierte BeraterInnen nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)

 

#wert-voll (Nr. 99): Trauer ist mehr als ein Gefühl
„Trauer ist mehr als ein Gefühl - Trauer ist der Spiegel des Reichtums.“
(Elisabeth Lukas)

Wien, 28. April 2021:
Nichts erschüttert so sehr, wie der Tod eines geliebten Menschen. Unabhängig von den gelebten Stunden, Monaten, Jahren, die einem gemeinsam geschenkt waren, ist Trauer unermesslich.

"Jede Träne aus Trauer ist eine Träne der Liebe", schreibt E. Lukas. Wenn vor lauter Tränen kaum die Umrisse der Welt draußen wahrnehmbar sind… wie tröstlich zu wissen, dass es Ausdruck von unermesslicher Liebe ist.Ein Beweis für die Einmaligkeit und Einzigartigkeit des Menschen, der irdisch nicht mehr be/greifbar ist. Die Liebe bleibt. (Sinn-zentrierte BeraterInnen nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 98): Große Gedanken
„Man muss sich durch die kleinen Gedanken, die einen ärgern, immer wieder hindurchfinden zu den großen Gedanken, die einen stärken.“
(Dietrich Bonhoeffer)

Wien, 21. April 2021:
In erster Linie fokussieren wir die Ärgernisse, Hindernisse und Probleme in unserem Leben. Was aber, wenn es uns gelingen würde, die Absenz von manchem Übel in Augenschein zu nehmen?

Es macht dankbar zu sehen, wovon man verschont blieb. Wenn wir unser Gesichtsfeld erweitern, in einem Akt der Selbstranszendenz mehr als nur uns selbst sehen, dann finden wir die Vision, die uns stärkt, den Sinn, der uns erfüllt. (Sinn-zentrierte BeraterInnen nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 97): Das Gefühl
„Das Gefühl kann viel feinfühliger sein als der Verstand scharfsinnig.“
(Viktor E. Frankl)

Wien, 14. April 2021:
Auf dem Weg zur wöchentlichen Coronatestung. Dort, wo sich normalerweise Kinder und zahlreiche Sportbegeisterte tummeln, im Freibad und in der angrenzenden Kletterhalle, stehe ich und warte, wie viele andere. „Wie hat sich diese Welt verändert. Wann hört das endlich auf?“

Ich beschließe meine Perspektive zu erweitern und sehr bewusst auf das zu achten, was ich rund um mich wahrnehme. Menschen, die miteinander ins Gespräch kommen, telefonieren oder die Sonnenstrahlen genießen. Die Motivation ist vielfältig: die Großeltern, berufliche Gründe, Verpflichtung, Freiwilligkeit. Und während ich mich bewusst nach außen wende, spüre ich gleichzeitig in mir Zuversicht und Hoffnung wachsen.
(Sinn-zentrierte BeraterInnen nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 96): Das Leben stellt die Fragen
Das Leben selbst ist es, das dem Menschen Fragen stellt. Er hat nicht zu fragen, er ist vielmehr der vom Leben her Befragte, der dem Leben zu antworten, das Leben zu ver-antworten hat.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 7. April 2021:
Es bedarf einer bewussten Einstellung in dieser Situation der Pandemie. Und wer sagt denn, dass ich nicht ‚trotz' dieser Herausforderung einen für mich guten Weg finde, diese durchzustehen. Man denke nur daran, wie es Viktor Frankl in einer unvergleichlichen Situation möglich war, seine Einstellung so anzupassen, dass er "trotzdem Ja zum Leben" sagen konnte. (Jutta, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 95): Preis und Wert
„Nichts was ich behalte,
behält Wert; Sondern was ich opfere, erhält Wert.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 31. März 2021:
Wie in diesen Zeiten nicht die Nerven und den Mut verlieren? Behalten wir das WOFÜR im Blick. Wofür wird das Leben gerade temporär verändert, wofür bringen wir alle Opfer auf verschiedenste Art und Weise? Wofür leiste ich einen Verzicht?

Um die Welt, die nicht heil ist, aber heil-bar, zu verändern. Um unsere eine Menschheit zu bewahren.

Menschlichkeit kann und muss trotz Distanz gelebt werden. Wir haben so viele Möglichkeiten trotzdem füreinander da zu sein, uns gegenseitig Mut zuzusprechen und uns humorvoll aufzumuntern – und jeder hat die Wahl, ob er sich DAFÜR entscheidet. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 94): Die Gegenwart als Verfügungs- und Gestaltungsraum
„Der Mensch hat nach dem Tod kein ich mehr, er ist sein selbst geworden.“
(Viktor E. Frankl)

Wien, 26. März 2021:
Wir leben unser Leben mehr oder weniger in dem Bewusstsein, dass es endlich ist. Alles was bisher gelebt wurde, ist bereits unverlierbar in unserer Lebensscheune geborgen.
Als einziger Verfügungs- und Gestaltungsraum bleibt uns die Gegenwart. Bis zum Augenblick unseres Todes können wir noch feinstes Korn in unsere Scheune einbringen. Im Zeitpunkt des Todes ist der Mensch sein gelebtes Leben, er ist seine eigene Geschichte, die festgeschrieben ist für alle Ewigkeit. Nach Viktor Frankl ist das gelebte Leben die sicherste Form des Seins.


#wert-voll (Nr. 93): Vorbild
„Aus dem Immer-wieder-Gutes-Tun wird schließlich das Gut-sein.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 24. März 2021:
Unsere Frustrationstoleranz wird geprüft. Jeden Tag aufs Neue. Verzichte sind zu leisten, Einschränkungen zu akzeptieren und Veränderungen anzunehmen. Unsicherheit macht sich breit. Wie geht es weiter? Was kommt als Nächstes?

Ist dies wirklich allein der Pandemie geschuldet? Ist es nicht vielmehr das Leben, das unsere Leidensfähigkeit und Friedensfähigkeit immer wieder fordert? Uns heraus-fordert? Aus unseren eigenen definierten Grenzen, hinaus in die Weite der Welt? Wir haben es nach wie vor in unserer Hand - pro Leben zu gestalten und Vorbild zu sein. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 92): Ausrichten am Sinn
„Wer sein eigenes Leben als sinnlos empfindet, der ist nicht nur unglücklich, sondern auch kaum lebensfähig.“ (Albert Einstein)

Wien, 17. März 2021:
Viktor Frankl führte zu diesem Zitat von Albert Einstein aus, dass der Mensch nur überleben kann, wenn er auf etwas hinlebt. „Bloßes Überleben kann nicht der höchste Wert sein. Menschsein heißt ausgerichtet und hingeordnet sein auf etwas, das nicht wieder es selbst ist.“ (Viktor E. Frankl) Und er folgerte auch, dass dies nicht nur für das Überleben eines einzelnen Menschen gilt, sondern für das Überleben der Menschheit an sich.
Der Mensch, der auf ein Ziel in der Zukunft oder einen Sinn, den es in der Zukunft zu erfüllen gilt, hinlebt, steht in der Sinnausrichtung. Er ist hingegeben an die Welt und offen für den Sinnanruf des Augenblicks - ohne in einer Anspruchshaltung an das Leben Glück, Erfolg, Macht, Geld oder Liebe einzufordern. Er steht autonom und souverän und was -gleichsam einem Nebeneffekt- ihm sonst noch vom Leben zufallen kann, ist Geschenk.

#wert-voll (Nr. 91): Menschsein
„Menschsein im eigentlichen Sinne fängt (…) dort überhaupt erst an, wo der Mensch über alle Bedingtheit irgendwie auch schon hinaus ist, und zwar kraft dessen, was ich die Trotzmacht des Geistes zu nennen pflege.“
(Viktor E. Frankl)

Wien, 10. März 2021:
Wir sind einmalig, einzigartig und unersetzbar. Wir sind – so wie wir sind – gebraucht. In unserem Da-sein und So-sein.  

Jeder Mensch leistet seinen Beitrag, um Leben zu bewahren, zu gestalten und auch zu verabschieden. Mit der in jedem Menschen zugrunde gelegten Trotzmacht können wir unseren inneren Zuständen und äußeren Umständen entgegentreten, wenn es sinnvoll und notwendig ist.

Was ist jetzt wirklich dran? Was ist das Bestmögliche für mich und alle Beteiligten? Der Sinn des Augenblicks zieht über alle inneren und äußeren Hindernisse - wir können Kraft mobilisieren um -Trotz allem- menschlich zu sein. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 90): Ich bin frei und verantwortlich - für mich und mein Umfeld

Wien, 3. März 2021:
Freilich, diese intensive Zeit, die in vielen Partnerschaften gerade jetzt zu Umbrüchen führen kann, verlangt Vieles ab. Man kann einander nicht aus dem Weg gehen oder sich eine kleine Auszeit nehmen. Man klebt förmlich aufeinander und der Alltag schlägt zu!

Viktor E. Frankl hat sehr früh auf die Psychohygiene hingewiesen – und damit eine entscheidende Kraftquelle in uns selbst hervorgehoben. Die Wichtigkeit auch sich selbst etwas Gutes zu tun. Die Anstrengung sich auch einmal in den anderen hineinzuversetzen, kann helfen, die Sichtweise des Gegenübers zu verstehen.

Wer entscheidet und verantwortet nun über die Folgen für die Paarbeziehung nach der Krise? Der Andere? Die Umstände? ICH? (Annemarie, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN) 


#wert-voll (Nr. 89): Unter allen Umständen sinnvoll
„… das Leben erweist sich als bedingungslos sinnvoll, es bleibt sinnvoll – es hat Sinn und behält ihn – unter allen Bedingungen und Umständen.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 24. Februar 2021:
Der Mensch ist ein Wesen, das von einer tiefen Sehnsucht nach Sinn erfüllt ist. Er ist in der Lage, sich für oder gegen einen Sinn im Leben zu entscheiden.

Entscheidet er sich dafür, vertraut er darauf, dass er vom Leben gehalten und getragen wird. Auch wenn er oft den umfassenden Sinn in der betreffenden Lebenssituation nicht sehen oder begreifen kann.

Wenn ich mich entscheide, dass mein Leben einen Sinn hat, so hat es diesen unter allen Umständen und allen Bedingungen. Also auch in Krankheit, bei unabänderlichem Leid und Schicksalsschlägen. Und es behält diesen tröstlicherweise auch - er kann nicht verloren gehen. Diese Haltung hilft, Krisen leichter zu überstehen. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 88): Tanz der Hoffnung
„Die Hoffnung ist der Regenbogen über den herabstürzenden jähen Bach des Lebens (…) mit zarter schöner Kühnheit ihn überspringend, dort wo er am wildesten und gefährlichsten braust.“ (Friedrich Nietzsche)

Wien, 17. Februar 2021:
Die Jerusalema Dance Challenge geht um die Welt. Ich weiß nicht, wie es Ihnen damit geht, aber – die Musik berührt mich immer wieder, sie vermittelt Hoffnung, Sanftheit und neue Lebensfreude. Sie zaubert ein Lächeln ins Gesicht, lässt einen die Sorgen für einen Moment vergessen. Sie nimmt der Pandemie den Schrecken und gibt Kraft.

Dieses Lied ist ein Geschenk an die Menschen. Wenn sie gemeinsam tanzen, dann spüren sie die Verbundenheit miteinander, trotz Distanz. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 87): Sinnvolle Fragen
„Der Fragmentcharakter des Lebens tut dem Sinn keinen Abbruch.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 10. Februar 2021:
Blicken wir in unsere Vergangenheit: Worauf können wir in Dankbarkeit zurückschauen?
Nehmen wir unsere Gegenwart wahr: Was ist jetzt dran? Was soll von uns gelebt werden?

Richten wir den Fokus auf unsere Zukunft: Wie möchte ich in 5 Jahren auf diese Zeit zurückblicken? Möchte ich mich als Opfer gefühlt haben, das im Hader mit sich und der Welt war? Oder habe ich mich den Herausforderungen der Zeit verantwortungsbewusst gestellt? (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 86): Die Zeit danach
„Die Welt ist nicht heil, aber heil-bar.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 3. Februar 2021:
Ich sprach mit einer Freundin über die Pandemie. Sie sagte einen wichtigen Schlüsselsatz zu mir, den ich hier gerne mit Ihnen teilen möchte: Es kommt eine Zeit danach

Das, was so selbstverständlich und einfach klingt, übte auf mich eine plötzliche entlastende Wirkung aus. Wenn man die Pandemie als Wolke sehen möchte, die sich zurzeit massiv vor unsere Lebenssonne schiebt – dann sollten wir nicht vergessen, dass einerseits die Sonne hinter der Wolke permanent weiterscheint und dass auch diese Wolke – zwar sehr langsam, aber doch- vorüberzieht! (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 85): Wille zum Sinn
„Man pflegt zu sagen: Wo ein Wille, dort ist auch ein Weg. Ich wage zu behaupten: Wo ein Ziel, dort ist auch ein Wille.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 27. Jänner 2021:
Die Logotherapie geht davon aus, dass die Motivation des Menschen der Wille zum Sinn ist. Der Mensch möchte für etwas, für jemanden gut sein. Und er möchte sich selbst als sinn-voll erleben. Die jetzige Situation fordert uns alle in unserem Menschsein heraus.

Viele COVID-19 PatientInnen müssen Isolation sowie gesundheitliche und gesellschaftliche Einschränkungen akzeptieren. Andere versorgen Verwandte, Freund*innen, Bekannte, die positiv getestet wurden. Jeder versucht sein Leben bestmöglich zu meistern.

Das Ziel? Im Sinne verantwortungsvoller Fürsorge für sich und die Gesellschaft zu leben. Die Kraft dazu verleiht der Wille zum sinnvollen Tun, der in jedem Menschen Grund gelegt ist. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 84): Gefährdete Risikogruppe?

Wien, 20. Jänner 2021:
Du bist alt und gehörst zur „gefährdeten Risikogruppe“ – so wie ich?
Ja, es stimmt: Der Körper baut ab, wird mühsam und tut nicht mehr so – wie ich es will.
Die Psyche wird labiler, einmal geht es besser, dann wieder schlechter – oft so, wie der körperliche Zustand es vorgibt – aber nicht, wie ich es will.
Die zwei, der Körper und die Psyche scheinen sich abzusprechen, sind Verbündete!
Doch da gibt es etwas in mir, das ist jung geblieben, dynamisch, frei, will sich ausdrücken, etwas sagen, erzählen – da kann ich sein, wie ich es will!
Jeder Mensch hat seine ganz besonderen Erfahrungen, Erlebnisse, Erleidnisse, die für kommende Generationen, Kinder, Enkerln, … durchaus spannend sind, die sie staunen lassen, Mut machen können zur eigenen Lebensgestaltung, Lebensbewältigung und Lebensfreude anregen können.
Schreib sie auf, diktiere sie ins Handy, erzähle sie – immer, wenn es dein psycho-physischer Zustand erlaubt: So wie du es willst.
Auch wenn es nur ein Gedanke ist es oder ein ganzes Buch wird – egal, es ist ganz deines – ein absolutes Novum, etwas ganz Neues, Großes, Besonderes.
Carpe diem – pflücke den Tag! Ich will es und tu es!
Für mich selber? Für dich? – Das lass ich offen …
(Heidemarie, Vorständin des VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 83): Was machst du jetzt?

Wien, 13. Jänner, 2021:
Die Schulen werden voraussichtlich nur teilweise geöffnet. Der Boden unter meinen Füßen beginnt zu wanken, ich bemerke, wie meine Emotionen durcheinanderwirbeln. Ich bin verzweifelt – das bedeutet, ich bin weiter zu 1000% über/gefordert… keine Entspannung in Sicht.
Zwei enttäuschte, traurige Schulkinder schauen mich mit großen Augen an. Auch ihre Psyche fährt Achterbahn… die zwei kleineren Geschwister verstehen die Welt nicht.
 
„Nun?“, fragt das Leben, „was machst du jetzt?“

„Vorbild sein …, einfach nur versuchen, Vorbild zu sein“, antworte ich. Durchatmen. Aufrichten. Mich auf die Gesundheit meiner Familie besinnen. Mit meiner Trotzmacht des Geistes meine Psyche bändigen und das Positive herausringen. Welche Erfahrungskompetenzen habe ich in den letzten Monaten gemacht?
Was hat funktioniert? – das bleibt.
Was war nicht gut? – Das ändern wir JETZT.
 
Es geht weiter, das Bestmöglich für mich und alle meine Lieben … Wir meistern das!
(Annemarie, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)
 

#wert-voll (Nr. 82): Was ist also der Mensch?
„Was also ist der Mensch, dass wir seiner gedenken?

„Er ist ein Schilfrohr“, hat Pascal gesagt, „- aber ein Schilfrohr, das denkt!“
Und dieses Denken, dieses Bewusstsein, dieses Verantwortlichsein – es macht die Würde des Menschen aus, die Würde jedes einzelnen Menschen, ob er sie mit Füßen tritt – oder ob er sie wahrt.“ (Viktor E. Frankl, „Es kommt der Tag da bist du frei“, S. 222)

Wien, 30. Dezember 2020:
Aber wie wahre ich eigentlich meine Würde?
Indem ich mir bewusst bin, dass ich jedes Mal, wenn ich die Würde eines anderen Menschen missachte, vor allem meine eigene Würde verletze.
Jedes Mal, wenn ich auf Kosten anderer einseitige Profite mache, wenn ich Menschen zum Objekt meiner Bewertungen mache, wenn ich sie zur rücksichtslosen Realisierung meiner persönlichen Absichten, Vorteile und Ziele benutze…
Stellen wir uns vor: Welch paradiesischer Ort könnte unsere Welt sein, wenn sich die Menschen ihrer Würde – die sie als Mensch auszeichnet! – bewusst wären und folgerichtig alles unterließen, was „unter ihrer Würde“ ist!
Eine Utopie? Ein Auftrag!
Wissen wir doch: Der einzige Mensch, den ich verändern kann – bin ich selbst! (Petra, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 81): Zum Jahreswechsel

Wien, 29. Dezember 2020:
Corona greift unseren Körper an – macht krank und tötet.
Corona greift unsere Psyche an – macht trübsinnig und ängstlich.
Corona wird gestaltet und entmachtet durch die Geistbegabung des Menschen:

  • Liebevolle Pflege des Körpers in Intensivstationen auf der ganzen Welt …
  • Siegreiche Entwicklung eines hilfreichen Impfstoffes …
  • Humorvolle Gedanken im Internet, die zum Lächeln anregen …
  • Künstlerische Ideen, die zu neuen Gedanken führen …
  • Kreative Überlegungen, die trotz allem Freizeitaktivitäten ermöglichen …
  • Gebete, die Hoffnung schenken …

"Der Mensch hat einen Körper, er hat eine Psyche – und er IST ein geistbegabtes Wesen und kann dadurch zu Körper und Psyche, zu Umständen und Zuständen Stellung nehmen", sagt Viktor E. Frankl
In diesem Sinne wünscht das VIKTOR FRANKL ZENTRUM Team ein liebevolles, siegreiches, humorvolles, künstlerisches, kreatives und hoffnungsvolles neues Jahr.

Wie es sich weiterentwickelt? – Das liegt in unser aller Gedanken, Tun und Handeln:

  • Gemeinsam soziale Herausforderungen stemmen …
  • Gemeinsam nachhaltige wirtschaftliche Strategien entwerfen …
  • Fantasievolle Lösungen für die Klimakrise suchen …
  • Erkennen, dass wir eine Menschheit auf einem Planeten sind …

"Die Welt ist nicht heil, aber heilbar."
Viktor E. Frankl
(Heidemarie Zürner, Vorständin des VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 80): Lebenslicht
„Was Licht geben soll, muss das Brennen aushalten.“
(Viktor E. Frankl)

Wien, 23. Dezember 2020:
Am Ende – wenn die Kerze heruntergebrannt ist und ihr Licht erlischt - was bleibt zurück? Die Materie ist verbrannt. Des Lichtes heller Schein verblasst. Der kalte Rauch füllt vielleicht noch einen Moment den Raum, aber dann?

Stille, wo einst knisterndes, lebendiges Flackern war. Kälte, statt wärmender Flammen. Finsternis, die einst ein heller Lichtstrahl durchbrach.
War das Brennen und Leuchten der Kerze umsonst? War es etwa nicht existent, nur weil es nicht mehr ist?

Die Kerze war da. Sie hat gebrannt, wohlige Wärme geschenkt, mit ihrem hellen Licht erfreut und Trost gespendet. Sie hat im Luftzug getanzt, bis es Zeit war für sie zu erlöschen. Jeder wird sich an ihr Leuchten erinnern. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 79): Gedenken
Wo alle Worte zu wenig wären, dort ist jedes Wort zu viel.“ (Viktor E. Frankl aus „Der leidende Mensch“)

Wien, 16. Dezember 2020:
In Zeiten existentieller Not, großem Leid und bei Verlust von geliebten Menschen kommt es auf unser Menschsein an, auch ohne Worte! (Jutta, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 78): Das Wissen um eine Lebensaufgabe
„Das Wissen um eine Lebensaufgabe hat einen eminent psychotherapeutischen und psychohygienischen Wert.“
(Viktor E. Frankl)

Wien, 9. Dezember 2020:
Nach Viktor E. Frankl hat jeder von uns nicht nur einen besonderen Platz im Leben, den er mit seinem „Da-sein“ nur selbst einnehmen kann, sondern auch eine besondere Aufgabe, die er mit seinem „So-sein“ nur selbst erfüllen kann.
Sei es eine große Lebensaufgabe oder eben ein besonderer Sinn des Augenblicks, den das Leben momentan an uns adressiert. Wenn wir diese als an uns gerichteten besonderen Sinnanruf erkennen, wo wir - aufgrund unserer Fähigkeiten und Erfahrungen - im Hier und Jetzt gefragt sind, kann uns diese Erkenntnis Kraft zur Bewältigung der uns zugedachten Lebensaufgaben geben. Als Nebeneffekt wird der Mensch in seiner Resilienz und Stressresistenz gestärkt. (Klara, Sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 77): Pro-Agieren statt resignieren
„Wären wir unsterblich, könnten wir jede Handlung ins Unendliche aufschieben (…) Nur angesichts des Todes stehen wir unter dem Zwang, unsere Lebenszeit auszunützen.“
(Viktor E. Frankl)

Wien, 2. Dezember 2020:
Plötzlich führt uns eine Pandemie unsere eigene Endlichkeit vor Augen. Wir werden unweigerlich damit konfrontiert, dass unser Leben nicht endlos dauert. Der eigene Tod ist eigentlich „Motor des Lebens“ – denn solange wir leben, können wir Sinn erfüllen und Werte verwirklichen. Wir können reiche Ernte in unsere Lebensscheune einfahren.

Gemäß Viktor Frankl gibt es Verzweiflung nur vor dem Hintergrund einer nicht gelebten Sinnverwirklichung. Statt die Hände in den Schoß zu legen und in Verzweiflung zu versinken - die Ärmel hochkrempeln und voller Tatendrang das tun, was der Mensch tun kann – Pro-Leben agieren statt resignieren! Der Sinn zieht – über alle inneren und äußeren Hindernisse hinweg- und lässt uns über uns selbst hinauswachsen. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 76): Überwindung der Schwierigkeiten
„Wer um einen Sinn seines Lebens weiß, dem verhilft dieses Bewusstsein mehr als alles andere dazu, äußere Schwierigkeiten und innere Beschwerden zu überwinden.“
(Viktor E. Frankl)

Wien, 25. November 2020:
Diese Erkenntnis ist für mich eine von Viktor Frankls wichtigsten Botschaften, in der seine Logotherapie auf den Punkt gebracht wird und die die Wirkungsweise seines Motivationsansatzes - mit „Sinn im Blick“ - erklärt.

Wenn wir uns auch in diesen besonders herausfordernden COVID-19-Zeiten weiterhin auf die Erfüllung unserer eigenen Lebensaufgaben konzentrieren, kann diese sinn-orientierte Einstellung in uns ungeahnte Kräfte entfachen und wir werden diese Aufgaben trotz der anhaltenden „äußeren Schwierigkeiten“ und „inneren Beschwerden“ weiterhin erfolgreich bewältigen können. (Klara, Sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 75): Orientierung
„Im Gegensatz zum Tier sagt dem Menschen kein Instinkt, was er muss. Und im Gegensatz zum Menschen in früheren Zeiten sagt ihm keine Tradition mehr, was er soll, und nun scheint er nicht mehr recht zu wissen, was er eigentlich will...“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 18. November 2020:
Sind wir also orientierungslose Opfer des Zeitgeistes? Den weltlichen und spirituellen Strömungen der Gesellschaft hilflos ausgeliefert? Verzichten wir freiwillig darauf, eine eigene Meinung zu haben, individuell Entscheidungen zu treffen und diese zu verantworten?

Aus logotherapeutischer Sicht ist in jedem Menschen ein Wille zum Sinn grundgelegt, er ist von einer tiefen Sehnsucht nach Sinn erfüllt. Die Sinnanrufe des Lebens an uns sind da, es liegt an uns, diese wahrzunehmen und die überall vorfindlichen Werte zu verwirklichen.

Der Sinn zieht – über alle inneren und äußeren Hindernisse hinweg - und lässt uns über uns selbst hinauswachsen. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 74): Lebensweg
„Ich habe mir einmal sagen lassen, dass ein Gewölbe, das baufällig geworden ist, dadurch gestützt und gefestigt werden kann – paradoxerweise dadurch – dass man es belastet. Nicht unähnlich ergeht es dem Menschen: mit den äußeren Schwierigkeiten wächst anscheinend seine innere Widerstandskraft.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 11. November 2020:
Die lang ersehnte Beförderung bekommt natürlich der Kollege, der Größte im Theater sitzt immer vor mir, meine Kinder schalten beim Klang meiner Stimme auf Durchzug - so oder ähnlich klingt das Klagelied, wenn das Leben unsere Erwartungshaltung nicht erfüllt.

Manchmal ist der Lebensweg steinig. Kleine Steine bohren sich mitunter spitz in die Fußsohlen bei jedem Schritt. Bleiben wir deswegen stehen?
Liegt es nicht an uns, unsere Füße mit Bedacht auf den Weg zu setzen?

Auf die richtige Belastung zu achten, die passende Bewegung zu wählen, um die Balance zu halten und weiterzugehen? Die Äste, die auf dem Weg liegen, zu überspringen?
(Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)
 
#wert-voll (Nr. 73 | Sonderausgabe): Zur aktuellen Lage
"Die Rettung der Menschen liegt in der Liebe und kommt durch die Liebe."
(Viktor E. Frankl)
 
In den vergangenen Tagen haben wir oft gelesen, dass das Ziel eines Terrorakts ist, die Gesellschaft zu spalten, Angst und Hass zu schüren – und manche haben vielleicht persönlich erfahren, wie stark diese Gefühle werden können aus Sorge um eine geliebte Person, die sich genau an jenem Abend mitten in der Stadt befunden hat.
Gleichzeitig spüren wir eine große Welle der Solidarität, getragen durch die Liebe zu unserer Hauptstadt, die Liebe zum Leben, die Liebe zur Freiheit, die Liebe zur Vielfalt, die Liebe zu einer Menschheit.
Beides ist wahr und dennoch ist es unsere höchstpersönliche Entscheidung, in welchem Sinne wir Antwort geben auf diese hasserfüllte Tat - eine Antwort aus Angst VOR oder aus Liebe ZU.
(Roswitha, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)

#wert-voll (Nr. 72): Über uns hinaus wachsen
„Selbst ein Leben, das wir anscheinend vertan haben, lässt sich noch rückwirkend mit Sinn erfüllen, indem wir gerade durch die Selbsterkenntnis über uns hinauswachsen.“
(Viktor E. Frankl)

Wien, 04. November 2020: Verzweifelt liegt er im Bett und sieht aus dem Fenster. Er spürt, wie sein Leben sich dem Ende zuneigt. Er sieht seinen Lebensfilm vorüberziehen - jede Ausbildung abgebrochen, nichts zu Ende gebracht, seine Beziehung in den Sand gesetzt, kein „Wofür“ im Leben gefunden - und nun ist es zu spät.

Was würden Sie dem armen Mann sagen? Würden Sie ihm recht geben? Mag sein, dass er Chancen ungenützt verstreichen ließ, dass er Schuld auf sich geladen hat - aber ist deswegen seine gesamte Existenz, alles was er in diesem Leben bis jetzt gelebt und für immer gezeitigt hat, umsonst und wertlos?

Nein! Allein durch das Erkennen seiner Versäumnisse, seiner nicht wahrgenommenen Sinnanrufe und die aufrichtige Reue wird er selbst ein anderer. Im Moment der Erkenntnis wächst er über sich hinaus und kann friedlich loslassen. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 71): Schenken
„Schenken schlägt eine Brücke über den Abgrund der Einsamkeit.“ (Antoine de Saint Exupery)

Wien, 28. Oktober 2020:
Gemäß Viktor E. Frankl prägen wir uns durch die Haltung, die wir einnehmen und die Handlungen, die von uns ausgehen. Immerwährend gestalten wir unser Selbst und reifen zur Persönlichkeit.
Wann haben Sie das letzte Mal jemanden beschenkt? Mit einem aufmunternden Lächeln, mit einem lieben Wort, einer helfenden Hand oder einem geduldigen Ohr?
Im Akt des selbstlosen Gebens an ein „Du“, an einen anderen Menschen, wird man ganz nebenbei selbst beschenkt. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 70): Mehr denn je
„Wollen wir eine Brücke schlagen von Mensch zu Mensch – und dies gilt auch von einer Brücke des Erkennens und Verstehens –, so müssen die Brückenköpfe eben nicht die Köpfe, sondern die Herzen sein." (Viktor E. Frankl)

Wien, 21. Oktober 2020:
Mehr denn je gehen heute Meinungen auseinander, existentielle Bedürfnisse kollidieren, nicht einmal über Zahlen und Fakten herrscht Einigkeit. Es ist schwieriger geworden, aufeinander zuzugehen – und ganz leicht, einander zu verurteilen.
Umso mehr gilt es jetzt, sich um Verständnis, um Akzeptanz zu bemühen: letztlich versucht jeder Mensch auf seine Weise, sich in der Welt zu orientieren und sein Leben zu meistern. Hören wir also zu, schauen wir hin, und halten wir es aus – andere Ansichten, Dissonanzen, Uneindeutigkeiten, Unsicherheiten…
Versuchen wir die Person, den Menschen „hinter der Meinung“ zu erkennen. Reden wir miteinander – weniger mit dem Wunsch verstanden zu werden, sondern um zu verstehen. (Petra, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)
 

#wert-voll (Nr. 69): Mut ist mit der Angst zu tanzen
„Sagen Sie einmal, muss man sich denn wirklich alles gefallen lassen? Kann man nicht stärker sein als die Angst? Es gibt das, was ich einmal bezeichnet habe als die Trotzmacht des Geistes, nämlich gegenüber den Schwächen und Ängsten der Seele. Und das muss und kann mobilisiert werden.“
(Viktor E. Frankl, DVD, 1987)

Wien, 14. Oktober 2020:
Die Covid-19 Pandemie ist eine Herausforderung. Sie ist eine von vielen Lebensfragen, die an uns gestellt wird. Wir haben immer die Möglichkeit einer personalen Stellungnahme. Unsere Haltung und Einstellung zu den Dingen wählen wir frei. Welche Antwort will jeder Einzelne von uns geben? Welche Stellungnahme ver-antworten?

Viele Menschen haben Angst, fühlen Unsicherheit aufgrund der anhaltenden fordernden Situation – im Beruf, im Privaten. Die Textzeile eines Liedes lautet - „Mut ist, wenn Du mit der Angst tanzt“ – lenken wir den Blick auf das verbleibende Heile, auf das, „was auch wahr ist“ und auf die geschenkten Zufriedenheiten im Leben.“ (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 68): Aufgefordert sein
Wien, 6. Oktober 2020:
Die 1. Grundthese von Viktor E. Frankl besagt: „Dass wir nach dem Sinn des Lebens eigentlich nicht fragen dürfen, da wir selbst es sind, die da befragt werden: Wir sind es, die zu antworten haben auf die Fragen, die uns das Leben stellt. Und diese Lebensfragen können wir nur beantworten, indem wir unser Dasein selbst verantworten.“

Als Mutter zweier Volkschulkinder stelle ich immer wieder fest: jeder Tag ist anders, jeder Tag bringt neue Herausforderungen und jeder Tag braucht meine Entscheidungen.
Ich bin vom Leben dazu aufgefordert, meine persönliche und bestmögliche Antwort zu geben.
Es beruhigt mich daher zu wissen, dass es in MEINER Hand liegt, wie ICH die aktuellen Lebensfragen bewerte, Stellung dazu beziehe und über sie entscheide.
Die momentane Weltsituation ist von vielen Unsicherheiten geprägt und unsere Verantwortung ist größer denn je - jede Person ist zur Mitgestaltung aufgefordert, denn auf unsere Antwort kommt es an. (Marlies, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 67): Schwierige Zeiten
Wien, 30. September 2020:
Schwierige Zeiten – wer heute den Fehler macht, einen Blick auf die Nachrichten zu werfen, wird erschlagen von einer Fülle an Katastrophen. In jedem noch so entfernten Winkel der Erde brennt oder schmilzt es, wird gerodet, zerstört, gelogen, verhaftet, ausgerottet und gemordet. Dieses Virus ist sowieso allgegenwärtig.
Was bleibt da einem kleinen, ohnmächtigen Menschlein: Decke über den Kopf und resignieren, oder Tanz auf dem Vulkan – eh alles wurscht!
Nein! Viktor Frankl sagt: „Alles liegt am einzelnen Menschen.“ „Was wir ausstrahlen in die Welt, die Wellen, die von unserem Sein ausgehen – das ist es, was von uns bleiben wird…“

Und darüber, was wir ausstrahlen, jeden einzelnen Tag, entscheiden wir allemal allein! Daran hindert uns nichts und niemand – kein rücksichtsloser Diktator, kein verantwortungsloser Präsident und kein CO2 in der Atmosphäre. Das Coronavirus auch nicht. (Petra K., Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 66): Liebe
„Das Ich wird Ich erst am Du“ (Viktor E. Frankl nach Martin Buber)

Wien, 23. September 2020:
Jeder Mensch hat die Möglichkeit, seine Liebe auf einzigartige Weise zu zeigen. Die/der eine singt Liebeslieder zu Gitarrenklängen, eine andere/ein anderer kocht täglich ein liebevoll bereitetes Essen. Eine/r schreibt Gedichte, während ein anderer/eine andere alles im Haus repariert oder schweigend die Liebsten umarmt. Vielleicht räumen sie auch ihr Zimmer auf oder helfen unaufgefordert im Haushalt. Manche versuchen andere durch Witze aufzuheitern und trocknen sanft Tränen.
Durch Achtsamkeit gegenüber unseren Mitmenschen nehmen wir wahr, was uns unverdient geschenkt wird. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 65): Das Schicksal gehört zum Menschen
„Das Schicksal gehört zum Menschen wie der Boden, an den ihn die Schwerkraft fesselt, ohne die aber das Gehen unmöglich wäre. Zu unserem Schicksal haben wir zu stehen wie zu dem Boden, auf dem wir stehen - ein Boden, der das Sprungbrett für unsere Freiheit ist. (Viktor E. Frankl)

Wien, 16. September 2020:
Das Schicksal tritt ungefragt und unverdient in unser Leben. Es kann uns existenziell erschüttern bis ins Mark. Oft hadern wir mit dem Schicksal, das uns eiskalt erwischt. Der sorgfältig geplante Weg ist auf einmal versperrt, Perspektiven zunichte gemacht, wir verlieren den Boden unter den Füßen. Die Forderung der Stunde kann sein, sein Schicksal tätig zu gestalten oder – sofern das Schicksal dem Menschen unabänderliches Leid in Form von z.B. schwerer Erkrankung oder Tod eines geliebten Menschen auferlegt – zu versuchen, das Unabänderliche tapfer anzunehmen. Tag für Tag. Stunde für Stunde. Aus Liebe zu meinem Umfeld und um dem Verstorbenen ein „liebendes Nachglühen“ zu ermöglichen. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN, Juristin)


#wert-voll (Nr. 64): Selbstbild – Menschenbild - Weltbild
Menschsein heißt Bewusstsein und verantwortlich sein.(Viktor E. Frankl)

Wien, 09. September 2020:
Selbstbild, Menschbild und Weltbild. Diese drei gehören eng zusammen. Warum?
Habe ich ein negatives Selbstbild, wie z.B.: „Ich kann nichts, ich weiß nichts, ich bin nichts…so traue ich auch meinen Nächsten nicht viel zu und meine Hoffnung für die Zukunft der Welt ist ebenso düster eingefärbt … Habe ich hingegen ein positives Selbstbild, wie z. B. „Wie gut, dass es mich gibt, ich traue mir das zu, wer - wenn nicht ich - soll sich dafür einsetzen? Ich kenne meine Grenzen … so traue ich auch meinen nächsten Mitmenschen Gutes zu und vertrete die Hoffnung, dass viele Menschen die Welt tatkräftig und konstruktiv mitgestalten.

So einfach kann es gehen und es liegt zu einem großen Teil an mir und meiner Meinung über mich! (VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


Anlässlich des 23. Todestages von Viktor E. Frankl am 2. September:
#wert-voll (Nr. 63): Hoffnung schenken
„Die Hoffnung ist der Regenbogen über den herabstürzenden jähen Bach des Lebens….mit zarter schöner Kühnheit ihn überspringend, dort wo er am wildesten und gefährlichsten braust.“ (Friedrich Nietzsche)

Wien, 02. September 2020:
Wie bleibt der Mensch in Krisenzeiten seelisch heil? Wie können wir dem Damoklesschwert der Pandemie entkommen? Indem wir mutig und sinn-voll agieren. Uns einsetzen, damit das Leben miteinander gelingt und die Welt heilbar wird. Jeder von uns kann in seinem Umfeld pro Leben agieren.

Wir sind eine Menschheit. Freiheit ohne Verantwortung gibt es nicht. Jeder Einzelne ist aufgefordert, das Seinige zu tun. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN, Juristin)


#wert-voll (Nr. 62): Dem Leben Antwort geben
Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie. (Viktor E. Frankl zitiert Friedrich Nietzsche)

Wien, 26. August 2020:
Das Leben stellt die Fragen – wir sind die vom Leben Befragten, die dem Leben zu antworten, die das Leben zu ver-antworten haben.  Manchmal nehmen wir den Appellcharakter des Lebens nicht wahr. Doch die Sinnanrufe an jeden Einzelnen von uns sind da – in jeder Minute, in jeder Sekunde.

Ich traf nach längerer Zeit eine ehemalige Arbeitskollegin wieder. Sie hatte ihren Beruf aufgegeben, um sich neu zu orientieren. In dieser Zeit erkrankte plötzlich ihre bis dato gesunde Mutter schwer. Der Sinn des Augenblicks war ein anderer geworden. Sie begleitete ihre Mutter liebevoll in ihren schweren Stunden und stand ihr bei, als es Zeit war „andere Räume zu durchschreiten“. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN, Juristin)


#wert-voll (Nr. 61): Ein Perspektivenwechsel
Der Mensch ist das Wesen, das immer entscheidet. Und was entscheidet es? Was es im nächsten Augenblick sein wird.Viktor E. Frankl

Wien, 19. August 2020:
Die Kinder sind gesund aufgewacht, das Frühstück steht am Tisch, das Auto springt an, die ArbeitskollegInnen sind da, Freunde erkundigen sich, meine PartnerIn ist besorgt um mich, ich besuche einen kranken Freund, ich schlichte Streit, ich gehe trotz Müdigkeit auf die Fragen meiner SchülerInnen ein …

Wenn ich mir bewusst bin, dass alles Geschenk ist und nichts selbstverständlich ist, lasse ich meine Anspruchshaltung fallen und bin einfach dankbar für das, was da ist …

Dankbare Menschen machen Mut, schenken Lebensfreude und sind zufrieden – probieren Sie es einfach aus, Sie werden sich wundern, wie viel Lob, auch Selbstlob, von Ihnen ausgehen! (VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 60): Familienorchester
Familie ist das Wissen, einen unverlierbaren Platz auf dieser Welt zu haben, an dem man immer willkommen ist, sei man Bettler oder Millionär.
(Elisabeth Lukas)

Wien, 12. August 2020:
Es ist eine Zeit, in der wir mitunter sehr still werden müssen – um behutsam die leisen Zwischentöne wahrzunehmen, die unsere Mitmenschen bewegen. Um den richtigen Takt, gleichsam eines Orchesters, zu finden. Hellhörig zu sein, um unseren Einsatz nicht zu verpassen oder auch im richtigen Moment zu verstummen.

Jeder im Familienorchester leistet seinen wertvollen Beitrag – zum Gelingen oder Misslingen des Gesamtkunstwerkes. Musizieren wir doch weiterhin gemeinsam! (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN, Juristin)


#wert-voll (Nr. 59): Leid in Leistung verwandeln
„Das Leben hat einen Sinn und behält ihn unter allen Umständen auch im Leiden.“
(Viktor E. Frankl)

Wien, 5. August 2020:
Menschen mit Vorerkrankung sind besonders gefährdet – und wollen trotz allem leben. Sie meistern ihre bereits bestehende Erkrankung auf bewundernswerte Art und Weise. In dieser Zeit brauchen sie unsere Solidarität und unsere Umsicht besonders.

Der tüchtige Mann im Geschäft in derselben Gasse, wo Sie wohnen, ist schwer krank. Trotzdem steht er – immer wenn es sein Gesundheitszustand zulässt - im Geschäft und ist für seine Kunden da. Und wirkt glücklich dabei. Die 10-jährige Tochter Ihrer Freundin hat schwerwiegende Lungenprobleme und geht daher noch immer nicht in die Schule, weil es zu riskant ist für sie. Trotzdem trägt sie es tapfer und lächelt. Ihre Eltern sind liebevoll für sie da und suchen nach einer sinnvollen Lösung.

Wenn ich diese Schicksale betrachte, werde ich persönlich demütig und empfinde Hochachtung vor der Art und Weise, wie diese Menschen täglich ihr Leid in höchste Leistung verwandeln! (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 58): Gewissen
"In Euch wohnt ein ‚Sinn-Organ’ namens Gewissen! Säubert es vom Gestrüpp sämtlicher Fremdeinflüsse und Indoktrinationen und lauscht ihm in Ruhe, Einsamkeit und absoluter Ehrlichkeit! Es wird Euch, einem inneren Navigationsgerät gleich, stets die Richtung weisen. Die eine, die gerade jetzt und exakt für Euch stimmig ist. Es lässt Euch nicht im Stich. Folgt Eurem Gewissen und blickt mutig in die Zukunft! Die Welt ist nicht heil, aber heil-bar. Sie braucht Euch, sie wartet auf Euch und Euer Engagement. Sie ist die Spielwiese und zugleich der Prüfstein des menschlichen Geistes…“
(Elisabeth Lukas zum 115. Geburtstag von Viktor Frankl am 26. März 2020)

Wien, 29. Juli 2020:
Das Gewissen ist unser treuester Wegbegleiter durchs Leben, unsere Orientierungshilfe in diesen unsicheren Zeiten, unser Halt, wenn scheinbar Sicheres und Stabiles wegbricht. Diese innere Stimme, unsere Herzensweisheit, ist immer wohlmeinend, pro Leben, gibt Orientierung und zeigt uns den sinnvollsten Weg. Folgen wir dieser Stimme, dann fließen uns Kräfte zu, und wir können souverän und autonom agieren und somit Co-Kreator sein. Die Welt braucht uns! (Bärbel, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Lehrerin)


#wert-voll (Nr. 57): In bester Intention
„Die Intention ist unser, der Effekt Gottes.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 22. Juli 2020:
Wir entscheiden besten Wissens und Gewissens sinnorientiert am Besten für uns und unser Umfeld, handeln in der besten Intention und trotzdem kann es „falsch verstanden werden“. Wir können immer nur in unserem eigenen Freiraum agieren - wie es aber beim Gegenüber ankommt, liegt nicht in unserer Hand.
Wie etwa ein liebevoll ausgewähltes Geschenk angenommen wird, wie ein aufmunterndes Wort verstanden oder eine gut gemeinte Hilfestellung aufgefasst wird – all das entscheiden nicht wir. Wenn wir uns also frei machen von unserer Erwartungshaltung, bleiben wir autonom und am Sinn ausgerichtet. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 56): Verzicht
Es kommt nicht darauf an, ob wir Abschied nehmen müssen. (…)  Sehr wohl kommt es aber darauf an, ob überhaupt etwas existiert, von dem wir Abschied nehmen müssen.“
(Viktor E. Frankl: „Zeiten der Entscheidung“, S.187, Herder Verlag, 1996)

Wien, 15. Juli 2020:
Selbst dort, wo keine menschlichen Verluste zu bedauern sind, steht durch Corona für viele der Verzicht oder Verlust im Zentrum des Erlebten: Verzicht auf erfreuliche Gewohnheiten, wie z.B. Reisen und Veranstaltungen bis hin zum Verlust von Arbeitsaufträgen oder sogar dem Arbeitsplatz.

Ein Bekannter von mir hat sein geliebtes Büro aufgeben müssen, da die Miete finanziell nicht mehr tragbar war. Der Gedanke, mit diesem Verzicht die Fortführung des Unternehmens zu sichern, war nicht Trost genug.  Erst als er die Dankbarkeit entdeckte für die Jahre, die er dort verbringen und das Wertvolle, das er dort verwirklichen konnte, war er versöhnt mit Vergangenem und voller Tatendrang für Neues. (Daniela, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 55): Die Stimme des Gewissens
„Das Gefühl kann viel feinfühliger sein, als der Verstand scharfsinnig.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 8. Juli 2020:
Wissenschaftliche Fakten sprechen für eine eindeutige Mitverantwortung des Menschen bei Klimawandel und Erderwärmung. Unser Verstand weiß, was zu tun wäre. Wir aber sind träge und gleichgültig. „Ja eh …“, sagen wir. Bilder verdorrter Felder und überschwemmter Landschaften in den Medien berühren uns nicht. Wir sind Unberührbare geworden, gehen zur Tagesordnung über.

Die Stimme des Gewissens speist sich aus Scharfsinnigkeit UND Feinfühligkeit. Letztere ist das Ergebnis gut entwickelter Erlebnisfähigkeit. Wir sind aufgerufen, sie zu schulen, um wieder existenziell berührbar zu werden. Stille ist der beste Ort dafür. Waches Erleben statt dumpfer Events. DIE Aufgabe unserer Zeit! Wir sind bewusst UND verantwortlich. (Edgar, Sinnzentrierter Lebens- und Sozialberater, Supervisor und Coach)


#wert-voll (Nr. 54): Toleranz
„Toleranz besteht nicht darin, dass man die Ansicht eines anderen teilt, sondern nur darin, dass man dem anderen das Recht einräumt, überhaupt anderer Ansicht zu sein.“
(Viktor E. Frankl)

Wien, 30. Juni 2020:
Denken wir an unseren Alltag, an Konfliktsituationen in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Schule oder auch im Freundeskreis. Oftmals entsteht Streit aufgrund unterschiedlicher Ansichten.
In diesen Zeiten dürfen wir uns im Alltäglichen in Toleranz üben: Abstand-halten wo und wann? Maske - ja oder nein? Urlaub im eigenen Land oder im Ausland? Umarmen wir die Eltern oder nicht? Wer hat recht? Können wir eine andere Meinung stehen lassen?
Auch als Gesellschaft, in dem Land und auf dem Kontinent, in dem wir leben, und als BewohnerInnen dieses Planeten können wir dies als Chance nützen, Toleranz zu leben, um anstehende globale Fragen gemeinsam - über alle Grenzen hinweg - zu meistern. (Roswitha, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Hebamme)


#wert-voll (Nr. 53): Mut
„Erst der Mut zu sich selbst wird den Menschen seine Angst überwinden lassen.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 29. Juni 2020:
Kennen Sie diese Tage? Mutlos fragt man sich, wie man denn das alles wieder schaffen soll. Täglich grüßt das Murmeltier. Die Tretmühle des Alltags hat uns fest im Griff.
Wir stehen verängstigt am höchsten Sprungturm im Schwimmbad, die Knie schlottern und es ist uns nicht möglich, den Sprung in die Tiefe zu wagen. Wer weiß, welche Gefahren dort lauern? Mut wäre jetzt praktisch. Doch woher nehmen? Nach Viktor Frankl ist in jedem Menschen eine Trotzmacht des Geistes grundgelegt. Wir müssen uns von uns selbst nicht alles gefallen lassen. Lachen wir doch der Angst ins Gesicht und nehmen Anlauf. Springen wir TROTZ und mit der Angst.

Vertrauen wir darauf, dass wir bei unserem Sprung vom Leben gehalten und getragen werden! (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 52): Lebensscheune
„Der Mensch sieht nur das Stoppelfeld der Vergänglichkeit – aber er sieht nicht die vollen Scheunen der Vergangenheit. Im Vergangensein ist nämlich nichts unwiederbringlich verloren, vielmehr alles unverlierbar geborgen.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 24. Juni 2020:
Das Leben ist endlich. Was bleibt, wenn wir gehen?
Alles, was wir bisher gelebt haben, ist unverlierbar geborgen in unserer Lebensscheune:
Die Werke, die wir geschaffen haben.
Die Handlungen, die wir gesetzt oder unterlassen haben.
Die wertvollen Momente, die wir erleben durften.
Die Beziehungen, die wir gelebt haben.
Die Begegnung mit Menschen, die uns begleitet haben.
Das Leid, das wir ertragen haben.
Alles, was wir bisher realisiert und verwirklicht haben.

Solange wir leben, haben wir die Möglichkeit, unsere Lebensscheune zu füllen. Ob und womit wir sie füllen ob mit feinstem Korn oder schwarzen Steinen - liegt allein in unserer Hand. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 51): Achtsamkeit
"Das Leben hat und behält unter allen Umständen Sinn." (Nach Viktor E. Frankl)

Wien, 23. Juni 2020:
COVID-19 hat viele Menschen in die temporäre soziale Isolation und in die Einsamkeit geführt. Viele Menschen waren schon vorher in dieser Situation. Viele befinden sich trotz Lockerungen und aufkeimendem Lebensgefühl noch immer dort.
Was können wir als Gesellschaft dagegen tun? Oder anders formuliert – wie kann jede/r Einzelne der Vereinsamung unserer Mitmenschen entgegenwirken? Vielleicht der älteren Dame nebenan überraschend einen Blumengruß vorbeibringen und nach ihrem Befinden fragen? Ein paar aufmunternde Worte an den Herren richten, der sich jeden Tag tapfer mit seinem Rollator über die Gehsteigkante quält? Einem Menschen mit besorgter Miene auf der Straße ein spontanes Lächeln schenken und vielleicht auch Hilfe anbieten?

Wir sind mehr denn je gefordert, achtsam zu sein und unserem Umfeld Hoffnung und Zuversicht zu schenken. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 50): Jedes Leben zählt
„Es gibt nur zwei "Rassen": die Rasse der anständigen Menschen und die Rasse der unanständigen Menschen. Gerade deshalb, weil wir wissen, daß die Anständigen in der Minorität sind, ist jeder einzelne aufgerufen, diese Minorität zu stärken und zu stützen." (Viktor E. Frankl)

Wien, 22. Juni 2020:
Die Berichterstattung aus den USA berührt uns in den letzten Tagen sehr. Bilder der übermäßigen Gewalt und Brutalität erschüttern uns. Schnell sind wir dazu verleitet, ganzen Menschengruppen die Schuld zuzuschieben. Doch das wird dem Menschen nicht gerecht, denn dieser hat die Möglichkeit, in Freiheit zu entscheiden, WER er sein will.
Es sind die kleinen Geschichten, die Hoffnung geben und zeigen, wozu der Mensch fähig ist. Ein Polizist, der sich einer Demonstration in Solidarität anschließt. Ein 16-jähriger Jugendlicher, der dabei hilft, Proteste friedlich zu beenden. Menschen, die einander die Hände reichen, unabhängig von Beruf, Alter oder Herkunft.
Menschen, die sich entschieden haben, friedensstiftend zu agieren, unabhängig davon, ob sie gesehen werden oder nicht. Die eigene Haltung zählt. #JedesLebenzählt. (Elisabeth, Logotherapeutin in Ausbildung unter Supervision)

#wert-voll (Nr. 49): Arbeitssuchend
„Wo Deine Talente und die Bedürfnisse der Welt sich kreuzen, dort liegt Deine Berufung.“
(Aristoteles)

Wien, 18. Juni 2020:
Plötzlich arbeitssuchend. Aber bin ich wirklich reduziert auf diese Phrase, bin ich nicht mehr als das? Ich habe vielleicht derzeit keine Arbeit, aber ich bin und bleibe wertvoll für meine Mitmenschen in meiner Rolle als Mutter, Vater, Schwester, Sohn, Nachbar, Großvater, Freund, Freundin……ich bin Mensch - mit Stärken und Schwächen, mit kreativem Potential, gesegnet mit Humor und Liebe im Herzen. Einmalig in meinem Da-sein und einzigartig in meinem So-sein. Jede Person ist ein Original – unersetzbar, unaustauschbar und hat deshalb unverlierbare Würde. Wir sind von der Welt gebraucht, es wartet immer eine Aufgabe oder ein Mensch auf uns - verlieren wir daher nicht den Mut und den Glauben an uns selbst! (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 48): Toleranz und Menschenwürde
Liebe ist irgendwie das Letzte und das Höchste, zu dem sich menschliches Dasein aufzuschwingen vermag. (nach Viktor E. Frankl)

Wien, 17. Juni 2020:
Es sind bewegte Zeiten. Im Mittelpunkt steht der Mensch - ganz gleich welcher Nationalität, welcher Herkunft oder welcher Religion. Es geht um Menschenwürde und um Toleranz.
Jeder Mensch hat unverlierbare Menschenwürde, die ihm nichts und niemand nehmen kann – nehmen darf! Toleranz besteht nach Viktor Frankl nicht darin, dass man die Ansicht eines anderen teilt, sondern nur darin, dass man dem anderen das Recht einräumt, überhaupt anderer Ansicht zu sein.
Wir sind eine Menschheit, die Viktor Frankl als Monanthropismus bezeichnet. Jeder Einzelne von uns ist einmalig in seinem Da-sein und einzigartig in seinem So-sein. Jeder ist Teil „des großen Ganzen“, ein wertvoller Puzzlestein, den es so nur einmal gibt.
Uns ist nur dieses eine Leben geschenkt und in diesem Bewusstsein sollten wir uns dieses Geschenks auch würdig erweisen. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 47): Hinter jeder Klage steht ein Wert
Die Welt ist nicht heil, aber heil-bar.
(Viktor E. Frankl)

Wien, 16. Juni 2020:
Klimakatastrophe, Regenwaldvernichtung, Hungersnot, Krieg, Gewalt, Pandemien, Rassismus, Arbeitslosigkeit – die Welt kennt viele Probleme. Die Menschen klagen gerne darüber. Doch hinter jeder Klage steht ein Wert.
Wir können als einmalige und einzigartige Menschen mit unserem persönlichen Potential Lösungen auf diese Lebensfragen finden. Wir sind ein Teil des großen Ganzen und jeder ist aufgerufen, seinen individuellen Beitrag zu leisten. Manchmal ignorieren wir aus Bequemlichkeit oder Ignoranz diesen Sinnanruf an unser Gewissen, aber er ist da. Hören wir auf zu klagen und kommen wir endlich ins Pro-agieren! (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 46): Augenblick
„Schon an der Größe eines Augenblicks lässt sich die Größe eines Lebens ermessen.“
(Viktor E. Frankl)

Wien, 15. Juni 2020:
Unlängst konnte ich endlich meine Eltern wieder besuchen. Sie sind in einem Alter, in dem eine COVID 19-Erkrankung eine Lebensbedrohung darstellt. Für gewöhnlich drücken wir uns fest ans Herz und halten uns lange in den Armen. Doch diese Begegnung verlangte Abstand. Und siehe da, sie gelang dennoch voller Wärme und Nähe. Vielleicht sind wir uns sogar noch ein Stück nähergekommen. In diesem neuen Geschenk der Liebe auf diese eigene Art war eine bestimmte Dimension sehr spürbar.
Viktor E. Frankl spricht von der geistigen Dimension, die unser Menschsein überhaupt erst ausmacht. In dieser gelingt die Begegnung von Herz zu Herz, von Geist zu Geist. Das war sehr berührend. Und ist es heute noch, wieder hunderte Kilometer weit weg von meinen Eltern. Es tut gut, unsere Beziehungen im Bewusstsein dieses "Abstands" so zärtlich nah leben zu können. (Johanna, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Assistentin)


#wert-voll (Nr. 45): Kraftquellen
Wien, 10. Juni 2020:
Neue Lebensumstände können zum Nachdenken anregen. Wenn ich mir Viktor E. Frankl ins Gedächtnis rufe, kommt mir folgende Fragestellung immer wieder in den Sinn:
„Wozu fordert mich diese Situation heraus?“. Der konkreten Situation angepasst: „Wie gehe ich mit mir und meinen Nächsten achtsam und rücksichtsvoll um?“
Schlummern möglicherweise einige Werte und warten auf ihre Wiedererweckung? Eine Gitarre braucht jemanden, der sie spielt, ein Sachbuch braucht LeserInnen, die daraus lernen und eine vernachlässigte Freundschaft braucht Mut, um zum Hörer zu greifen. Dank unserer Geistigkeit sind wir in der Lage, die täglichen Sinnaufrufe wahrzunehmen und ihnen nachzugehen. Besinnen wir uns jetzt auf diese Werte, können diese zu Kraftquellen werden, die oft nicht nur uns, sondern auch unser Umfeld bereichern. (Sebastian, Sinn-zentrierter Berater nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und diplomierter Lebens- und Sozialberater)


#wert-voll (Nr. 44): Leid
„Nicht im Dass, im Wie des Leidens liegt der Sinn des Leidens. Worauf es ankommt, ist die rechte Haltung - aufs Tragen kommt es an…“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 9. Juni 2020:
Leid kommt unverdient und schicksalhaft in unser Leben. Keiner hat es eingeladen, keiner hat es hereingebeten. Nun ist es da und macht sich breit. Warum? Diese Frage führt zu keiner Antwort und wirkt meist nur leidvermehrend. Das Leid annehmen, es geduldig ertragen und durch diese Haltung Leid in Leistung verwandeln – all das kann der Mensch, wenn er sich dazu entscheidet. Dieses tapfere Ertragen des Unabänderlichen ist Leistung und eine höchstpersönliche Entscheidung. Die Kraft dafür fließt dem Menschen zu aus der inneren Überzeugung, dass das Leben Sinn hat und unter allen Umständen Sinn behält. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 43): Frei und verantwortlich
„Die Person ist existentiell. Sie ist potentiell frei zur eigenen Entscheidung in jedem Augenblick und so mitverantwortlich für die Gestaltung ihres Daseins.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 8. Juni 2020:
Wir sind frei zur personalen Stellungnahme, frei dazu, psychophysische Hindernisse zu überwinden und freie Willensentscheidungen zu treffen. Wir sind frei. Gleichzeitig sind wir aber auch verantwortlich. Für die Antworten, die wir auf unsere Lebensfragen geben, für unsere sinnorientierte Lebensgestaltung, für jede Handlung, die wir setzen oder unterlassen und für jede Haltung, die wir einnehmen.

Freiheit und Verantwortung sind untrennbar miteinander verbunden. Die Freiheitsstatue gibt es bereits an der Ostküste. Nach Viktor Frankl müsste sie eigentlich durch eine Verantwortlichkeitsstatue an der Westküste ergänzt werden. Leben wir so, als ob es sie bereits gäbe! (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 42): Sinn
„In jedes Leben leuchtet hell der Sinn, willkürlich kriegst Du ihn nicht hin.“
(Johanna Schechner)

Wien, 6. Juni 2020:
Der Sinnanruf an jeden Einzelnen von uns ist da. Wie ein Lichtstrahl durch Jalousien leuchtet er in unser Leben. Diesen Sinn des Augenblicks zu erfassen, ist unsere Aufgabe. Unser Gewissen flüstert gleichsam einer inneren Stimme, was „jetzt dran ist“. Wie ein Kompass hilft es uns, den Sinn zu erfassen. Es wartet eine Aufgabe, die Du als einmaliger und einzigartiger Mensch unersetzbar erfüllen kannst. Es geht um die Erfüllung von Sinn und die Verwirklichung von Werten.

Versuchen wir nicht, unserem Leben krampfhaft einen Sinn geben zu wollen, einen zu erfinden und verbissen dem Glück nachzujagen, sondern wachsamen Auges und offenen Herzens die existierenden Sinnanrufe wahrzunehmen. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 41): Langeweile
Wien, 5. Juni 2020:
Langeweile ist eine Herausforderung. Man möchte sie vermeiden, und trotzdem werden wir mit ihr konfrontiert. Ist digitale Dauerablenkung die einzige Alternative oder kann Langweile, im Sinne Viktor E. Frankls, auch als Herausforderung erkannt werden?

Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen“, meinte Epiktet, dessen Satz nach wie vor gilt. Langeweile kann nämlich auch ein Raum für geistige Kreativität sein. Die Geburtsstunde einer Idee, die uns braucht, um verwirklicht zu werden. Wer Geduld gegenüber Langeweile mitbringt wird erkennen, dass sich darin eine Stille finden lässt, die uns verhilft, den Ruf des Logos, den persönlichen Sinnaufruf, wahrzunehmen. (Sebastian, Sinn-zentrierter Berater nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und DSA)


#wert-voll (Nr. 40): Hellsichtig
„Ganz ist der Mensch eigentlich nur dort, wo er ganz aufgeht in einer Sache, ganz hingegeben ist an eine andere Person. Und ganz er selbst wird er, wo er sich selbst – übersieht und vergisst.“ (Viktor Frankl)

Wien, 4. Juni 2020:
Es tut nicht gut, ständig vor dem Spiegel zu stehen. Man sieht immer nur sich. Und bleibt meist an Oberflächlichkeiten hängen. Gehen wir zum Fenster der Möglichkeiten, öffnen es und blicken hinaus in die Welt. Es gibt immer einen Menschen, der uns braucht, immer eine Aufgabe, die auf uns wartet oder eine Möglichkeit, die es zu verwirklichen gilt. Der Mensch hat die Fähigkeit, mehr als sich selbst zu sehen und genau in dieser Hingabe an die Welt liegt seine Menschlichkeit. (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 39): Sinnfunke
„Nicht das Problem macht die Schwierigkeiten, sondern unsere Sichtweise.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 3. Juni 2020:
Es gibt keine sinnlose Lebenssituation, es scheint immer ein Sinnfunke auf. Wenn wir nicht nur die Schattenseiten sehen und resignieren, sondern uns eine Haltung der Offenheit bewahren, können wir auch die Geschenke wahrnehmen, die das Leben für uns bereithält. Dann können wir auch in schwierigen Lebensumständen dankbar sein für die Gelegenheiten, die uns dadurch eröffnet werden. Wir haben die Gelegenheit zu lernen, zu wachsen. Ich kann eine Einstellung wählen, die Hoffnung gibt, die sich auf die persönlich sinnvollen Möglichkeiten fokussiert und mich vielleicht sogar über mich hinauswachsen lässt. Das Leben ist ein Geschenk! (Bärbel, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Pädagogin)


#wert-voll (Nr. 38): Das Beste für mich und mein Umfeld
„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (Søren Kierkegaard)

Wien, 2. Juni 2020:
Was mir in den letzten Tagen auffällt, ist eine Zunahme an Unzufriedenheit und ein Vergleichen mit jenen, denen es angeblich besser geht. Fragen entstehen: „Warum sind Kinos geschlossen oder warum bekomme ich keine Hilfsgelder?“ Diese „Warum-Fragen" sind jedoch falsch gestellt. Sie vermehren das Leid des Fragenden, da er zu keiner Antwort finden kann. Vielmehr ist die Person aufgerufen, nach ihrem persönlichen „Wofür" zu fragen. Wofür ist diese Corona Krise nun eine Chance?

Es gilt, das Beste für mich und mein Umfeld mit dem mir aktuell zur Verfügung stehenden Baumaterial aus dieser Situation „herauszuleben". Das Baumaterial kann ich mir nicht aussuchen, sehr wohl aber kann ich bestimmen, welches Bauwerk nun durch mich, mit meinen einzigartigen und einmaligen Fähigkeiten, entstehen soll. (Sylvia, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 37): Entscheidung
„Der Mensch ist nicht Opfer, sondern Mitgestalter seines Lebens.“ (Friedrich Hebbel)

Wien, 1. Juni 2020:
Jeden Morgen haben wir die Wahl – wollen wir Mängelrüger sein, die nur die Schattenseiten des Lebens wahrnehmen oder entscheiden wir uns dafür, das – wenn auch noch so winzig - Gute aus einer Situation heraus zu ringen? 

Zugegeben – es gibt Zeiten im Leben, in denen es uns nicht leichtfällt, uns für die positive Sichtweise auf die Welt zu entscheiden. Trotzdem können wir es - es liegt allein in unserer Hand. Jeden Augenblick. Nach Viktor Frankl: "Das Leben ist nicht etwas. Das Leben ist immer nur die Gelegenheit zu etwas“. Lassen wir diese doch nicht ungenützt verstreichen und bleiben wir Gestalter unseres Seins! (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 36): Aushalten
„Durch Sinn im Blick, das Selbst im Griff“
(Johanna Schechner)

Wien, 27. Mai 2020:
Die Luft ist raus. Die Geduld ist enden wollend. Die neuen Lockerungen versprechen uns ein ansatzweises unbeschwertes, besseres Leben. Und schon vergessen wir autonom, souverän und am Sinn ausgerichtet in der Welt zu stehen. Wir wollen mehr - mehr Freiheit, mehr Leben. Wir „wollen haben“. Doch nach wie vor ist Vorsicht – oder besser gesagt - Umsicht geboten: Aus Rücksicht verbunden mit Weitsicht basierend auf Wertesicht! (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 35): Motivation Teil 2
Wir haben die Gelegenheit, gestärkt, authentisch und „unseres Mensch-seins bewusst“ aus dieser Krise hervorzugehen. Nach Nietzsche: „Wer ein Warum zum Leben hat, erträgt fast jedes Wie“.

Wien, 26. Mai 2020:
Es ist Zeit, Vorräte zu sammeln - auf besondere Art: sich auf Wesentliches zu besinnen, Kleinigkeiten zu schätzen, Beziehungen neu zu erleben, sich die eigenen Ressourcen und Talente bewusst zu machen und diese zu leben, Dankbarkeit und Geduld zu üben. Ideen und Visionen zu sammeln, diese zu konkretisieren und an deren Umsetzung zu feilen. Es mangelt uns nicht an Zeit, Neues zu lernen - höchstens an Disziplin.
Die entstehenden Aufgaben lassen keinen Platz für unnötiges Drama, sondern motivieren zu sinnvollem zukunfts- und lösungsorientiertem Handeln. (Elisabeth, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRAKL ZENTRUM WIEN und Künstlerin)


#wert-voll (Nr. 34): Motivation Teil 1
„Im Gegensatz zu den Energiequellen ist der Sinn unerschöpflich.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 25. Mai 2020:
Sinn kann nicht allein durch Arbeit erfüllt werden. Arbeit ist gesund und wichtig, trotzdem können viele Werte gerade jetzt vermehrt „untätig“ verwirklicht werden - auf kontemplative oder auch meditative Weise. Nach allen Turbulenzen in dieser ver-rückten Zeit üben sich viele zuhause auch im tapferen Ertragen, Durchhalten oder in wohlwollenden Gesprächen mit Angehörigen, Bekannten, Freunden… Das kleine Glück schlummert überall - in einer erfahrenen Rücksichtnahme oder Hilfsbereitschaft, einem herzhaften Lachen, in duftendem Essen, bei einem Gedicht, Buch oder Musikgenuss, der die Stimmung aufhellt. Auch in der Natur, z.B. durch einen kitzelnden Sonnenstrahl, Vogelgezwitscher... können wir auftanken. Durch unser Bemühen, durch unser Erkennen und Erschauen des anderen können wir einen unglaublichen Sinnanruf erleben. Wir schärfen den Blick und bringen Zwischenmenschliches zum Schwingen. (Elisabeth, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRAKL ZENTRUM WIEN und Künstlerin)
 


#wert-voll (Nr. 33): Friedensfähigkeit
Wien, 20. Mai 2020:
„Das Ich von heute, das frei ist das Ich von morgen zu wählen, ist zugleich das Ich, das verantwortlich ist für das Ich, das es gestern gewählt hat.“ (Elisabeth Lukas)

Einer ist immer schuld. Einer muss immer Schuld haben. Ein Land. Eine Nation. Eine Bevölkerungsgruppe. Ist das tatsächlich so? Maßen wir uns selbst nicht zu viel an? Ist es nicht vielmehr so, dass das Schicksal uns alle unverdient trifft? Wenn Covid-19 Menschen weltweit krank macht, ist es dann sinnvoll, nach einem Schuldigen zu suchen? Oder liegt der Sinn des Augenblicks nicht vielmehr darin, nach einer Lösung für die Menschheit zu suchen? Wie kann den Betroffenen zeitnah geholfen werden?

Wir können in unserem Umfeld dazu beitragen, Not-wendend zu agieren, die eigene Friedensfähigkeit zu stärken und den aufkeimenden Negativströmungen wie Aggression, Missgunst und Feindbildern entschieden entgegenzutreten. Wir haben alle das Potential, hoffnungsvermehrende Wege zu beschreiten – tun wir es. Gerade jetzt! (Kathrin, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 32): Sinnaufruf
Wien, 19. Mai 2020:
Wenn Lebensraum und Ausgang begrenzt sind und wir das gewohnte Alltagsleben ändern müssen, ist die Verlockung groß, sich dauerhaft medial und digital zu betäuben. Auch wenn Unterhaltung einen wichtigen Wert in unserem Leben hat, lohnt es sich, einen Blick auf den eigenen Wertehorizont zu werfen. Schlummern möglicherweise einige dieser Werte und warten auf ihre Wiedererweckung?

Eine Gitarre braucht jemanden, der sie spielt, ein Sachbuch braucht LeserInnen, die daraus lernen und eine vernachlässigte Freundschaft braucht Mut, um zum Hörer zu greifen. Dank unserer Geistigkeit sind wir in der Lage, die täglichen Sinnaufrufe wahrzunehmen und ihnen nachzugehen. Besinnen wir uns jetzt auf diese Werte, können diese zu Kraftquellen werden, die oft nicht nur uns, sondern auch unser Umfeld bereichern. (Sebastian, Sinn-zentrierter Berater nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und DSA)


#wert-voll (Nr. 31): Freiheit
„Die Freiheit `hat´ man nicht - wie irgend etwas, das man verlieren kann - sondern die Freiheit `bin ich´.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 18. Mai 2020:
Unsere geistige Freiheit ist und bleibt unangetastet. Unsere liebenden und stärkenden Gedanken sind frei, zu wechseln von Mensch zu Mensch. Wir haben durch unser geistiges Beisein stets die Fähigkeit, einander Kraft zu geben und rettender Anker zu sein. (Kathrin, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 30):
Tragischer Optimismus
Die letzte der menschlichen Freiheiten besteht in der Wahl der Einstellung zu den Dingen. (nach Viktor E. Frankl)

Wien, 15. Mai 2020:
Gerade in diesen seltsamen Tagen öffnet Viktor E. Frankl seine Schatzkiste der Menschheitsweisheit für uns. Sein Konzept des „Tragischen Optimismus“, dass auch in den leidvollen Situationen unseres Lebens ein tieferer, höherer Sinn verborgen ist (selbst wenn unser begrenztes menschliches Fassungsvermögen ihn nicht zu erkennen vermag!) und dass der Mensch immer die Möglichkeit, ja den Auftrag hat, das verborgene Optimum auch aus diesen Situationen heraus zu ringen, bietet uns wunderbare Anleitung, um gut durch schwierige Zeiten zu kommen:
der Realität ins Gesicht sehen, Leiden und Verlust annehmen, sich beugen (und dies als Leistung würdigen!), Freiräume nützen, Heilgebliebenes und Geschenke des Lebens in den Blick nehmen, Dankbarkeit – und den Glauben hoch halten an den tieferen, verhüllten Sinn… (Petra K., Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 29): Chancen
„Wie oft sind es erst die Ruinen, die den Blick freigeben auf den Himmel.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 14. Mai 2020:
So ein Zusammenbruch beinhaltet eine große Chance für uns! Es reißt uns heraus aus der Komfortzone, weckt uns aus der Trägheit und aktiviert unsere Kreativität! Veränderung kann entstehen aus einer Notlage heraus, denn der Mensch ist auf Entwicklung ausgerichtet. Nutzen wir doch diesen Stillstand! Fragen wir uns doch, wie wir unser Leben weiter gestalten wollen! Was können wir aus dieser Situation lernen? Alles hat auch eine zweite Seite! Wollen wir nicht doch endlich den Menschen in den Mittelpunkt stellen? Haben wir den Mut, die Seifenblase der rücksichtslosen Profitgier platzen zu lassen, einen Zusammenbruch zu wagen, ein Scheitern zuzulassen, das einer neuen Welt der Menschlichkeit eine große Tür öffnet hin zur allumfassenden Liebe. Und so kann jeder Einzelne sich fragen: Will ich so weiter leben wie bisher? Der Virus gibt uns jetzt die Chance, unsere Einzigartigkeit in uns zu entdecken. Nützen wir sie! (Angelika, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN, Beraterin und Trainerin)


#wert-voll (Nr. 28): Haben und Sein
Alles Haben ist verlierbar, alles Sein ist unverlierbar
(nach Elisabeth Lukas)

Wien, 13. Mai 2020:
Herausforderungen des Lebens können als Gefahr für unsere Existenz wahrgenommen werden. Es stellt sich die Frage, ob im Falle des Verlusts aller Habseligkeiten, die Existenz als solche tatsächlich bedroht ist. Sind wir nicht mehr als unser Besitz? Sind wir nicht mehr, als das, was wir haben? Definieren wir unser Sein tatsächlich nur über unsere erworbenen Güter? Wir sind einmalig, einzigartig und unersetzbar. Und das bleiben wir auch für alle Zeit. (Kathrin, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 27): Hoffnung und Zuversicht
„Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat - egal, wie es ausgeht.“
(Vaclav Havel)
„Die Welt ist nicht heil, aber heil-bar“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 12. Mai 2020:
Heute, einige Zeit nach den ersten Corona-Einschränkungen sind Hoffnung und Zuversicht die zwei wichtigsten Begriffe, die ich allen, die jetzt beginnen „einzuknicken“, mitgeben möchte. Nicht jeder von uns hat eine beeindruckende Vita wie Viktor E. Frankl oder ist eine charismatische Persönlichkeit wie Václav Havel, aber jeder von uns kann sich diese Persönlichkeiten als Vorbild nehmen und dadurch selbst zum Vorbild werden: Hoffnung und Zuversicht ausstrahlen aus der inneren Überzeugung, dass es Sinn hat. Es ist nicht nur heil-sam und wohltuend für einen selbst, sondern auch für sein Umfeld sowie die Wirtschaft, die die Stimmungen der Bevölkerung wie ein Seismograph registriert. Die Orientierung an starken und authentischen Vorbildern macht jeden Einzelnen von uns zu dem Schmetterling, dessen Flügelschlag ungeahnte positive Kräfte in der Welt in Gang setzen kann. (Klára, Ökonomin und Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 26): Schicksal
„Wer sein Schicksal für besiegelt hält, ist außerstande es zu besiegen.(Viktor E. Frankl)

Wien, 11. Mai 2020:
In diesen Tagen komme ich immer wieder in tiefe Täler. Dort, wo in der Psyche Enge, Schwere und Trauer überhandnehmen wollen und der Körper mit Verspannungen, Schweißausbrüchen und Angstzuständen reagiert. Da gefällt mir die Liedzeile der "Strottern", die in einem Wiener Lied vom "Mut zum glücklich sein" singen. Sie spricht von diesem TROTZDEM JA ZUM LEBEN SAGEN. Mut als ENTSCHEIDUNG, Mut als eine EINSTELLUNG, denn der Blickwinkel auf eine Sache lässt sich drehen und wenden. Trotz allem aufrecht bleiben und das Seinige tun. Mit HUMOR auf Distanz gehen, wenn es zu viel wird. Immer wieder dieses TROTZDEM suchen. Das geht! In diese HALTUNG zu kommen, ist tägliche Übung. Es bleibt ein Ringen. Wir sind gefragt. In diesen Tagen ganz besonders. Johanna (Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Assistentin)


#wert-voll (Nr. 25): Mensch-Sein
„Das Leben selbst ist es, das dem Menschen Fragen stellt. Er hat nicht zu fragen, er ist vielmehr der vom Leben her Befragte, der dem Leben zu antworten, das Leben zu ver- antworten hat.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 9. Mai 2020:
Immer schneller, immer weiter, immer höher, immer mehr, mehr, mehr, es scheint keine Grenze nach oben zu geben – so haben wir gelebt, schon lange über dem Limit, über unseren Belastungsgrenzen. Jetzt sind wir durch einen kleinen unsichtbaren Virus hineingezwungen ins Innehalten. Nehmen wir diese Auszeit doch als Geschenk! Gehen wir hinaus in die Natur, besinnen wir uns im „nach Innen spüren“ auf die Kraft in uns selbst, auf unser Verbundensein mit dem „großen Ganzen“! Ausatmen und abwägen, was wirklich zählt und trägt im Leben: Solidarität, Zusammenhalt, Nachbarschaftshilfe, Mitgefühl: sind nicht dies die Werte, die unser Mensch-SEIN ausmachen oder wollen wir weiter dem HABEN als vermeintlich tragendem Wert hinterherlaufen? (Angelika, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Coach)
 

Sigrid Obermair#wert-voll (Nr. 24):
Das Rettende

„Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch." (Friedrich Hölderlin)

Wien, 7. Mai 2020:

Das Bild einer Küstenlandschaft an der italienischen Riviera, am Horizont die Bergrücken dreier Inseln, die sich n u r  nach stürmischen Tagen in der Klarheit des Morgens zeigen, erinnert mich an eine Erkenntnis von Viktor E. Frankl: Leidsituationen machen die Welt durchsichtiger und uns hellsichtiger. Oft braucht es auch für uns „stürmische Tage", Zeiten der Krise, die in uns etwas klären, uns selbst klarer erkennen lassen, das für uns Wichtige klar zu sehen. Dieses Wissen hilft mir darin, mich nicht abzulenken, sondern – wie stark die Stürme auch toben mögen – ihnen standzuhalten. Das Geschenk wird der klare Blick auf meine „Inseln" sein und auf das, was mich trägt und hält. (Sigrid, Sinn-zentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN, Coach, Trainerin, Kunst- und Kulturmanagerin)


#wert-voll (Nr. 23): Humor macht Sinn

Wien, 6. Mai 2020:
Wir können uns nicht vor etwas fürchten und gleichzeitig darüber lachen, weil Humor die Angst vertreibt. Diese Erkenntnis hat Viktor E. Frankl in seiner Logotherapie eingesetzt, aber auch als Überlebens-Strategie im Konzentrationslager. Frankl und seine Mithäftlinge haben sich täglich Witze ausgedacht. Nicht nur auf das Lagerleben bezogen, sondern vor allem auf die Zeit nach der Befreiung. In welche grotesken Situationen werden sie später einmal geraten aufgrund der im Lager eingeübten Rituale? So haben sie ihren Blick auf eine positive Zukunft ausgerichtet.
Das könnten wir uns zum Vorbild nehmen. Abseits der Quarantäne-Witze könnten wir uns auch Post-Corona-Witze ausdenken und miteinander teilen. Worüber werden wir in einem halben Jahr gemeinsam lachen?" (Harald, sinnzentrierter Berater nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 22): Wertfülle
„Den Glauben, dass uns kein Glück oder Unglück geschieht, dem wir nicht einen Sinn ins Wertvolle geben können, den habe ich heute wie immer und gebe ihn weder für mich noch für andere auf.“ (Hermann Hesse)

Wien, 5. Mai 2020:
Wenn schicksalhafte Ereignisse eintreten, kann man sich darauf nicht wirklich vorbereiten. Plötzlich sind wir konfrontiert mit Tatsachen, die unseren Alltag, unsere Gewohnheiten, unsere Beziehungen stark beeinflussen. Ich vermisse den zärtlichen Kontakt mit meinen drei Enkelkindern. Ein Fest ohne Familie wäre vor einigen Wochen unvorstellbar gewesen. Dennoch wird mir das Wertvolle in meinem Leben bewusst:

  • Hoffnung, die mich trägt
  • Liebe, die nun so viele verschiedene Ausdrucksformen annimmt
  • Freude über die Hilfsbereitschaft, über das Zusammenrücken, über die netten Worte, über das Erleben echter Gemeinschaft
  • Dankbarkeit, denn nichts ist selbstverständlich, schon gar nicht, dass so viele Menschen ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, um für uns da zu sein
  • Zeit für wirklich Wesentliches: Innehalten, Achtsamkeit und noch mehr Hinwendung zum Du.

Diese Wertfülle schützt mich. „Ein Mensch, der sich geborgen weiß, braucht herrlich vieles nicht.“ (Elisabeth Lukas) (Michaela, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN, Erwachsenenbildnerin, Pädagogin)


#wert-voll (Nr. 21): Über die Geduld

Wien, 4. Mai 2020:
Langsam werden wir ungeduldig. Diverse Fragen beherrschen permanent die Medien: Wie lange wird uns dieses Virus beschäftigen? Was sind die längerfristigen Folgen? Wie wird unser Sommer ablaufen? Dürfen wir auf Urlaub fahren? Werden wir geplante Feste jeglicher Art feiern können? Weltweit fehlen uns konkrete Antworten und das verunsichert. Nützen wir doch diese Unsicherheit als Chance. Machen wir uns innerlich frei von diesen Fragen und Abhängigkeiten. Üben wir uns in Geduld, um offen und weit zu bleiben für das Leben, wie es kommt. (Petra, Sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Qualitätsmanagerin im Gesundheitswesen)

So wie Rainer Maria Rilke schreibt:

Man muss Geduld haben
Mit dem Ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages in die Antworten hinein.

(Rainer Maria Rilke, Viareggio bei Pisa, Italien, am 23. April 1903)


#wert-voll (Nr. 20): Freude
Der Freude geht immer ein Verzicht voraus (nach Elisabeth Lukas)

Wien, 3. Mai 2020:
Dieser Satz begleitet mich durch diese besondere Zeit und lässt mich Verschiedenes besonders freudvoll erleben, das mir vorher vermutlich schon viel zu selbstverständlich erschien: dass ich nicht in einem Krieg leben muss, dass ich ein Dach über dem Kopf habe, dass ich nicht hungern muss, dass ich auf Grund meiner Ersparnisse die jetzigen finanziellen Einbußen gut ertragen kann - und vieles mehr. Besonders dankbar bin ich für die Totalbremsung, die in mein Leben getreten ist. Sie zeigt mir, wie Vieles, was ich noch vor kurzem für völlig unmöglich gehalten hätte, doch möglich ist - wie sehr ich trotz allem Gestalterin meines Lebens sein könnte - UND KANN! (Imma, Ärztin und sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 19): Veränderung
„Der Mensch ist das Wesen, das immer entscheidet. Und was entscheidet es? Was es im nächsten Augenblick sein wird“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 1. Mai 2020:
Das Leben verändert sich stetig. Im Moment jedoch für viele von uns in einem ungewohnten Ausmaß. Dies kann das Gefühl auslösen, als „bliebe kein Stein am anderen“. Veränderung fordert uns heraus, unsere gewohnten Wege zu verlassen und neue zu beschreiten. Dies bedeutet aber auch eine Chance, die es zu ergreifen gilt. Wir haben die Möglichkeit, den Sinn des Augenblicks zu erfassen und das Sinnvollste für uns und unser Umfeld zu verwirklichen. (Kathrin, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 18): Hoffnung
„Das Ich wird Ich erst am Du.“ (Viktor E. Frankl nach Martin Buber)

Wien, 30. April 2020:
Heute habe ich eine entfernte Tante nach 20 Jahren ‚Stille' angerufen – UND ES WAR GUT. Natürlich war die anfängliche Distanz (in Raum und Zeit) zu spüren, auch eine gewisse Skepsis ihrerseits lag in der Stimme – bis sie mich angstvoll fragte, ob etwas passiert sei ... Kurzes Innehalten meinerseits war die Folge – was war tatsächlich passiert? Nichts! Ich habe es einfach getan – habe die Telefonnummer ausgeforscht und dann sofort angerufen.Es war ein sehr nettes Gespräch, nicht sehr lange, aber sehr wohltuend.

Was ist es, das mich diesen kleinen Schritt so viele Jahre nicht setzen hat lassen – und genau jetzt ermöglicht? Und: Könnte dann nicht noch viel mehr von dem, was jahrelang nicht möglich war, wahr werden? Ich bin voller Hoffnung! (Jutta, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Office-Mitarbeiterin)


#wert-voll (Nr. 17): Segel setzen
„Das Schiff fährt so, wie man die Segel setzt und nicht so, wie der Wind bläst.“ (Logopädagogik in der Krisenprävention, Modul 2, S.46)

Wien, 29. April 2020:
Nicht immer weht eine sanfte Brise, schaukelt das Schiff gleichmäßig auf den Wellen und nicht immer glitzert die Sonne auf der Wasseroberfläche. Zuweilen weht ein kräftiger Gegenwind, das Schiff gerät auch mal in Schieflage und das Wasser peitscht einem unfreundlich ins Gesicht. Gleich, ob Euer Leben im Moment dem einen oder dem anderen Szenario gleicht – bleibt geistesgegenwärtig an Bord, behaltet das Steuerrad fest in Eurer Hand und gebt unerschütterlich Euren eigenen Kurs vor. Denn irgendwann ist immer Land in Sicht. (Kathrin, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 16): Wozu fordert mich diese Situation heraus?
„Es gibt in der Welt einen einzigen Weg, auf welchem niemand gehen kann außer dir: wohin er führt? Frage nicht, gehe ihn!" (Friedrich Nietzsche)

Wien, 28. April 2020:
Mit diesem Zitat von Nietzsche eröffnete ich meine Abschlussrede am VIKTOR FRANKL ZENTRUMW IEN im Jänner 2020. Es erinnert mich speziell in der aktuellen Zeit daran, dass jeder für sich seinen einmaligen, einzigartigen Weg zu gehen hat, auch wenn einem das Leben zum Teil nicht verstehbare Hindernisse in den Weg legt. Verstärkt heißt es nun, SICH DEM GEHEIMNIS BEUGEN. Im Glauben bleiben an einen höheren, oft nicht greifbaren Sinn und sich die Frage stellen: „Wozu fordert mich diese Situation heraus?" (Melanie, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN & ganzheitliche Gesundheitsberaterin)


#wert-voll (Nr. 15): Heroismus
"Heroismus kann ich nur von mir selbst verlangen – von mir dafür immer." (nach Viktor Frankl)

Wien, 26. April 2020:
Die Covid-19 Situation erfordert weltweit viel Durchhaltevermögen. Sowohl im Beruf als auch im Privaten wird uns teilweise ein Maximum abverlangt. Jeder leistet seinen unersetzlichen Beitrag in seiner einzigartigen Art und Weise. Jeder einzelne von uns hat das Potential ein Held zu sein. Er muss sich nur dafür entscheiden. (Kathrin, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 14): Veränderung
„Der Mensch ist das Wesen, das immer entscheidet. Und was entscheidet es? Was es im nächsten Augenblick sein wird.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 25. April 2020:
Das Leben verändert sich stetig. Im Moment jedoch für viele von uns in einem ungewohnten Ausmaß. Dies kann das Gefühl auslösen, als „bliebe kein Stein am anderen“. Veränderung fordert uns heraus, unsere gewohnten Wege zu verlassen und neue zu beschreiten. Dies bedeutet aber auch eine Chance, die es zu ergreifen gilt. Wir haben die Möglichkeit, den Sinn des Augenblicks zu erfassen und das Sinnvollste für uns und unser Umfeld zu verwirklichen. (Kathrin, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 13): Humor
„… wie aller Humor es dem Menschen leicht macht, sich `über eine Situation´ zu stellen.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 24. April 2020:
Wussten Sie, dass Frankl leidenschaftlicher Witze-Erzähler war? Er hat die wunderbare Wirkung des Lachens, laut Prustens, verstohlenen Kicherns und geheimen Schmunzelns genau gekannt! Selbst im Konzentrationslager war der Humor ein wichtiges Überlebensprinzip! Probieren Sie es aus! Jeden Tag in der Früh einen neuen Witz zu erzählen und gemeinsam zu lachen.
Ich starte für heute: „Wissenschaftler haben herausgefunden … und sind dann wieder hineingegangen!“
Und für die Kinder: Die kleine Gelsentochter kommt vom ersten Flug zurück. Die Mutter fragt: “Und? Wie wars?“ „Toll, Mama! Überall haben sie geklatscht!“ (Annemarie, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 12): Persönlich Antwort geben
„Wir sind nicht frei von etwas, sondern nur frei zu etwas, nämlich zu einer Stellungnahme.“ (nach Viktor E. Frankl)

Wien, 23. April 2020:
Wir können dem Leben keine Forderungen stellen und vorfindbare Bedingungen sind nicht immer veränderbar. Wir sind jedoch frei, unsere Antworten auf diese Bedingungen und die Fragen des Lebens zu geben! Dieses Überdenken der „persönlichen Antworten“ gebe ich KlientInnen immer wieder mit. Krisenzeiten sind eine Chance, Not-(ab)wendende Veränderungen in Handlung und/oder in Haltung vorzunehmen und in den Blick zu bekommen, was ein SINN-erfülltes Leben bedeutet! Trost für schwere Zeiten geben die Zeilen aus dem "Dekalog der Gelassenheit" von Papst Johannes Paul XXIII: "Ich glaube – selbst, wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten -, dass die gütige Vorsehung sich um mich kümmert, als gebe es sonst niemanden auf der Welt." (Sigrid, sinnzentrierte Beraterin, Coach, Trainerin, Kunst- und Kulturmanagerin)


#wert-voll (Nr. 11): Pro-agieren
"Es reicht nicht, dass unsere Ohren zufrieden sind, dass unsere Augen zufrieden sind – unsere Herzen müssen berührt werden und unsere Hände und Füße müssen sich bewegen.“
(Mahatma Ghandi)

Wien, 22. April 2020:
Das Leben fordert uns auf, in Aktion zu kommen - keine bloße Re-aktion, sondern vielmehr ein Pro-agieren. Wir sind durch die aktuelle Situation zurückgeworfen auf das Wesentliche, auf das, was wirklich zählt im Leben und uns kostbares Geschenk ist. Dafür lohnt sich jeder persönliche Einsatz. (Kathrin, Sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 10): Dankbarkeit
„Es gibt kein Menschenleben, in dem es keinen Anlass zur Freude gibt. Die Kunst liegt darin, diese Anlässe wachen Sinnes wahrzunehmen, der Alltag ist voll davon.“ (Elisabeth Lukas)

Wien, 20. April 2020:
Ich lehne mich zurück und schließe die Augen. Ich habe Bilder im Kopf: Tosende Brandung. Töne im Ohr: Das Rauschen des Meeres. Gefühl auf meiner Haut: Das salzige Meerwasser. Genau jetzt hole ich mir gedanklich diese Bilder herbei und fühle Dankbarkeit für erlebte Momente voll Freude und Glück. Tiefe Zufriedenheit erfüllt mich. Alles im Leben ist Geschenk. Wir haben alle solche besonderen Orte, die wir auch nur gedanklich bereisen können. Halten wir uns diese Kraftquellen präsent und schöpfen wir gerade jetzt Lebensenergie daraus! (Kathrin, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 9): Klage und Wert

Wien, 15. April 2020:
„Hinter jeder Klage steckt ein Wert“ – dieser Gedanke von Elisabeth Lukas begleitet mich seit der Corona Krise. Die Klagen sind unterschiedlich: von „zu wenig Arbeit“ bis „zu viel“, von „zu wenig Stille“ bis „zu viel“. Es dauert eine Weile, bis ich den gemeinsamen Wert hinter den Klagen entdecke: die FREIHEIT! Dabei ist doch gerade die geistige Freiheit in unserem Mensch-Sein tief verwurzelt. So entscheide ich mich aus freien Stücken aus dem Wert-vollen zu schöpfen: ich wähle an Stelle des Verlustes der vielfältigen Möglichkeiten, den Gewinn der einzigartigen Gegebenheit. Frei sein heißt, Verantwortung für den Sinn des Augenblicks übernehmen. (Daniela Philipp, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN, zur Website Sinnpuls)


#wert-voll (Nr. 8): Eine Menschheit

Wien, 14. April 2020:
Zwei Menschheiten, drei Menschheiten, vier ... STOPP!
Nein, es gibt nur eine Menschheit - und dieses Wort gibt es auch nur in der Einzahl: Frankl nennt dieses Phänomen den Monanthropismus. Das Coronavirus hat es uns so deutlich vor Augen geführt: Eine Menschheit, eine Welt, eine Gefahr, eine Lösung! Jedes menschliche Wesen ist Teil dieser Menschheit, gleich an Würde durch sein einzigartiges Gewordensein, durch sein einmaliges Dasein, durch seine personalen Entscheidungen und Haltungen. So wirkt jeder Mensch in die Welt und trägt damit Verantwortung für sich und die Menschheit. Du bist ein wesentlicher Teil des Ganzen - übernimm Verantwortung in deinem Bereich zum Wohle der Menschheit! (Heidemarie, Pädagogin und Vorständin des VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 7): Frieden
„Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünscht für diese Welt.“ (Mahatma Gandhi)

Wien, 11. April 2020:
Der Blutdruck steigt, die Nerven liegen blank und man ist kurz vor dem Explodieren. In diesen Tagen wird die Leidens - und Friedensfähigkeit aller strapaziert. Das ist zutiefst menschlich.
Sind wir diesen Emotionen hilflos ausgeliefert? Müssen wir der Aggression freien Lauf lassen und damit Leidketten in Gang setzen? Ist es wirklich ein „ich kann nicht anders?“. Das entspricht nicht dem Menschen. Wir sind keine Black Box, durch die alles ungefiltert durchläuft. Finden wir Wege, friedensstiftend in unserem Umfeld zu wirken. Gerade jetzt. Fange gleich heute damit an – schenke ein Lächeln! (Kathrin, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Juristin)


#wert-voll (Nr. 6): Das Leben stellt die Fragen
„Es gibt nichts auf der Welt, das einen Menschen so sehr befähigt, äußere Schwierigkeiten oder innere Beschwerden zu überwinden, als das Bewusstsein, eine Aufgabe im Leben zu haben.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 9. April 2020:
Das Leben stellt uns gerade vor eine neue Aufgabe. Die Frage angesichts dieser Lebensherausforderung lautet: Was soll jetzt von mir gelebt werden? Was ist jetzt das Wesentliche, das Gesollte? So haben wir Lehrerinnen und Lehrer für unsere Schülerinnen und Schüler ein Video zusammengestellt mit der ermutigenden Botschaft, dass wir für sie da sind, sie unterstützen, wir stolz auf sie sind und wir es gemeinsam schaffen werden. Wir motivieren sie darin, kreativ zu sein, uns ein Video oder ein Foto zu senden, das sie bei einer lustigen, sportlichen, musikalischen oder einer anderen Tätigkeit, z.B. in der Natur, zeigt. Wir können Sinnvolles verwirklichen, indem wir uns den Herausforderungen stellen und der Aufgabe widmen, die jetzt gerade „dran“ ist, dem Sinn des Augenblicks. (Bärbel, Lehrerin und sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN)


#wert-voll (Nr. 5): Was gibt Halt, um Haltung zu wahren?
„Die Freiheit `hat´ man nicht-wie irgend etwas, das man auch verlieren kann-, sondern die Freiheit `bin ich´.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 8. April 2020:
Der Sinn des Augenblicks ist stets ein individueller, die Kraftquelle ist ebenso stets individuell. Wenn es eng wird im Miteinander, höre ich gerne Musik. Diese variiert von flockigem Reggae über wilde Rock Songs, von groovigem Jazz bis hin zu Beethoven. Ich wähle bewusst und höre mehr als früher auf Text und Zwischentöne. In der Musik liegt für mich ein unglaublicher Trost, weil sie die Menschheit zu vereinen vermag. Momentan steht uns kulturell im Netz die Welt „offen“.
Ein paar Minuten Kraft tanken am Tag, um den Anforderungen dieser Zeit mit Haltung zu begegnen, das wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen. (Roswitha, Logotherapeutin i.A.u.S. und Dipl. Hebamme)


#wert-voll (Nr. 4):
"Es gibt kaum etwas im menschlichen Dasein, das dem Menschen so sehr und in einem solchen Ausmaß ermöglichte, Distanz zu gewinnen, wie der Humor.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 7. April 2020:
Für uns alle hat sich das Leben von einem Tag auf den anderen verändert. Für viele so sehr, dass es sie an den Rand ihrer körperlichen und psychischen Kapazitäten bringt. Das kann manchmal mut- und kraftlos machen. Verlieren wir trotzdem nicht den Glauben, die Hoffnung und – nein, nicht die Liebe :-) – sondern den Humor! Schenken wir einander jeden Tag Geschichten zum Lachen. (Kathrin, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN & Juristin)


#wert-voll (Nr. 3): Scheinbar verkleinerter Freiraum?
„Menschliches Verhalten wird nicht von den Bedingungen diktiert, die der Mensch antrifft, sondern von den Entscheidungen, die er selber trifft.“
(Viktor E. Frankl)

Wien, 6. April 2020:
Unsere Art der Lebensgestaltung hat sich verändert. Eine Neuorientierung der Tagesstruktur und der Freizeitkultur fordert jeden von uns, neue kreative Wege zu beschreiten. Steht uns nicht doch eine Fülle von Möglichkeiten offen, die jetzt verwirklicht werden können? Was zeichnet mich aus? Welchen persönlichen „Finger“- Abdruck will ich in der Welt hinterlassen?
Für mich bedeutet Corona, dass ich vor einem Monat nach einem 2-jährigen USA- Aufenthalt zurückgekommen bin und meinen beruflichen Wiedereinstieg freiwillig hinten anstelle. Ich sitze mit meinem 4-jährigen Sohn am Boden, baue Lego Häuser (die Flugzeuge haben keine Flugerlaubnis J), bastle, singe, spiele Verstecken, um meinem Mann den Rücken für seinen zur Zeit äußerst stressigen Beruf frei zu halten. (Elisabeth, sinnzentrierte Beraterin nach VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN und Logotherapeutin i.A. unter Supervision)


#wert-voll (Nr. 2):
"Die Spielregeln des Lebens verlangen von uns nicht, dass wir um jeden Preis siegen, wohl aber, dass wir den Kampf niemals aufgeben.“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 3. April 2020:
Jeden Morgen, wenn ich zur Zeit erwache, schießen mir gefühlt tausend Gedanken durch den Kopf, die geordnet werden wollen. Es ist eine Mischung aus liebender Sorge um die Eltern, die Kinder, die Freunde, aber auch um die Menschen, die am Ende ihrer Kräfte sind sowie diejenigen, die um ihre Existenz fürchten und nicht wissen, wie sie diese Herausforderung bewältigen sollen.
Wir sind durch die Krise noch mehr gefordert und vom Leben befragt als sonst. Das kann Angst machen und die Ungewissheit, wie lange dieser Zustand noch andauert, füttert die Angst, ob wir dieser Krise gewachsen sind.
Doch wie das Zitat oben schon besagt – mutlos zu verzagen, ist keine Option, das Leben fordert uns alle auf, weiterzuspielen und niemals aufzugeben. Und genau dazu will ich Euch heute ermutigen. Wir alle haben die Fähigkeit, inneren Befindlichkeiten und äußeren Hindernissen zu trotzen. Lassen wir uns von der Krise nicht schachmatt setzen, uns nicht die Spielfiguren vom Lebensbrett fegen, sondern antworten wir mit unserem persönlichen Schachzug, mit unserer eigenen Strategie und spielen wir voll Vertrauen weiter! (Kathrin, sinnzentrierte Beraterin und Juristin)
#Im Vertrauen bleiben #Durchhalten


#wert-voll (Nr. 1):
"Geliebt werden ist Gabe, Lieben ist Aufgabe" (Heidemarie Zürner)

Wien, 2. April 2020:
Großeltern sind heute gefragt wie noch nie – und zwar nicht mit ihrer körperlichen Präsenz, sondern mit ihrem freiwilligen Verzicht darauf! Nämlich den Verzicht auf Kontakt zu den EnkelInnen aus Liebe und Verantwortungsgefühl zu ihnen und deren Eltern! Unsere Enkelkinder sind uns ans Herz gelegt, und wir wollen sie bestmöglich begleiten, behüten und umsorgen. Eine wunderbare Aufgabe, die mitunter genau das von uns einfordert, was am meisten weh tut!

Verzicht aus Liebe ist aber unser stärkstes Motivationsphänomen, deshalb schaffen wir es auch und leben es vor! Heuer gibt es vielleicht Briefe, Skypetreffen und Selbstgemachtes von Opa und Oma, mit dem ermutigenden Gefühl dabei, dass die Familienbande durch das Virus eher gestärkt werden! Und unsere Enkelkinder durften so coole Großeltern als LebenskünstlerInnen erleben – um später vielleicht einmal selbst herausgefordert – sich am Vorbild anhalten zu können. (Johanna, DGKS & Logotherapeutin)


#wert-voll:
"Die Aufgabe wechselt nicht nur von Mensch zu Mensch - entsprechend der Einzigartigkeit jeder Person, sondern auch von Stunde zu Stunde, gemäß der Einmaligkeit jeder Situation."
(Viktor E. Frankl)

Wien, 1. April 2020:
In unserer neuen Reihe #wert-voll bieten LogopädagogenInnen und LogotherapeutenInnen wertvolle Impulse und geistige Haltegriffe im Umgang mit der herausfordernden Situation, vor die wir alle schicksalhaft vom Leben gestellt wurden. Hier werden wir Sie in der nächsten Zeit mit mutmachenden und hoffnungsvermehrenden Inhalten aus der Sinn-Lehre Viktor E. Frankls begleiten.
#wert-voll bietet Raum für alle Gedanken, die uns jetzt helfen, den Fokus auf das noch verbleibende Heile zu lenken.
Ihr VIIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN Team
 


Heilsame Texte aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls

An dieser Stelle möchten wir Ihnen im Sinne einer Psychohygiene, heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Frankls, der Logotherapie, weitergeben. Weitere Texte finden Sie unter "Gelebte Logotherapie" bzw. hier

Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 18): Nichts zu sehr
„Ein Mensch, der einen Sinn anstrebt, wird einerseits glücklich und andrerseits leidensfähig!“ (Viktor E. Frankl)

Wien, 7. Mai 2020:
"Nichts zu sehr" ist eine Menschheitsweisheit aus Delphi - nachstehend heilsam in die Sinn-Lehre Frankls eingeflossen:
Kennst du das auch?
„Das will ich unbedingt verhindern!“ = NICHTS ZU SEHR vermeiden wollen
Ich kann auch am Unangenehmen vorbeiagieren!

„Dagegen werde ich kämpfen, solange ich lebe!“ = NICHT ZU SEHR ankämpfen gegen Etwas
Lernen Dinge hinzunehmen, sich dazu einzustellen, zu verzeihen

„Ich will das und zwar gleich“! = NICHTS ZU SEHR erzwingen wollen
Es gibt viele Gründe zur Zufriedenheit! Es gibt auch Freude durch Verzicht!

„Ich mach mir Sorgen um mich!“ = NICHT ZUVIEL über mich nachdenken
Statt zuviel Blick in den Spiegel: den Blick in die Welt kultivieren, da wartet Etwas oder Jemand auf mich!“


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 17):
Die drei tragenden Säulen gelingenden Menschseins

Wien, 27. April 2020:
In der Logotherapie wird gelehrt: Wenn der Mensch die drei tragenden Säulen gelingenden Menschseins in Ausgewogenheit lebt, dann lebt er in gesunder Balance:
1. Leistungsfähigkeit: ein personaler, individueller Beitrag für die Welt wird geleistet
2. Liebesfähigkeit: Bereicherung der Person durch die Wahrnehmung der Welt, Offenheit dafür ist Voraussetzung
3. Leidensfähigkeit: personale Stellungnahme zu unabänderlichem Schicksal

Individuelle, gesundheitliche, psychische, soziale und weltweite Probleme in allen Lebensbereichen ließen uns zunehmend ein „Aus-der-Balance-Sein“ der Menschheit erkennen und führten zu globalem Unbehagen.

Mit Corona startete ein weltweites „Trainingsprogramm der Menschlichkeit“:
1. Leistungsfähigkeit: viele Menschen entwickelten neue Kompetenzen in digitalen Bereichen, es wurden neue Ansätze in lösungsorientiertem Denken gefunden, es erfolgte ein weltweiter Zusammenschluss aller medizinischen Kräfte zur Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen, …
2. Liebesfähigkeit: selbstverständlich konsumierte räumliche Nähe wird in liebende Sehnsucht nach bewusstem, geistigem Beisein bei lieben Menschen getauscht: neue Möglichkeiten wurden gefunden über Gedichte, Musik, Naturerlebnisse, Videobotschaften, Einkaufsdienste, Patiententransfer von Frankreich nach Österreich, … stärkt diese Säule.
3. Leidensfähigkeit: schmerzhafter, doch sinnvoller Verzicht auf gewohnte Begegnungen, um Mitmenschen vor Ansteckung zu schützen; Hilfe annehmen, obwohl du gerne selbständig leben willst; nicht der Erste, Beste, sein; die Krise annehmen und gestalten …

Wir entscheiden: Traurig, unleidlich, depressiv zu sein über „Nicht-mehr-Mögliches“ oder aktiv, leistungsfähig, liebenswert und leidensfähig, „Noch-nicht-seiende-Möglichkeiten“ in unser aller Wirklichkeit zu holen und damit neue Perspektiven zu schaffen. Du bist gefragt!


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 16): Schenke dein Vorbild der Welt!

Wien, 21. April 2020:
Der Mensch gestaltet sein eigenes Denkmal. Er darf seine Existenzweise, seine Sichtweise selbst entscheiden. Das Leben ist ein großes Angebot an uns und wir sollen es in Freiheit mitgestalten. Stelle ich Ansprüche an das Leben? Will ich meine „Rechte“ einfordern? Sehe ich nur mich, meine Bedürfnisse und alles mir Geschenkte als eine bloße Selbstverständlichkeit? Oder versuche ich meine bestmöglichen Antworten zu geben, indem ich dankbar bin für all die nicht selbstverständlichen Gesten, Freundlichkeiten, Hilfestellungen? Bin ich ein „Mängelrüger“ oder ein „Wertschätzer“? Wir werden dem ähnlich, was wir lange betrachten: Womit umgebe ich mich? Wovon lasse ich mich prägen? Wie gehe ich mit mir selbst um? Wer will ich einmal gewesen sein?
„Ich handle nicht nur gemäß dem, was ich bin, sondern ich werde auch gemäß dem, wie ich handle.“ (Viktor E. Frankl)

Buchtipp:
Lukas, Elisabeth: Der Seele Heimat ist der Sinn. Logotherapie in Gleichnissen von Viktor E. Frankl; zusammengestellt und kommentiert von E. Lukas. Kösel Verlag, 2005


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 15):
"Jede Situation ist ein Ruf, auf den wir zu horchen, dem wir zu gehorchen haben"
(Viktor E. Frankl)

Wien, 16. April 2020:
Genau das dürfen wir heute erleben: die Menschen in unserem Land stellen sich solidarisch auf die herausfordernde, neue Situation ein. Indem weitgehend alle bemüht sind, dem „Ruf“ zu folgen, geschieht Bemerkenswertes: Rücksichtnahme, Einfühlsamkeit, eine unglaubliche Hilfsbereitschaft, spontane Angebote von Firmen, hohe Einsatzbereitschaft der Jugend, Mitgefühl und eine schon lange nicht mehr dagewesene Kreativität im alltäglichen Miteinander und viel Humor!
„Der Mensch übersteigt unendlich den Menschen!“ (Blaise Pascal)
Das hilft uns allen, den Mut nicht zu verlieren! Unsere Kinder erleben in diesen Tagen, wie Krisen begegnet werden kann – sie erhalten damit nicht nur eine Erfahrungskompetenz für ihr zukünftiges Leben, sondern vor allem auch die nötige Demut, sich gegebenenfalls auch vor Unabänderlichem zu beugen.
„Erst die Selbstvergessenheit führt zur Sensitivität, und erst die Selbsthingabe zur Kreativität“ (Viktor E. Frankl)

Buchtipp:
Lukas, Elisabeth: Wie Leben gelingen kann. Sinn und Freude Tag für Tag. Verlagsgemeinschaft topos Plus, Kevelaer, 2018


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 14):
Der Mensch hat die Wahl: Direkte Kommunikation von Person zu Person - indirekt von Handy zu Handy - und wenn beides nicht möglich ist, von Geist zu Geist


Wien, 12. April 2020:
Möglicherweise sind Sie gerade davon betroffen, alleine sein zu müssen, um von anderen Menschen nicht angesteckt werden zu können – oder um andere nicht anzustecken. Es ist ungewohnt, plötzlich ohne körperliche(n) Kontakte leben zu müssen. Keine Hände zu geben, keine Umarmungen mehr zu spüren, keine unkomplizierten Plaudereien bei Kaffee und Kuchen mit Freunden zur Auflockerung zu erleben, etc. Wie gut, dass es social media in allen Facetten gibt. Sie können Einiges wettmachen, wenn auch nicht alles. Was täten wir ohne diese Kommunikationsmittel, die uns einander im virtuellen Raum näherbringen?
Gesetzt den Fall, es wäre aus irgendeinem Grund auch kein Handy- oder Skype- oder sonstiger Kontakt möglich, weil (es) z.B. jemand (es) nicht mehr in der Lage ist, es zu bedienen: gibt es dann wirklich nichts mehr, was uns mit unseren Lieben verbinden kann?
Der Mensch ist auch dafür bestens ausgerüstet! Auch wenn es aus Gründen der Hygiene sogar verboten ist, unsere Angehörigen im Spital zu besuchen, haben wir eine unverlierbare Verbindungsmöglichkeit: unsere geistige Beziehung, unser geistiges Beisein! Das heißt konkret, wir können mit unseren Angehörigen in Dialog treten, nicht Gesagtes nachreichen, aus Liebe zu ihnen diese schwere Lebenszeit bestmöglich gestalten!
Das dürfen wir freilich nicht von anderen Menschen erwarten – aber wir dürfen vertrauen, dass wir diese Fähigkeit in uns haben: völlig unabhängig von äußeren Gegebenheiten! Frankl selbst wusste im Konzentrationslager nicht, ob seine Frau noch lebte oder nicht (mehr), als er einen wunderbaren „inneren Dialog“ mit ihr führte: „Ob der geliebte Mensch lebt oder nicht – irgendwie brauche ich es jetzt gar nicht zu wissen: meiner Liebe, dem liebenden Gedenken, der liebenden Schau seiner geistigen Gestalt, kann das alles nichts mehr anhaben. Wenn ich damals gewusst hätte, meine Frau ist tot, ich glaube ich hätte ungestört durch dieses Wissen innerlich genauso hingegeben sein können an diese liebende Schau, diese geistige Zwiesprache wäre genau so intensiv gewesen und genau so erfüllend.“


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 13):
"Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch" (Friedrich Hölderlin)

Wien, 9. April 2020:
Die Corona-Pandemie betrifft uns alle, die gesamte Menschheit. Das vereint uns. Auf die Notwendigkeit des Einenden hat Viktor E. Frankl eindrücklich verwiesen, da er schon im vorigen Jahrhundert von der einen Menschheit, dem Monanthropismus, spricht. Für ihn gelten vor allem als einende Kriterien, die alle Menschen weltweit verbinden, folgende:
1.die Sehnsucht nach sinnvollem Tun,
2. liebevolles Miteinander
3. die Ausrichtung an Werten.

Mehr denn je brauchen wir heute den heilenden Gedanken EINER Menschheit, die das Verbindende über das Trennende stellt. So kann das Bewusstmachen der Gleichheit, Würde und Sehnsucht aller Menschen nach dem Sinn, nach der Liebe und nach gelingendem Leben über alle Grenzen hinweg einen! Erinnern wir uns an Lebensrettungen, welche die ganze Welt in Atem hielten und alle aufatmen ließen! Wieviel Verbindendes wurde dankbar und gerührt wahrgenommen!
Dasselbe erleben wir heute täglich bei heldenhaften Einsätzen aller Art auf der ganzen Welt! Es wird intensiv geforscht, geteilt und gearbeitet! Corona kann darüber hinaus den Weg für die Gestaltung einer neuen Weltgemeinschaft frei machen. Der Begriff Monanthropismus kann somit als Programm für eine friedlichere Welt aufgefasst werden.

Buchtipp:
Lukas, Elisabeth: Spannendes Leben. In der Spannung zwischen Sein und Sollen - ein Logotherapiebuch. Profil Verlag, 2014, 4. Auflage


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 12):
Vier krisenträchtige Haltungen der Gesellschaft und die Wege heraus!

Wien, 4. April 2020:
Provisorische Daseinshaltung: „Es ist eh alles egal, die Welt steht eh nimmer lang, deshalb nehme ich mir noch, was mir zusteht“.
Der Mensch ist frei in seiner Meinung und verantwortlich für sein Tun – auch in Krisenzeiten, das macht seine Würde aus!
Fatalistische Haltung:
„Da kann ich nichts machen, das ist höhere Gewalt“.
Der Mensch ist nicht für das schicksalhafte Geschehen verantwortlich, sehr wohl aber für seine Antwort darauf.
Kollektivistisches Denken:
„Alle Menschen sind unfähig, mit der Situation umzugehen.“ „Nur wir ÖsterreicherInnen sind die besten…“
Der Mensch hat Respekt vor der Andersartigkeit und beugt damit Feindbildern vor.
Fanatische Haltung: „Entweder du tust wie ich will, oder…,“
Der Mensch setzt sich für hohe Werte ein, aber nicht auf dem Rücken der anderen.
„Werte können wir nicht lehren - Werte müssen wir leben.“ (Viktor Frankl)

Buchtipp:
Lukas, Elisabeth: Aus Krisen gestärkt hervor gehen. Topos Plus, München, 2013


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 11):
Menschsein ist bewusst sein und verantwortlich sein


Wien, 30. März 2020:
Du gibst Antwort, deine Antwort zählt! Schicksalhaftes Leid und Schicksalsschläge, die hereinbrechen, können wir nicht ändern, das liegt nicht in unserer Hand. Jedoch kann der Mensch seine Einstellung, und damit das, was er sein will, wählen – Wahlmöglichkeiten werden bewusst. Dabei geschieht höchste Sinnfindung, deren der Mensch fähig ist! Diese Sinnmöglichkeiten gibt es bis zum letzten Atemzug.
TROTZ Leid und Herausforderungen bleibt der unabdingbare Sinn in jeder Situation bestehen = „Sinn des Augenblicks“.
Es gibt konkrete Appelle, die nur von einer konkreten Person erfüllt werden können. Der Mensch und sein Sinnappell werden sich finden! Nur wenn der Mensch sich als sinnvoll erlebt, lebt er gelingend. Ist noch ein Sinn auszuschöpfen? – oder ist es gleichgültig, was ich bewusst wähle und lebe? Wo ist meine Sinnmöglichkeit?
„Das Leiden macht den Menschen hellsichtig für das Wesentliche und die Welt durchsichtig auf ihre Werthaftigkeit.“ (nach Viktor E. Frankl)
Darauf dürfen wir vertrauen!

Buchtipp:
Lukas, Elisabeth: Weisheit als Medizin, Profil Verlag, München, 2020
 


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 10):
Vorfreude - Mitfreude - Nachfreude?

Wien, 26. März 2020:
„Sinn ist das, was für alle Beteiligten gut ist!“
„Leben ist die Gelegenheit Sinn auszuschöpfen!“
(nach Elisabeth Lukas)

Wir wünschen uns alle mehr Grund zur Freude im Leben. Wie lässt sie sich mehr genießen? Drei Möglichkeiten, sie besser auszuschöpfen: Vorfreude lässt sich verlängern, wenn ich das zukünftige Schöne in meine Gedanken und Stimmungen einfließen lasse. Aufrichtige Mitfreude vergrößert die Freude! Das wissen wir alle! Es tut uns so gut! Die Nachfreude zu kultivieren, verlängert das freudige Erlebnis und macht uns dankbar und lebensfroh! Dieser Zustand stärkt u.a. die Affektlage und somit auch wesentlich die Immunlage gegen Corona!

Buchtipp:
Lukas, Elisabeth: Der Freude auf der Spur. Sieben Schritte, um die Seele fit zu machen
Verlag Neue Stadt 2013. Auch als E-Book erhältlich.


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 9):
Wovon will ich mich leiten lassen?

Wien, 24. März 2020:
Bin ich von der Angst getrieben? Oder von der Liebe angezogen?
Beides ist wahr: Angst, Unruhe, Ungewissheit, Angst vor Unglück, Angst um mein Wohl und das meiner Lieben. Oder: Liebe zu meinem Leben, zu meinen Lieben und zur Welt!
Das Angstmotiv lebt von Misstrauen und der Angst um mich. Das Liebesmotiv lebt von Vertrauen und der Liebe zu mir und meinem Umfeld. Es lebt von der Selbstverantwortung und der Weltverantwortung und ist dem Menschen in Krisenzeiten auf den Leib geschrieben! Das dürfen wir besonders heute in der globalen Krise erleben!
Ändern kann man nur sich selbst, sich selbst aber immer.(Elisabeth Lukas)
Das sind die hoffnungsvollen good news: Fang mit der Liebe heute an und die Chancen zur Genesung der Welt haben eine unersetzbare Chance mehr! Und Du selbst wirst dabei über dich hinauswachsen!

Buchtipp:
Lukas, Elisabeth: Lebensstil und Wohlbefinden. Seelisch gesund bleiben - Anregungen aus der Logotherapie. Edition Logotherapie, Profil Verlag, 2010


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 8):
Der Mensch ist frei in der Stellungsnahme zu seinem Körper und zu seiner Psyche

Wien, 23. März 2020:
Das heißt in Zeiten wie diesen, dass er sich im Sinne Frankls eingesteht: „Ich muss mir nicht alles von mir selber gefallen lassen.“
Grantig? Unzufrieden? Launisch? Schlampig mit den notwendigen Hygieneregeln? Lieblos mit mir selbst und anderen? Oder: JETZT ERST RECHT achtsam mit mir und meinem Umfeld umgehen/sein! Geduldig, ausgewogen, auf meine Psychohygiene achtend, auf das Heilgebliebene schauend und kreativ mich einbringend für bessere Stimmung zu Hause! Jeder noch so kleiner Beitrag kann die Welt verändern!
Der Mensch hat die Möglichkeit, jederzeit von persönlichen Befindlichkeiten abzurücken und sich für andere Menschen oder für eine Sache einzusetzen! Gerade das dürfen wir in diesen Tagen so eindrucksvoll und heilsam miterleben!

Buchtipp:
Lukas, Elisabeth: Wertfülle und Lebensfreude. Logotherapie bei Depressionen und Sinnkrisen. Edition Logotherapie, Profil Verlag, 2011, 4. Aufl.


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 7):
Wir können vieles ertragen, wenn wir wissen wofür (nach Viktor Frankl)

Wien, 21. & 22. März 2020:
Für die Gesundheit jedes Einzelnen sind die Menschen bereit, sich in ihren Ansprüchen zurückzunehmen und ihr Bestes zu geben! Die Berichte aus der ganzen Welt über Solidarität, liebende Sorgen um die Nächsten, höchste Einsatzbereitschaft im öffentlichen Dienst und die sich spontan entwickelnde Kreativität, sprechen eine deutliche Sprache wozu der Mensch, auch in Krisenzeiten, fähig ist! Der Blick auf das Liebesmotiv „zieht“ uns dorthin, wonach wir uns alle sehnen: Liebende, Liebender sein zu dürfen für eine zu heilende Welt! Es gibt nichts Stärkeres gegen Corona!
„Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie. Das heißt: Wer um den Sinn seines Daseins weiß – er und er allein ist auch noch am ehesten im Stande, alle Schwierigkeiten zu überwinden.“ (Viktor E. Frankl, Psychotherapie für den Alltag)

Buchtipp:
Lukas, Elisabeth: Sehnsucht nach Sinn. Logotherapeutische Antworten auf existentielle Fragen. Edition Logotherapie, Profil-Verlag, 2018, 4. erweiterte Auflage


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 6):
Der Mensch ist ein Wesen auf der Suche nach Sinn

Wien, 20. März 2020:
Er ist ausgestattet mit einem zuverlässigen „SINN-ORGAN“, seinem GEWISSEN! Es ist nach Frankl das Gewisseste, das ihn in schwierigen, z.B. Corona-Situationen, leiten kann. Vorausgesetzt, er hört darauf.
Es ist eine zarte Stimme, die, wie ein bester Freund, das Bestmögliche für den Menschen und sein Umfeld in einer konkreten Situation (zur Zeit auf engem Raum zu leben) aufzeigt. Zum Beispiel: „Sei großzügig, obwohl Dein/e PartnerIn ungehalten ist“, oder „Sei mutig und sprich die Dinge so an, dass Du Chancen eröffnest, etwas wiedergutzumachen“ oder: „Zieh Dich zurück und gönne Dir Ruhe“ oder: „Traue Deinem Umfeld etwas zu und ermuntere es zur Übernahme von Verantwortung!“ ....
Das Gewissen ist ausgerichtet auf den...

Das Gewissen ist ausgerichtet auf den konkreten Sinn einer konkreten Situation und wird am Besten in der Stille wahrgenommen. So gut ausgestattet ist der Mensch!

Buchtipp:
Lukas, Elisabeth: Den ersten Schritt tun. Konflikte lösen, Frieden schaffen. Verlagsgemeinschaft topos Plus, Kevelaer, 2019, aktualisierte Neuausgabe


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 5):
Das Leben stellt die Fragen ... undwir haben zu antworten

Wien, am 19. März 2020:
Nicht wir haben unsere Ansprüche an das Leben zu stellen, denn da ist die Enttäuschung vorprogrammiert! Ich will ein glückliches Leben haben!Bekomme ich es nicht, so bin ich enttäuscht, klage an, ersticke im Selbstmitleid und falle in die Weltabsage….So schnell kann es gehen! Welche Antwort auf meine heutige Lebensfrage will ich geben? Welche Antwort ist meiner würdig? Das Virus grassiert. Wie will ich jetzt agieren, welches Vorbild will ich sein? Durch meine Antwort kann gelingendes Leben geschehen, egal wie die Umstände auch sein mögen. Der Mensch verfügt über dieses Potenzial!

Buchtipp:
Schechner, Johanna/Zürner, Heidemarie: Krisen bewältigen. Viktor E. Frankls 10 Thesen in der Praxis. 2. Auflage, Braumüller Verlag, Wien, 2013


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 4):
"Das Leben hat unter allen Umständen Sinn" (Viktor E. Frankl)

Wien, am 18. März 2020:
Wenn Viktor Frankl dieses Zitat in Kriegszeiten eindrucksvoll bestätigt hat, sollte es auch in Zeiten des Coronavirus Bestand haben! Stelle Dir vor, Du entscheidest Dich heute und jetzt sofort, dass Dein Leben unter allen Umständen Sinn hat und behält, auch wenn es zurzeit Kopf steht. Was macht diese Entscheidung mit Dir? Ja genau, sie macht Dich stark, mutig, kreativ, hoffnungsvoll und einsatzbereit!
Vorbei ist die Frage „Warum jetzt und das ausgerechnet mir?“
Deine Antwort wird lauten: „Wer, wenn nicht ich, wird die Situation bestmöglich bewältigen!“ Wie gut, dass es mich gibt! Einen besseren Selbstwert und ein stabileres Selbstvertrauen können wir uns gar nicht selbst schenken!

Buchtipp:
Frankl, Viktor E., …trotzdem Ja zum Leben sagen. Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager. Paperback, Penguin, 2018


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 3):
Das Leben ver-antworten

Wien, 17. März 2020:
Schon in jungen Jahren hat sich Frankl mit der Frage nach dem Sinn des Lebens auseinandergesetzt. Eine Frage, die als solche eigentlich nicht beantwortbar ist. Was ist der Sinn des Lebens inmitten all dieser momentanen Unsicherheit?
Eines ist sicher: Der Sinn des Ganzen ist und bleibt unbegreifbar, unfassbar. Daher ist die Frage nach der Sinnhaftigkeit in dieser Art der Fragestellung verwirrend. Außerdem verleitet dies zur Ansicht „Da kann man eh nichts machen!“Und trotzdem will der Mensch als Sinnsucher gerade diese Frage beantworten! Denn der Sinn ist der tragende Grund seines Lebens. Er will einen Sinn erkennen, in dem, was er tut und im Leben an sich. Wie kann eine Antwort gefunden werden?

„Die Frage nach dem Sinn des Lebens schlechthin ist sinnlos, denn sie ist falsch gestellt, wenn sie vage „das“ Leben meint und nicht konkret „je meine“ Existenz. (…) Wir müssen der Frage nach dem Sinn des Lebens eine kopernikanische Wendung geben: Das Leben selbst ist es, das dem Menschen Fragen stellt. Er hat nicht zu fragen, er ist vielmehr der vom Leben her Befragte, der dem Leben zu antworten – das Leben zu ver-antworten hat.“ (Viktor E. Frankl, Ärztliche Seelsorge, Seite 107)

Das Leben stellt die Fragen – ganz konkret je Situation. Der konkrete Sinn des Augenblicks fragt den Familienvater, der Angst hat um seinen Arbeitsplatz, ebenso die Schülerin, die sich aus Mangel an sozialen Kontakten langweilt, und den Großvater, der sorgenvoll in die Zukunft blickt: „Was machst Du jetzt aus dieser konkreten Situation?“ Jeder einzelne kann entweder sinnwidrig antworten oder - durch Besinnung auf seine Menschlichkeit - sinnvoll antworten.
Sinnwidrige Antworten des Vaters wie, „Die Politiker sind schuld!“, der Schülerin, wie „Ich will jetzt meinen Spaß haben!“ oder des Großvaters, wie „Ich habe ja eh nichts mehr vom Leben zu erwarten!“ vermehren das Leid für sich UND das jeweilige Umfeld. Entscheidet sich der Mensch - trotz der schwierigen Bedingungen – dafür, sinnvolle Antworten zu geben, so ist das hoffnungsvermehrend für die Person selbst UND für ihr Umfeld. So z.B. die Antwort des Vaters “Ich bin Jazzmusiker und mache daher mit beim nächsten flash mob!“, der Schülerin „Ich habe jetzt viel Zeit. Ich melde mich beim Team Österreich und helfe mit!“ und des Großvaters „Dank der digitalen Medien kann ich mit meinen Enkelkindern facetimen. So bleiben wir verbunden!“
Frankl will vermitteln, wie es möglich ist, für einen geliebten Menschen oder für eine wertvolle Aufgabe, das Seinige zu tun – nicht mehr und nicht weniger ist von uns verlangt. Jeder nach seinen Möglichkeiten und jeder an seinem Platz – im Miteinander!

Elisabeth Gruber und das VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN Team


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls (Nr. 2):
Welche Gedanken würde uns Viktor Frankl, der weltberühmte Seelenarzt in der heutigen Situation geben?

Wien, 16. März 2020:
Schau nicht starr und angstvoll auf die Situation wie sie ist, sondern versuche nach deinen Möglichkeiten das Bestmögliche für dich und deine Mitmenschen daraus zu machen.
Folgende Fragen könnten dir dabei hilfreich sein:
Welche Frau, welcher Mann möchte ich in dieser Situation gewesen sein?
Welche Mutter, welcher Vater für meine Kinder?
Welche Großmutter, welcher Großvater für meine Enkel?
Welche(r) MitarbeiterIn will ich sein?
Was soll jetzt konkret von mir ausgehen? Welche Haltung, welche Handlung?
Was würde mir leid tun, jetzt nicht gelebt, geliebt, entschieden, gestaltet zu haben?

Jeder von uns hat die Fähigkeit, zu entscheiden, ob er/sie hoffnungsvermehrend oder leidvermehrend leben will! Zum Glück liegt es immer in unserer Hand!
Ob das, was wir in der Hand haben, verwirklicht wird oder eben nicht, liegt allein in meiner Hand!

Vor diesem Hintergrund das hoffnungsvolle Zitat Frankls:
Die Welt ist nicht heil, aber heilbar! und
Das Leben hat unter allen Umständen Sinn, auch wenn die Welt Kopf steht!

Wie gut, dass wir uns gemeinsam dieser Herausforderung stellen können!
Johanna Schechner und das VIKTOR FRANKL ZENTRUM WIEN Team


Heilsame Gedanken aus der Sinn-Lehre Viktor Frankls

Wien, 16. März 2020:
Das Coronavirus legt die Welt lahm – es ist uns schicksalhaft auferlegt: unverdient, heftig und zum falschen Zeitpunkt. Wie gut zu wissen, dass wir Menschen frei sind in der Entscheidung, wie wir damit umgehen wollen.
Jede(r) Einzelne von uns kann dazu beitragen, dass dieser ernsten Krise pro Leben entgegen gewirkt wird. Durch eine zuversichtliche Haltung, die sich in einer sinnorientierten Handlung auswirkt, wird der Mensch im Vollbild sichtbar. Worte wie Solidarität, Verzicht, Rücksichtnahme und Achtsamkeit mischen sich in sonst recht starre Nachrichten. Generationsübergreifende Hilfestellungen machen Mut, dass es den Menschen trotz Krise gelingen kann, sein Menschsein-Können bestens unter Beweis zu stellen.
Darauf dürfen wir vertrauen und in diesem Sinne werden wir weiterhin gemeinsam wirken!

Ein Impuls aus der Viktor Frankls Sinnlehre zur heutigen Weltsituation:
„…wo aber bleibt das Wissen um die eine Menschheit, ein Wissen, das ich Monanthropismus nennen möchte? Das Wissen um die Einheit der Menschen, eine Einheit, die hinausgeht über alle Mannigfaltigkeiten, sei es solche der Hautfarbe oder der Parteifarbe.“
(Viktor Frankl, Ärztliche Seelsorge)

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